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Blu-ray-Besprechung - Mein Vater, seine Frauen und ich

Story:
Barbara Lefay (Elisha Cuthbert) hat kein allzu gutes Verhältnis zu ihrem Vater Henry (Tim Allen). Zum Einen liegt das an seiner lockeren Einstellung zum Thema Ehe, zum Anderen aber auch an seiner Art, Problemlösungen immer auf sie abzuwälzen. Aus diesem Grund ist sie sich schon vor längerer Zeit weit weg von ihrer Familie gezogen und hat seitdem auch kaum noch Kontakt zu ihrem Vater. Als dieser jedoch bei einem Sportunfall im Urlaub ums Leben kommt, kehrt sie ihre kleine Heimatstadt zurück und sieht sich dort gleich mit Frauen ihres Vaters konfrontiert. Bei dem Trip gerät aber auch ihr eigene Beziehung zu Lloyd (Eric Christian Olsen) mächtig ist Wanken, nachdem sie ihre alte Jugendliebe Stevie (Chris Klein) zufällig wiedersieht.

Meinung zum Film:
„Mein Vater, seine Frauen und ich“ gehört auf den ersten Blick zu der Sorte Film, die sich über den Titel an den Erfolg anderer Filme dranhängen wollen. In diesem Fall wäre dies das Anknüpfen an die erfolgreichen Ben Stiller-Filme „Meine Braut, ihr Vater und ich“ und „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“. Im englischen Original heißt der Film „The Six Wives of Henry Lefay“, also „Die sechs Ehefrauen des Henry Lefay“. Howard Michael Gould („Mr. 3000 - Die letzte Chance“) hat sich als Drehbuchautor der Kultserie „Hör mal wer da hämmert“ einen Namen gemacht, schrieb für „Mein Vater, seine Frauen & ich“ aber nicht nur das Drehbuch, sondern führte nebenbei auch noch zum ersten Mal selbst Regie. Für die männliche Hauptrolle des Schwerenöters Henry Lefay konnte er mit Tim Allen („Born to be wild - Saumäßig unterwegs“) seinen Weggefährten aus alten „Hör mal wer da hämmert“-Zeiten gewinnen.

Aber auch in anderen Rollen ist der Film fast durchweg mit bekannten Gesichtern besetzt. Allen voran Elisha Cuthbert („24“) als Henrys Tochter Barbara, welche die zentrale Figur der Geschichte ist. Sie kommt zusammen mit ihrem langjährigen Freund Lloyd (Eric Christian Olsen / „Eagle Eye - Außer Kontrolle“), der ihr schon mehrfach erfolglos einen Heiratsantrag machte, nach längerer Abwesenheit zurück in ihr Heimatstädtchen. Hier hat sie Kontakt zu sämtlichen (Ex-)Frauen ihres Vaters, die sich untereinander in erster Linie durch immer weiter ausschweifenden Zickereien begegnen. Kate (Andie MacDowell / „...und täglich grüßt das Murmeltier“) ist die erste Frau von Henry und Barbaras Mutter, die lüsterne Ophelia (Jenna Elfman / „Dharma & Greg“) Ehefrau Nummer 2 und 4, Veronica die Frau zwischen den beiden Ehen (Paz Vega / „Spanglish“) sowie Teilhaberin an Henrys Elektronik-Kette, und Autumn (Lindsay Sloane / „Zu scharf, um wahr zu sein“) die aktuelle Ehefrau. Dazu gesellen sich dann noch die erste große Liebe Effa Devareaux (S. Epatha Merkerson / „Law & Order“) und die beinahe Ehefrau Nummer 6 Sarah Jane (Jenna Dewan / „Der Fluch - The Grudge 2“). In kleineren Rollen treten noch Chris Klein („American Pie“) als Barbaras Jugendliebe, Edward Herrmann („Gilmore Girls“) als Leichenbeschauer und Larry Miller („Kiss Kiss Bang Bang“) in einer kurzen aber nicht ganz unwichtigen Rolle auf.

Aber trotz des illustren Casts hat es Howard Michael Gould nicht geschafft, einen auch nur annähernd stimmigen und unterhaltsamen Film zu schaffen. Das größte Problem ist, dass er wild zwischen den Genres wechselt. Für ein Drama ist der Film viel zu albern, für eine Komödie viel zu ernst und für eine Tragikomödie fehlt ihm schlichtweg das Fingerspitzengefühl. Auf der glaubwürdigen Drama Seite agieren Barbara, ihre Freund Lloyd, ihrer Mutter Kate und Effa, mit etwas Abstand vielleicht auch noch Henry. Die restlichen Frauen im Film stehen für billigen Klamauk und verhalten sich meist hysterisch und zickig und präsentieren die Aktionen eines hirnlosen Klischee-Abziehbildes nach dem nächsten. Sie sind nicht mehr als nervige, intriganten Megazicken, die jede für sich den Albtraum eines jeden gut bürgerlichen Ehemannes darstellen dürften. Es gibt zwar durchaus die ein oder andere Szenen, die entweder ein wenig berührenden Tiefe aufzubringen versteht oder aber den einen oder anderen Gag, der durchaus zum Schmunzeln verleitet. Insgesamt ist die Mischung aber derart unausgewogen, dass das Filmvergnügen nur höchst selten wirklich durchscheinen mag.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist nicht sonderlich überzeugend und kommt nicht ganz an durchschnittliche Blu-ray-Qualität heran. Vor allem in Sachen Tiefenschärfe ist es enttäuschend ausgefallen. Die Farben wirken ein wenig ausgeblichen und abgedunkelt, was aber wohl zur Unterstützung der teils trostlosen Stimmung gewollt so gehandhabt wurde. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg gut zu verstehen, verirrt ist aber eher selten in den Surroundbereich.

Als Extra gibt es lediglich den Trailer zum Film.

Fazit:

„Mein Vater, seine Frauen und ich“ ist eine sehr unausgewogene Mischung, die ständig zwischen Drama, Komödie und Tragikomödie wechselt und es für den Zuschauer dadurch nahezu unmöglich macht, sich vom Geschehen unterhalten zu lassen. Regisseur und Drehbuchautor Howard Michael Gould hat es trotz des durchweg namhaften Casts nicht geschafft, zumindest einen halbwegs unterhaltsamen Film zu schaffen.



Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
95:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Mein Vater, seine Frauen und ich - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mein Vater, seine Frauen und ich
The Six Wives of Henry Lefay

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Weder Drama noch Komödie, sondern irgendwo im großen Unterhaltungs-Nichts


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Howard Michael Gould
Drehbuch:
Howard Michael Gould
Darsteller:
Elisha Cuthbert, Tim Allen, Eric Christian Olsen, Andie MacDowell, Jenna Elfman, Lindsay Sloane, Paz Vega, S. Epatha Merkerson, Jenna Dewan, Chris Klein, Edward Herrmann, Larry Miller, Barbara Barrie

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
15.10.2010