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DVD-Besprechung - Die Ritter des Reiches 3 - Der Sieger

Story:
Nachdem Andrzej Kmicic (Daniel Olbrychski) im Kampf schwer verwundet wurde, ist er nun wieder fit und bereit für neue Einsätze gegen die feindlichen Schweden. Andrzejs Einsatz ist auch bitter nötig, denn nun kommt es zur alles entscheidenden Schlacht um Polen. Auch der im Exil lebende König kehrt in sein Land zurück, doch ist bereits ein Anschlag auf ihn geplant. Andrzej muss alles daran setzen, seinen Herrn zu retten und endlich seinen Status als Geächteter loszuwerden. Denn nur dann kann ihm seine Geliebte Olenka (Malgorzata Braunek) wieder in die Augen blicken.

Meinung zum Film:
Andrzej Kmicic, ein junger, adliger Offizier, hat sich mit der Familie seiner Verlobten Olenka zerworfen, als er mal wieder seine raue und ungestüme Lebensweise nicht zügeln konnte. Durch eine Reihe unglücklicher Umstände kam es außerdem dazu, dass man ihn als Verräter ächtete, da er für Leute tätig war, die mit den feindlichen Schweden im Bunde stehen. Um seinen Namen wieder reinzuwaschen und seine Geliebte zurückzugewinnen, zog Andrzej unter falschem Namen in den Krieg gegen die schwedischen Angreifer, als diese 1655 in Polen einfielen. Das Gut der Familie Olenkas konnte er vor der Zerstörung bewahren und einen der Radziwills gefangen nehmen. Nun kommt es in "Der Sieger" zur alles entscheidenden finalen Schlacht und Andrzej schafft es, den König vor einem feindlichen Angriff zu retten. Damit wird auch endlich sein Name reingewaschen und er kann Olenka als ehrenhafter Mann, dem "Achtung und allgemeine Liebe" gebührt, entgegentreten.

"Der Sieger" ist der Abschlussteil einer Trilogie, zu der der über fünfstündige polnische Film "Potop" in Deutschland umgeschnitten wurde. "Potop" lief hierzulande ursprünglich als fünfteilige TV-Serie unter dem Titel "Sinftlut" und erschien später als Dreiteiler auf VHS. An den entsprechenden Kassetten orientierten sich dann auch die Titel der dieses Jahr veröffentlichten DVDs von WGF: "Die Barbaren kommen" (Mai 2010), "Die Belagerung" (Juli 2010) und nun "Der Sieger" (September 2010). Das Gesamtwerk "Potop" zählt zu den wichtigsten polnischen Filmen des 20. Jahrhunderts und wurde für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Es handelt sich dabei um die Adaption des gleichnamigen Romans "Potop" bzw. "Die Sintflut" von Literaturnobelpreisträger Henryk Sienkiewicz ("Quo Vadis?"). Mit über 25 Millionen Besuchern in seinem Heimatland ist er noch heute der erfolgreichste polnische Film aller Zeiten und setzte bei seiner Entstehung neue Maßstäbe für polnische Produktionen.

Filmisch ist "Potop" insgesamt - und damit auch "Der Sieger" - in jeder Hinsicht gelungen. Gedreht wurde mit nur einer einzigen Kamera, doch kamen über 400 Darsteller (plus Tausende Statisten) zum Einsatz, 23.000 Kostüme wurden geschneidert und Tausende Requisiten hergestellt. Die Kameraführung weiß zu gefallen und die Bilder geben oftmals die Stimmungen und Emotionen der einzelnen Figuren hervorragend wieder, was vom Score ebenfalls perfekt unterstützt wird. Die Schlachtszenen sind imposant und zählen sicherlich zu den besten der Filmgeschichte. Auch die darstellerischen Leistungen muss man loben. Besonders hervorzuheben ist hier natürlich Daniel Olbrychski (der jüngst erst in "Salt" zu sehen war) als Adrzej Kmicic. Er schafft es, den zum Teil sehr irrational handelnden Soldaten, der schnell zwischen einfühlsamer Liebe und rasenden Hassgefühlen hin und her schwankt, enorm glaubhaft darzustellen. Die Geschichte selbst - die, obwohl sie sich an die polnische Geschichte anlehnt, rein fiktionale Figuren enthält - ist ebenfalls beeindruckend und zeigt eine erstaunlich menschliche Seite des Kriegs und seiner Schrecken, wodurch der Film auch für Zuschauer interessant wird, die mit polnischer Geschichte eher weniger anzufangen wissen.

Digitale Aufarbeitung:
Leider wurde die Chance verpasst, dem Film für die DVD-Veröffentlichung eine Restaurierung zu spendieren, was sich an den zahlreichen analogen Defekten und Verschmutzungen zeigt. Die Schärfe weiß ebenfalls über weite Strecken nicht vollständig zu überzeugen. Hinzu kommen etwas zu blasse, aber noch natürliche Farben sowie ein leicht zu steiler Kontrast, der immer mal wieder Details verschluckt. Rauschen ist ebenfalls vorhanden, fällt aber nicht übermäßig negativ auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Polnisch in Mono vor. Die Dialoge sind jederzeit gut verständlich, allerdings klingt alters- und technikbedingt alles ziemlich dumpf und angestaubt.

Die DVD verfügt über ein Wendecover ohne FSK-Logo, Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
Mit "Der Sieger" liegt nun endlich auch der letzte Teil der gedrittelten deutschen Version des Films "Potop" komplett auf DVD vor. Die Inszenierung ist in jeder Hinsicht überzeugend, die Story ist außerdem selbst für Zuschauer interessant, die sich normalerweise nicht so sehr für Geschichte begeistern können. Technisch bewegt sich die DVD auf mittelmäßigem Niveau, da das Ausgangsmaterial aus dem Jahr 1974 nicht restauriert wurde. Bonusmaterial gibt es leider nicht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
101:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Polnisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Die Ritter des Reiches 3 - Der Sieger - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Ritter des Reiches: Der Sieger
Potop

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Abschlussteil des fünfstündigen polnischen Mammutwerks


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Polen, 1974
Regie:
Jerzy Hoffman
Drehbuch:
Jerzy Hoffman, Adam Kersten
Darsteller:
Daniel Olbrychski, Malgorzata Braunek, Tadeusz Lomnicki, Kazimierz Wichniarz, Wladyslaw Hancza

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
30.09.2010