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Blu-ray-Besprechung - Journey to Promethea

Story:
Nach vielen Jahren der Sklaverei durch den König Laypach (Billy Zane) konnte das Volk der Similianer endlich Hoffnung schöpfen, denn der tapfere junge Krieger Draden (Gabe Begneaud) stellte sich dem Tyrannen entgegen. Die Freiheit konnte er seinem Volk jedoch nicht bringen, allerdings ging sein Geist nach seinem Tod in den jungen Magnus (Sam Murphy) über, der die Similianer nun endgültig in das Land Promethea bringen soll, das ihnen als gelobte Heimat prophezeit wurde. Doch diese Aufgabe ist gar nicht so einfach für einen einfachen Bauernjungen.

Meinung zum Film:
Seit Jahren muss das Volk der Similianer durch die Wildnis ziehen, nachdem der einst siegreiche Stamm den Truppen des Königs Laypach unterlegen war. Doch ein junger Krieger names Draden lehnt sich gegen die Tyrannei auf und schafft es, mit seinem mächtigen Schwert an die tausend Männer des Königs zu töten. Doch dann wird er geschnappt und enthauptet - allerdings nicht bevor er noch seinem Volk versprechen kann, dass sein Geist auf einen Auserwählten übergehen und dieser dann die Similianer in das gelobte Land Promethea führen wird. Die Jahre vergehen und eines Tages kommt es dazu, dass der junge Magnus den Zug der Similianer verlässt, nachdem sein Vater von Männern des Königs getötet wurde. Im Wald trifft er auf den Jäger Ari (Louis Herthum), der früher anscheinend mal Soldat des Königs war, aber über seine Vergangenheit lieber schweigen will. Ari wird Magnus' Mentor und begleitet ihn auf dem Weg zum König, an dem sich Magnus rächen will. Doch dieser lässt bereits nach ihm suchen. Und auch die similianische Prinzessin Aria (Jessica Heap) will den Auserwählten ausfindig machen, denn sie hat das magische Schwert Dradens für ihn verwahrt ...

Wenn man das Covermotiv von "Journey to Promethea" sieht, lässt einen das erst mal auf einen ganz netten Fantasy-Historienfilm hoffen, doch sobald man die ersten paar Sekunden des eigentlichen Streifens gesehen hat, wird man schnell eines besseren belehrt. "Journey to Promethea" wirkt wie das Filmprojekt einer Schulklasse - und selbst die hätte es wohl besser hinbekommen. Hier stimmt leider rein gar nichts, was schon bei der alten Grundstory anfängt, die man in immer gleicher Form schon gefühlte tausend Mal gesehen hat - allerdings jedes Mal besser präsentiert als hier. Volk wird unterdrückt, ein prophezeiter Retter tritt ins Geschehen, um das Böse zu besiegen und seine Leute schließlich ins gelobte Land zu führen. Ja, das hört sich so klischeehaft und abgestanden an, wie es im Film dargestellt wird ... und wer sich für den Plot begeistern kann, wird das in der Bibel oder in "Star Wars" besser umgesetzt vorfinden. Auch die Dialoge bewegen sich auf einem entsprechenden Niveau, irgendwo zwischen belanglos langweilig und peinlich plump (etwa, wenn dem jungen Helden vorgeschlagen wird, er solle die Kuh melken, wie er es bei sich selbst gern möge). Zudem sollte man nach Logik gar nicht erst suchen, sonst wird man sich direkt daran stören, dass der König vor hundert Jahren die Similianer versklavte, aber heute immer noch lebt und wie Mitte vierzig aussieht.

Trotz des schlechten Drehbuchs könnte der Film theoretisch immer noch durch eine ansprechende Optik und / oder überzeugende Darsteller halbwegs interessant werden, doch auch das bekommt der Zuschauer hier nicht geboten. Der "Schulprojekt"-Eindruck wird durch die wackelige Kameraführung noch verstärkt, außerdem wirkt alles wie ein Homevideo, über das man einen extrem schlechten Farbfilter gelegt und den Kontrast künstlich hochgedreht hat. Die Kostüme lassen keinerlei Authentizitätsgefühl aufkommen: Da läuft der große Lehrmeister im Wald mit einem fein säuberlich maschinengenähten Hemd herum - und auch alle anderen Kleidungsstücke wirken wie gerade frisch aus einem modernen Kostümverleih geholt. Zusammen mit dem Makeup wirkt das noch alberner als sowieso schon. So gut wie jeder Darsteller außerhalb des Königshofs hat eine ziemlich auffällige künstliche Dreckschicht im Gesicht, manchmal sogar noch leicht verschmutzte Hosen, aber grundsätzlich strahlend weiße Hemden. Mitten im Wald, wohlgemerkt (da 99% des Films im Wald spielen). Da wundert man sich dann auch nicht mehr wirklich darüber, dass die "Ritter" glänzend polierte Edelstahlrüstungen auf dem Bauch tragen, aber mit nackten Armen herumlaufen. Zu guter Letzt passen sich dann leider auch noch die Darsteller diesem mehr als schwachen Gesamtbild an und schaffen es - wenig überraschenderweise - nicht, die grauenhaften Dialoge auch nur annähernd überzeugend zu vermitteln. Lediglich Billy Zane ("Titanic"),  bei dem man sich allerdings auch fragt, wie schlecht es ihm finanziell gehen muss, dass er bei diesem Film mitspielt, wirkt als böser König noch halbwegs charismatisch und liefert die einzige sich in einem mehr oder weniger guten Bereich bewegende Leistung ab, wenngleich relativ offensichtlich gelangweilt.  

Digitale Aufarbeitung:
Technisch gibt es an der Blu-ray wenig auszusetzen. Das Bild ist sehr klar, scharf und sauber, auch die Detailzeichnung weiß bei Nahaufnahmen zu gefallen. Da in HD aufgenommen wurde, ist keinerlei Hintergrundrauschen zu bemerken. Die nervenden Stilmittel des Films (hässlicher Farbfilter und leicht überdrehter Kontrast) darf man der Disc nicht anlasten. Kompressionsprobleme lassen sich nicht ausmachen. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD Master Audio 5.1 vor, die deutsche Fassung gibt es zudem in Stereo. Im Direktvergleich fällt auf, dass es sich bei der deutschen 5.1-Version anscheinend lediglich um einen Upmix der Stereofassung handelt, da diese komplett frontlastig bleibt, während der englische Originalton durch dezenten Einsatz der Rears eine durchaus angenehm räumliche Klangkulisse herstellt.

Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
"Journey to Promethea" ist ein durch und durch schlechter, billig gemachter und völlig unsehenswerter Film, dessen grausiges Drehbuch mit furchtbaren Dialogen eine Plotidee aufleben lassen will, die man schon zigmal in besserer Form umgesetzt gesehen hat. Auch die Darsteller wissen nicht zu überzeugen, lediglich Billy Zane liefert eine halbwegs solide Leistung ab. Von technischer Seite gibt es an der Blu-ray-Disc kaum etwas zu bemängeln, nur der nicht so gelungene deutsche 5.1-Ton und die fehlenden Extras stören.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
83:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Journey to Promethea - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Journey to Promethea
Journey to Promethea

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Unglaublich schlechter Fantasytrash mit Homevideo-Flair


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Dan Garcia
Drehbuch:
Dan Garcia
Darsteller:
Billy Zane, Sam Murphy, Jessica Heap, Louis Herthum, Scott Schwartz

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
28.10.2010