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DVD-Besprechung - St. George und der Drache

Story:
Der Zauberer Lodac (Basil Rathbone) hegt einen alten Groll gegen den König (Merritt Stone) und entführt daher dessen Tochter Helene (Anne Helm). In einer Woche soll sie das Opfer eines Drachen werden, also muss sie natürlich vorher befreit werden. Dafür bietet sich Sir Branton (Liam Sullivan), Ritter des Königs an, doch auch George (Gary Lockwood), der Sohn einer Zauberin aus dem Wald, möchte sein Glück probieren. Doch die Sache ist nicht einfach, denn Lodac hat jede Menge Flüche und Verwünschungen ausgesprochen, die den Rittern ihr Abenteuer erschweren.

Meinung zum Film:
England, irgendwann im Mittelalter: Vor vielen, vielen Jahren ließ der König die Schwester des Zauberers Lodac wegen Hexerei verbrennen. Dies nahm ihm der Magier natürlich übel und so kommt er nun auf die Idee, dessen Tochter zu entführen. Gesagt, getan. Doch damit nicht genug. Das schöne junge Fräulein soll außerdem in sieben Tagen an einen Drachen verfüttert werden. In großer Verzweiflung schickt der König Sir Branton, einen seiner besten Ritter, los, um die Tochter aus der Hand des Zauberers und dem Schlund des Monstrums zu befreien. Doch es gibt noch jemanden, der sich auf den Weg macht, die holde Jungfrau zu retten: George, der adoptierte Sohn der im Wald lebenden Zauberin Sybil (Estelle Winwood, "Batman"). Der hat nämlich die Prinzessin schon seit einiger Zeit heimlich beobachtet und ist - genau wie Sir Branton - darauf versessen, sie zu heiraten.

Als Hilfsutensil hat George das magische Schwert Ascalon dabei, außerdem erwecken er und seine Mutter sechs tapfere Ritter aus alten Steinstatuen zum Leben: Sir Dennis von Frankreich, Sir Pedro von Spanien, Sir Patrick von Irland, Sir Anthony von Italien, Sir James von Schottland und Sir Ulrich von Deutschland. Diese Zahl von Männern kann George auch gut gebrauchen, denn Lodac hat den Weg mit sieben Flüchen belegt, sonst wäre es ja auch zu einfach. Und so müssen sich George und seine Gefolgsleute mit Riesen, Monstern, Sümpfen und anderen Plagen herumschlagen, bevor sie auch nur in die Nähe von Lodacs Unterschlupf kommen.

"Ascalon, das Zauberschwert" hat, entgegen dem Titel, der auf der DVD-Hülle zu lesen ist (komischerweise steht dann im DVD-Menü selbst "Das magische Schwert"), rein gar nichts mit der Legende um den Heiligen Georg zu tun. Vielmehr handelt es sich um ein Fantasy-Märchen, dessen hohen Trashanteil man direkt in der allerersten Szene zu spüren bekommt. Aufgrund der extremen Buntheit und der schon etwas albern wirkenden Pappmachéausstattung von Sybils magischer Küche fühlt man sich sofort an die "Batman"-Serie der 60er-Jahre erinnert. Und tatsächlich hat sogar Sybil-Darstellerin Estelle Winwood in mehreren Folgen der Serie die "Tante Hilda" der Queen of Diamonds gespielt. Doch trotz der extremen Trashdichte (so befindet sich Sybils Laboratorium in einer Höhle, die sich unter einer Art Falltür im Wald befindet, außerdem lebt sie mit einem Schimpansen und einem seltsamen doppelköpfigen Wesen zusammen) ist "Ascalon" kein schlechter Film. Besonders Zuschauer, die Märchen oder eben bunte Fantasyfilme mögen, werden hier auf ihre Kosten kommen. Die Handlung bewegt sich mit guter Geschwindigkeit voran und wird nicht langweilig, die Flüche, die auf die Helden warten, wirken zwar von der Ausstattung her teilweise etwas albern, aber sind unterhaltsam, und auch die darstellerischen Leistungen können überzeugen. Allen voran weiß natürlich der spürbar gealterte Basil Rathbone ("Sherlock Holmes") mit einer soliden Leistung als turbantragender Zauberer Lodac zu gefallen, aber auch Liam Sullivan füllt seine Rolle des Sir Branton interessant aus. Lediglich Gary Lockwood bleibt als George insgesamt etwas zu hölzern.

Digitale Aufarbeitung:
Das, was bei der DVD sofort auffällt, ist die Tatsache, dass das Bild extrem unscharf und schlecht aufgelöst wirkt, als ob man eine viel zu kleine Videodatei auf TV-Bild-Größe aufgezoomt hätte. Das trübt den Genuss des eigentlich ganz lustigen Films dann doch schon ziemlich. Zudem rauscht das Bild gelegentlich recht stark (die meiste Zeit aber nicht in unangenehmem Ausmaß) und der Kontrast ist minimal zu steil. Die Farben wirken der bonbonbunten Palette des Films angemessen. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch jeweils in Mono vor und bietet jederzeit klar verständliche Dialoge.

Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film.

Fazit:
"Sir George und der Drache" ist die DVD-Auswertung des Films "Ascalon, das Zauberschwert", der nicht wirklich etwas mit der Legende um den Heiligen Georg zu tun hat, aber sich dadurch wohl besser verkaufen lässt. Der Film selbst ist 60er-Jahre-Trash pur, bietet aber ein gutes Drehbuch und solide darstellerische Leistungen. Freunde von Märchen und Fantasy werden hier sicherlich ihre Freude haben. Die DVD hat vor allem mit einer extremen Unschärfe zu kämpfen und bietet kaum Bonusmaterial.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
77:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Trailer
St. George und der Drache - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ascalon, das Zauberschwert
The Magic Sword

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Unterhaltsames Trashmärchen aus den 1960ern


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1962
Regie:
Bert I. Gordon
Drehbuch:
Bernard C. Schoenfeld
Darsteller:
Basil Rathbone, Estelle Winwood, Gary Lockwood, Anne Helm, Liam Sullivan

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
24.09.2010