Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Bloodchamp
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Bloodchamp

Story:
Brick Bardo (Thom Matthews) will den Tod seines Bruders, eines Kickboxchampions, rächen. Dieser wurde ermordet, weil er wegen illegaler Absprachen bei Kämpfen vor einer Kommission aussagen wollte. Brick gelingt es, mit Hilfe seiner Partnerin Max (Marianne Taylor), die vier in Frage kommenden Verdächtigen in einer Arena in Las Vegas zu versammeln. Mike Johnson (Thunderwolf), Brent Caldwell (Dale Jacoby), Billy Munoz (Benny Urquidez) und Connie Angel (Hope Marie Carlton) sind zwar ebenfalls alle ehemalige oder amtierende Kickboxchampions, das hinter Brick allerdings nicht daran sich auf der Suche nach der Wahrheit einen nach dem anderen im Ring vorzunehmen.

Meinung zum Film:
"Bloodchamp" ist der zweite Ausgabe der "Eastern Sensation"-Reihe des Herstellers Voulez Vous nach "Die Unbesiegbare". Der Film erscheint im Rahmen dieser DVD-Veröffentlichung ebenfalls erstmals ungeschnitten in Deutschland. Regisseur Albert Pyun ("Invasion - Angriff der Körperfresser") ist vor allem als Urheber zahlreicher, sehr kostengünstig produzierter B- bzw. sogar C-Movies in den Bereichen Action/Science-Fiction und Fantasy bekannt geworden. Im Rahmen seiner Tätigkeit entstand eine große Masse filmischen Sondermülls, hin und wieder gelang es Pyun aber auch aus bescheidenen Mitteln effekttechnisch das Maximum herauszuholen und durchaus brauchbare Action auf die Beine zu stellen. Positive Beispiele in dieser Hinsicht sind beispielsweise "Cyborg" mit Jean- Claude Van Damme ("JCVD") oder "Mean Guns" mit Christopher Lambert ("Nirvana"). Auch dem Genre des Kampfsportfilms hat Pyun mit "Kickboxer 2 - Der Champ kehrt zurück", dem Sequel zu Van Dammes "Kickboxer", zumindest einen ordentlichen Beitrag hinzugefügt. "Bloodchamp" hat allerdings bereits nicht gerade eine vielversprechende Riege an Darstellern bzw. Kämpfern zu bieten. Der wohlklingendste Name der Mitwirkenden ist noch Benny Urquidez ("Der Powerman"), der als Karateweltmeister in verschiedenen Gewichtsklassen 27 Jahre lang als ungeschlagener Champion amtierte und auch in zahlreichen Filmen mit prominenten Vertretern des Genres in den Ring stieg.

Der Rest des schauspielerisch mehr als limitierten und kampftechnisch weitgehend unfähigen Casts lässt allerdings viele Fragen offen. Der anfängliche "Filmheld" Thom Matthews ist beispielsweise ein Unsympath vor dem Herrn und dürfte Charisma lediglich mit einer japanischen Mittelklasselimousine verwechseln, durfte aber immerhin im Verlauf seiner Karriere in insgesamt elf Pyun-Produktionen mitwirken. Brick Bardos Finalgegnerin Hope Marie Carlton ("Hard Ticket to Hawaii") qualifizierte sich als ehemalige Playboy-Playmate wohl ebenfalls nur wegen ihrer optischen Reize für eine Hauptrolle. Insgesamt dürfte "Bloodchamp" jedenfalls, was die Kosten angeht, sogar die meisten Amateurfilme unterbieten, denn er spielt sich größtenteils lediglich in einer leeren, schlecht ausgeleuchteten Arena nebst Ring, die sich in Las Vegas befinden soll, statt. Es wirkt beinahe so als wäre der Film in den Drehpausen von "Kickboxer 2" parallel produziert worden. Das Drehbuch steht hinter diesem Sparzwang keineswegs zurück und verzichtet auf eine ordentlich aufgebaute Geschichte sowie halbwegs ausgearbeitete Charaktere. Wer jedoch annimmt, dass aufgrund des Verzichts auf weitere Schauplätze und das wegrationalisierte Drumherum, wenigstens zahlreiche, brauchbare Kampfsequenzen vorliegen, sieht sich getäuscht. In den ersten 30 Minuten gibt es lediglich einen Kampf, aber auch über den gesamten Film werden es, großzügig betrachtet, nicht mehr als fünf.  

Gemeinsam ist all diesen Fightsequenzen eine extrem schwache Chroeographie, billigste Optik und das Zusammentreffen kampfsporttechnisch weitgehend unbedarfter Kontrahenten. Zudem sind diese Kämpfe für Brick Bardo als Verhörmethoden Mittel zum Zweck und es wird deutlich mehr dummes Zeug geredet, als überhaupt gekämpft. Zudem verlaufen fast alle Kämpfe total einseitig zu Gunsten Bardos, es handelt sich hier schon eher um Hinrichtungen, und lediglich Urquidez darf mal kurz seine Beweglichkeit andeuten. Dramaturgisch präsentiert "Bloodchamp" gegen Ende noch einen der lächerlichsten Plottwists der Filmgeschichte, außerdem wechseln alle Charaktere lustig zwischen gut und böse hin und her. Die Dialoge sind platt sowie peinlich und die rund 80 Filmminuten bis zu den Credits sind aufgrund der zähen, in die Länge gezogenen Erzählweise eine einzige Quälerei. Zudem foltert Pyun seine Zuschauer während der Kämpfe auch noch mit einem orientierungslos machenden Schnittgewitter von Kampfsequenzen, die oft mehrmals wiederholt eingespielt werden, und in dieser Reihenfolge überhaupt keinen abfolgeorientierten Zusammenhang erkennen lassen. Wieso der Film für den deutschen Markt geschnitten wurde und auch heute noch eine FSK 18 trägt, bleibt ebenfalls ein Rätsel, da der Film mehr als harmlos ausgefallen ist und keine wirklichen Härten aufweist.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD enthält den Film im Vollbildformat und offeriert den Film in bestenfalls durchschnittlicher Bildschärfe. Der Gesamteindruck wird aber vor allem durch die schwachen Kontrastwerte geschmälert, denn der Großteil des Films spielt sich in einer finsteren Arena ab. Hier verschwinden weite Teile des Bildes in der konturlosen Schwärze des Raumes. Gerade bei helleren Sequenzen, beispielsweise zu Beginn, fallen aber auch ein starkes Bildrauschen und diverse leichte Verschmutzungen sowie Bildfehler ins Auge. Die Farbgebung des Films wirkt ziemlich ausgewaschen und blass. Die deutsche Tonspur klingt zwar gut verständlich, aber auch relativ künstlich und etwas verzerrt. Zudem ist die Soundkulisse, z.B. bei den Kämpfen, einfach nur als erbärmlich zu bezeichnen und wirkt extrem schwach auf der Brust. Die deutsche Synchronisation ist ebenfalls ziemlich billig ausgefallen, was sich neben schwachen Sprechern auch in fehlerhaft übersetzten Begrifflichkeiten äußert. Die englische Origininaltonspur klingt allerdings auch kein bißchen hochwertiger.  

Auf der DVD befindet sich kein Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"Bloodchamp" ist der absolute Bodensatz des Kampfsportfilmgenres und selbst unter Berücksichtigung Pyuns schwächere Billigproduktionen ein Offenbarungseid sondergleichen. Die Discountoptik wirkt wenig anheimelnd, die Darsteller sind schauspielerisch unfähig und kampftechnisch talentlos, die Choreographie der wenigen Kämpfe ist eine einzige Katastrophe, während Story und Dramaturgie des Films weitgehend nicht vorhanden sind, aber in ein absolut peinliches Finale münden. Technisch ist die DVD ebenfalls kein Grund für Begeisterungsstürme, dürfte aber für Genrefans noch akzeptabel sein.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
81:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Bloodchamp - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Bloodchamp
Bloodmatch

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Peinlicher Billigmurks von "Sparfuchs" Albert Pyun


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1991
Regie:
Albert Pyun
Drehbuch:
K. Hannah
Darsteller:
Thom Mathews, Hope Marie Carlton, Marianne Taylor, Benny Urquidez, Dale Jacoby, Thunderwolf

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
01.10.2010