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DVD-Besprechung - Groupie - She will take care of the Band
Story:
Die Dark Knights geben ein Jahr nach einem misslungenen Feuerstunt mit verheerenden Folgen, nämlich einem Toten und vielen Verletzten, ihr Comeback als Rockband. Der Leadsänger Travis (Hal Ozsan) weigert sich allerdings hartnäckig erneut vergleichbar gefährliche Stunts in ihr Bühnenprogramm zu integrieren, was ihm Konflikte mit ihrem Manager Angus (Eric Roberts) beschert. Für Angus ist klar, dass diese Tour ohne ihr Markenzeichen nur ein Desaster werden kann. Aber Travis will davon nichts wissen und verliebt sich auch noch in den seltsamen Groupie Riley (Taryn Manning), die dadurch Zugang zum engsten Kreis der Band erhält.
Meinung zum Film:
In den 80er-Jahren war Mark L. Lester mit Filmen wie Arnold Schwarzeneggers „Phantom Kommando“, oder „Die Klasse von 1984“, ein Garant für leicht trashige, aber sehr unterhaltsame, actionhaltige und deftige B-Movies. Auch zu Beginn der 90er-Jahre zeigte er mit „Showdown in Little Tokyo“, in dem Dolph Lundgren („The Expendables“) und Bruce Lees Sohn Brandon („The Crow“) die Hauptrollen spielten, dass er sein Handwerk nach wie vor verstand. In den späten 90ern ging es dann aber qualitativ mit seinen Werken rapide bergab und im neuen Jahrtausend versank Lester mit Schundtiteln wie „Pterodactyl – Urschrei der Gewalt“ endgültig im tiefsten Videothekensumpf. Vier Jahre nach diesem vermeintlichen Tiefpunkt kehrt Lester nun mit dem Thriller „Groupie – She`ll take care of the Band“ zurück und ruiniert sich damit endgültig seinen Ruf im Filmgeschäft. Die erstaunlichsten Fakten zum Film sind dabei, dass erstens angeblich gleich drei Autoren an dem vorliegenden Nichts von Drehbuch gearbeitet haben sollen, und zum zweiten tatsächlich der gute Eric Roberts („Ambulance“) zu einem Mitwirken innerhalb dieses Machwerks genötigt werden konnte.
„Groupie“ ist ein Film ohne Qualitäten und ein billiger Schnellschuss ohne jede Spur von Herzblut, Professionalität, oder Einfallsreichtum. Das beginnt bereits damit, dass die Story keinen Höhepunkt und eigentlich nichtmal ein Ziel besitzt, und selbst die lediglich 70 Minuten Spielzeit extrem lang erscheinen lässt. Von Anfang an weiß selbst der fantasieloseste Zuschauer, wohin die Reise geht. Riley ist natürlich ein böses Mädchen, daher guckt sie wahrscheinlich auch so stoned, und will nah an die Band herankommen, um sich dafür zu rächen, dass bei dem missglückten Stunt eine ihr nahestehende Person zu Schaden kam. Das hört sich jetzt wie ein Spoiler an, liegt aber aufgrund des völlig verunglückten Drehbuchs von Beginn an offenkundig auf der Hand. Die einzigen offenen Fragen bleiben damit, wer eigentlich genau zu Schaden kam, wie die Racheaktion genau verlaufen soll, und wie es zu dieser schweren Persönlichkeitsstörung, der Wandlung zur berechnenden Killerin, bei Riley überhaupt kommen konnte. Die erste Frage wird gegen Ende beantwortet, erscheint aber dann bereits völlig belanglos, die zweite Frage kann treffend mit unspektakulär, unblutig und einfallslos beantwortet werden, und die dritte Frage wird erwartungsgemäß niemals auch nur wirklich thematisiert.
Jetzt könnte mancher Zuschauer vielleicht denken, der Film hätte ganz andere Qualitäten, immerhin ist da ja die hohe Altersfreigabe, und „Groupies“, das klingt ja nach Orgien im Backstagebereich. Aber weit gefehlt, der Film ist so erschreckend blutleer, da wäre eine FSK 16 schon sehr hoch gegriffen gewesen, die Freigabe dürfte die DVD vielmehr dem enthaltenen Trailer zum KJ-Film „Nine Dead“ zu verdanken haben. Orgien gibt es natürlich erst recht nicht, für Freunde des nackten Fleisches liegen mit viel Wohlwollen eineinhalb kurze Oben-ohne-Sequenzen vor. Gewalt gibt es aber im Film schon reichlich, nämlich gegen den Zuschauer. Die Story ist vorhersehbar, öde und ohne jede gute Idee bzw. intelligente Wendung, die Darsteller sind völlige Knallchargen, das Budget dürfte sich im niedrigen vierstelligen Bereich eingependelt haben, was auch nicht zu übersehen ist, und der Großteil der Spielzeit passiert einfach schlichtweg nur Belangloses, frei nach dem Motto, irgendwie kriegen wir die 70 Minuten schon voll. Dass aufgrund dieser Tatsache Spannung oder irgendeine Art von Unterhaltungsfaktor überall zu finden sind, nur nicht in diesem Film, erklärt sich dabei von selbst.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine gute Bildschärfe und natürliche Farben, allerdings wirkt das Bild nicht zuletzt aufgrund regelmäßiger Überstrahlungen etwas blass. Bildrauschen ist vorhanden, fällt aber nur bei Nachtszenen wirklich ins Gewicht. Kompressionsbedingtes Blockrauschen ist hingegen bei homogenen Flächen durchaus in störendem Ausmaß vorhanden. Die Tonspuren präsentieren sich allesamt sehr unspektakulär und frontlastig. Eine gute Verständlichkeit ist aber stets gegeben. Die deutsche Synchronisation ist hingegen kein Ruhmesblatt und bewgt sich tendenziell eher im unterdurchschnittlichen Bereich, was sich vor allem an der geringen Qualität der Sprecher festmachen lässt.
Auf der DVD befindet sich lediglich der englischsprachige Trailer zum Film. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Groupie“ ist nichts anderes als eine Beerdigung erster Klasse für den Regisseur Mark L. Lester und dementsprechend ein äußerst trauriger Anlass. Trotzdem gibt es für den Zuschauer keinen Grund, sich aus Solidarität in dieses personifizierte Leid namens „Groupie“ hineinzustürzen. Vielmehr sollte er sich angenehmeren Dingen zuwenden, wie beispielsweise dem Anlegen von Daumenschrauben, dem Ausfüllen der nächsten Steuererklärung, oder auch einfach dem nächsten Castortransport, der vor seinen Augen in eine strahlende Zukunft rollt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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75:55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Englischsprachiger Trailer
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Groupie
Groupie
Ein Fass ohne Boden, ein Drehbuch ohne Sinn, ein Film ohne Schauspieler, ein Thriller ohne Spannung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Mark L. Lester Drehbuch: Dana Dubovsky, Michael Feifer, Randall Frakes Darsteller: Taryn Manning, Hal Ozsan, Eric Roberts, Betsy Rue, Mitch Ryan, Michael Teh
Label :
WGF Verkaufsstart : 28.10.2010
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