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DVD-Besprechung - Lange Nacht
Story:
Sechs junge Leute machen eine Radtour in die Wälder und wollen über Nacht campieren. Das alles wäre kein Problem, wenn da nicht eine bekannte Bande von Neo-Nazis wäre, die mit einen von ihnen noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Der Misshandelte kann fliehen, doch seine Flucht währt nicht lange, denn er trifft auf ein monströses Wesen, welches ihn verschlingt. Jeder der sich jetzt noch im Wald befindet, ist in akuter Lebensgefahr.
Meinung zum Film:
Amateurfilmer gibt es überall, auch im Osten der Republik und so kommt „Lange Nacht“ aus dem Potsdamer Raum. Es handelt sich um einen lupenreinen Amateurfilm und wer sich die Produktion ansehen möchte, der sollte schon etwas für dieses Genre übrig haben. Die Sets sind einfach gehalten und mitten in die Natur platziert, was den Vorteil hat, dass keine Kulissen mehr oder minder aufwändig gestaltet werden müssen. Mit dem Blick für das Detail kann aber schon erkannt werden, dass dort das eine oder andere passend arrangiert werden musste. Bei einem Blick auf die Schauspieler fällt auf, dass sie überwiegend schon Dreherfahrungen haben und vor allem eine Dame lässt den Zuschauer aufhorchen.
Es ist Isabelle Höpfner die als Kathleen „Kalle“ Konnopke in 37 Folgen von „Hinter Gittern – Der Frauenknast“ zu sehen war. Sie hebt sich merklich von den anderen in der Darstellung ab, wird aber erst spät in die Funktion der Hauptfigur befördert. Zunächst dümpeln die Charaktere relativ ziellos umher und der Zuschauer findet keine echte Bindung an das Ensemble. Das hätte besser gelöst werden können, ebenso die eine oder andere Szene. Da sticht z.B. ein Neo-Nazi auf Geheiß seines Anführers seinen eigenen Bruder ab, nur weil dieser schwul ist. Da wird das Klischee doch sehr strapaziert. Der Verletzte kann dann zudem noch einen erstklassigen Fluchtsprint hinlegen, obwohl er zwei schwere Stichverletzungen im Bauchraum erlitten hat. Es sei Regisseur und Co-Drehbuchautor Till Kleinert verziehen.
Was auch nicht so ganz glücklich wirkt, ist die Präsentation der monströsen Waldwesen. Sie tauchen einfach auf, ohne einen vorhergehenden Hinweis, worum es sich handelt. Diese Art erzeugt weniger Suspense und dafür mehr Verwirrung. Hinzu kommt, dass die Monstren ein wenig so tapsig wirken wie die Vogonen aus „Per Anhalter durch die Galaxies“ und zunächst erwartet der Zuschauer folgerichtig die zweitschlechteste Dichtkunst des Universums. Wird zunächst der Eindruck erweckt, dass sich nur um eine Kreatur handelt, so wird etwas später deutlich, dass das Gehölz nur so vor ihnen wimmelt. Sieht man von den diversen Unstimmigkeiten mal ab, dann laufen die doch stattlichen 92 Minuten recht flott ab. Was ebenfalls positiv auffällt, sind die guten unterschiedlichen Kameraeinstellungen, die für optische Abwechslung sorgen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild zeigt sich in völlig unterschiedlichen Qualitäten. Bei gut ausgeleuchteten Nahaufnahmen ist es scharf und zeigt sich in realitätsnahen Farben. Bei hellem Tageslicht wird es unscharf und schwammig, während bei vielen Nachtaufnahmen aus der Distanz einen sehr groben Eindruck hinterlässt. Von gut bis schlecht ist alles dabei. Ähnlich ergeht es dem Ton. Die ersten gesprochenen Worte bekommt der Zuschauer kaum mit, es sei denn er hat schon die Lautstärke recht hoch gesetzt. Dann kommen noch deutlich lauter die Nebengeräusche hinzu. Es entsteht zeitweise eine deutliche Disharmonie. Auch die Klarheit der Dialoge leidet und es klingt teilweise als kämen sie aus einem Nebenraum. Da gibt es, auch im Amateurbereich, deutlich bessere Tonspuren.
Rund zwölfeinhalb Minuten Laufzeit hat das Making Of und es ist recht informativ ausgefallen. Es gibt Eindrücke vom Dreh den Sets und den Umständen der Dreharbeiten. Zusätzlich gibt es noch den Originaltrailer, sowie die Option, den Hauptfilm mit einem Audiokommentar von Regisseur Till Kleinert, Produzent Bastian Hopfgarten und VFX-Supervisor Oliver Polich anzusehen.
Fazit:
Die deutsche Horrorproduktion „Lange Nacht“ ist zwar in Sachen Logik und Innovation nicht immer sattelfest, doch letztendlich kann sie den Zuschauer am Bildschirm halten. Wer preiswerte Nachwuchsfilme mag, der wird hier sicherlich seine kleinen Highlights finden und die vorhandenen Unstimmigkeiten „übersehen“. Die technische Seite sieht allerdings nicht so toll aus und sowohl Bild als auch Ton zeigen sich sehr unterschiedlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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92:01 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 |
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Untertitel:
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Englisch, Italienisch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Originaltrailer
- Audiokommentar
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Lange Nacht
Lange Nacht
Ambitionierter Amateurhorror mit verzeihbaren Fehlern
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2009 Regie: Till Kleinert Drehbuch: Till Kleinert, Aaron Craemer Darsteller: Isabelle Höpfner, Mandy Rudski, Leo Solter, Ketel Weber, Ulf Peter Schmidt
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 01.10.2010
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