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DVD-Besprechung - Hexenjagd
Story:
Mitteleuropa, die Gegend des heutigen Tschechiens, Ende des 17. Jahrhunderts. Als eine Bettlerin während eines Gottesdienst geweihte Hostien stehlen will, geht der Dorfpfarrer vom Schlimmsten aus und überzeugt die herrschende Gräfin davon, dass dies Hexenwerk ist. Ein Inquisitionsgericht soll einberufen werden und dessen Vorsitz übernimmt der ehemalige Inquisitor Heinrich Franz Boblig von Edelstadt (Vladimír Smeral). Doch dem geht es bald schon nur noch um den Ausbau der eigenen Macht, ohne Rücksicht auf Verluste.
Meinung zum Film:
Nordmähren im heutigen Tschechien, Ende des 17. Jahrhunderts. Während eines Gottesdiensts schleicht sich eine alte Bettlerin in die Messe und lässt sich zwar die geweihte Hostie auf die Zunge legen, spuckt diese aber in ein Taschentuch und will sich damit davonschleichen. Doch ein Messdiener hat dies beobachtet und berichtet seinem Vorgesetzten davon, woraufhin die alte Frau dem Pfarrer des Ortes (Eduard Cupák) vorgeführt wird. Als er fragt, was sie mit der Hostie vorgehabt habe, gibt sie an, sie habe diese für eine noch ältere Hebamme stehlen wollen, die ihr im Tausch dafür ein bisschen Gemüse angeboten habe. Die Hostie sollte der Kuh gegeben werden, da diese in letzter Zeit nur noch wenig Milch gegeben hatte. Während der weise und beim Volk beliebte Dekan Lautner (Elo Romancik) Nachsehen mit der armen Bettlerin hat und vorschlägt, diese mit der Buße des mehrmaligen Betens des Ave Maria zu entlassen, sieht der Pfarrer das anders.
Der junge Mann meint, hinter der Tat der alten Frau Hexenwerk zu erahnen und befürchtet, dass dies noch viel weitere Kreise gezogen haben könnte. Er bittet deshalb die Gräfin (Blanka Waleská) darum, mit aller Härte gegen das Teufelswerk vorzugehen und ein Inquisitionstribunal einzuberufen. Während Lautner für den Vorsitz einen ebenso weisen alten Richter vorschlägt, sind die anderen dagegen, da dieser vor einigen Jahren entlassen worden sei, da er drei Delinquenten freigesprochen habe. Also soll die Aufgabe der ehemalige Inquisitonsrichter Heinrich Franz Boblig von Edelstadt (Vladimír Smeral) übernehmen, der zwar keine abgeschlossene juristische Ausbildung genossen, aber dafür bereits einiges an Erfahrung mit Hexenprozessen hat. Als er über seine Berufung informiert wird, lebt er gerade in einer schäbigen Gastwirtschaft, die er mehr schlecht als recht führt, und ist natürlich Feuer und Flamme, als er erfährt, dass er wieder in seinem alten Beruf gefragt ist. Doch schon bald zeigt sich, dass Boblig vor allem das Ziel verfolgt, seine eigene Macht zu untermauern, während ihm Wahrheit und Gerechtigkeit vollkommen egal sind. Nur Dekan Lautner wagt sich allerdings, sich gegen Boblig aufzulehnen, was verheerende Folgen nach sich zieht. Denn nun sind nicht einmal mehr Männer der Kirche oder von Adel vor den Fängen der Inquisiton sicher.
"Hexenjagd" stellt die wahre Geschichte der Hexenprozesse von Groß Ullersdorf dar und nimmt den Zuschauer von Anfang an direkt für sich ein, was vor allem an dem überzeugenden Realismus der Darstellung liegt. Der Film beschönigt nichts und verwässert sich auch nicht durch dramatisierte Storytwists. Zwar wird natürlich bei der Darstellung der Figuren deutlich, dass Boblig ein schmieriger, hinterhältiger Kerl ist, während Lautner als gutherziger, weiser Mann gezeigt wird, doch wirkt dies niemals überzogen und die überzeugenden Leistungen der Darsteller sorgen dafür, dass man das Gefühl bekommt, dass die beiden Kontrahenten tatsächlich genau so gewesen sind, wie man sie hier zu sehen bekommt. Dadurch, dass der Film in Schwarzweiß gedreht wurde, wird bewusst auf Schaueffekte verzichtet - und gerade dadurch, dass das bei der Folter doch sehr umfangreich fließende Blut somit extrem nüchtern und sachlich dargestellt wird, wird der Film noch bedrückender und man kann sich eine Vorstellung davon machen, wie die Menschen die damalige Zeit wirklich erlebt haben. "Hexenjagd" ist kein unterhaltsamer Film, sondern fesselt allein dadurch, dass er eine unbeschönigte, undramatisierte Momentaufnahme der Hexenverfolgungen bietet, die im benachbarten Deutschland zu dieser Zeit bereits verboten worden waren.
Digitale Aufarbeitung:
"Hexenjagd" bietet angesichts des Alters des Films relativ gute technische Qualität. Der anamorphe Transfer des Schwarzweißfilms ist die meiste Zeit über ziemlich scharf und detailreich, nur in einigen Sequenzen gibt es Bildbereiche die etwas out-of-focus sind. Negativ fällt vor allem der leicht unruhige Bildstand auf, während die sich immer wieder mal zeigenden Dropouts und analogen Defekte nicht allzu sehr stören. Sowohl Kontrast als auch Schwarzwert liegen im guten Bereich. Der Ton liegt auf Deutsch und Tschechisch jeweils in Doppelmono vor und bietet erwartungsgemäß keinerlei Überraschungen. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich, beide Spuren klingen zudem relativ klar und sauber, ohne zu blechern oder dumpf zu wirken.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Fazit:
"Hexenjagd" bietet eine beklemmend realistische Darstellung der mitteleuropäischen Hexenprozesse des 17. Jahrhunderts und überzeugt durch hervorragende schauspielerische Leistungen und eine undramatisierte, nüchterne Erzählweise. Technisch bewegt sich die DVD dem Alter des Films entsprechend auf einem guten Niveau, Bonusmaterial ist allerdings nicht vorhanden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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102:23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Tschechisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Die Hexenjagd
Kladivo na carodejnic
Realistischer Film über die mitteleuropäische Hexenverfolgung
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Tschechoslowakei, 1970 Regie: Otakar Vávra Drehbuch: Otakar Vávra Darsteller: Elo Romancik, Vladimír Smeral, Sona Valentová, Josef Kemr, Lola Skrbková
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 08.10.2010
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