 |
DVD-Besprechung - Damals nach der DDR
Story:
Diese 4-teilige Dokumentation thematisiert die Zeit von der Wende über die Unterzeichnung des Einigungsvertrags bis in die ersten Einheitsjahre von 1993-1995. Zur Sprache kommt dabei Positives und Negatives. Dabei werden aktuelle Interviews mit Zeitgenossen durch kleinere Spielszenen aufgelockert und mit damaligem Bild- und Tonmaterial garniert.
Meinung zum Film:
„Damals nach der DDR“ wurde federführend von den öffentlich-rechtlichen Sendern MDR und RBB ins Leben gerufen und inszeniert. Gerade der MDR ist nun nicht dafür bekannt, allzu objektiv auf die DDR-Vergangenheit zu schauen, werden doch so einige Teile des MDR-Programms mit DDR-Verklärungsshows aufgefüllt. Dennoch ist diese Dokumentation, die sich in 4 Folgen mit einer rund jeweils 45-minütigen Laufzeit aufteilt, überwiegend objektiv und stets interessant und unterhaltsam ausgefallen.
Neben „einfachen“ Menschen von der Straße, die Interessantes zu erzählen haben, kommen auch prominente Politiker wie z.B. Lothar Späth zu Wort und bieten dem Zuschauer so ein rundes Bild aus allen Schichten der Bevölkerung. Lustigerweise kommt gleich in der ersten Folge Thilo Sarrazin in seiner Eigenschaft als damaliger Mitarbeiter des Finanzministeriums zu Wort und berichtet über das Begrüßungsgeld. Nach seinem Aufsehen erregenden Buch "Deutschland schafft sich ab" hätte man sicherlich einen anderen Gesprächspartner gewählt. Neben der Wirtschaft wird aber auch die große Politik thematisiert, so dass der interessierte Zuschauer einen schönen Rundumblick über die damaligen Geschehnisse erhält. Hauptaugenmerk bleibt jedoch immer bei der Bevölkerung und ihren Erlebnissen und bietet so einen etwas anderen Blickwinkel.
Auch heute noch kaum bekannte Fakten werden thematisiert. So gab es in der Wendezeit der DDR sage und schreibe 40 Neugründungen von Tageszeitungen, von denen es jedoch nur eine Handvoll in die heutige Zeit herüber geschafft haben. Etwas schade ist, dass die Doku dem Titel „Damals nach der DDR“ nicht ganz gerecht wird, denn die Hälfte der Episoden thematisiert die Zeit bis zur Einheit Deutschlands, erst zu Beginn der 3. Folge geht es dann um die Zeit nach dem 3. Oktober 1990. Nicht unter den Tisch gekehrt werden glücklicherweise auch die ostdeutschen Ausschreitungen gegen die vornehmlich vietnamesischen Ausländer, die in Hoyerswerda ihren Anfang nahmen und leider zur gesamtdeutschen Geschichte gehören. Alles in allem ist „Damals nach der DDR“ eine gelungene Doku, die viele Aspekte der Wiedervereinigung und der Zeit danach beleuchtet, wobei das Hauptaugenmerk nicht so sehr auf die große Politik, sondern auf den Mann auf der Straße gelegt wird.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kommt auf sehr gutem TV-Niveau daher und bietet keinen Anlass zum Klagen. Zeitgenössisches Material hat naturbedingt natürlich eine schlechtere Qualität. Der Ton in Dolby Digital 2.0 erfüllt seinen Hauptzweck, die Sprachverständlichkeit, sehr gut.
Extras sind keine vorhanden.
Fazit:
„Damals nach der DDR“ bietet über insgesamt 180 Minuten einen interessanten Blick auf die Zeit von der Maueröffnung bis zur Einheit, bzw. einige Jahre darüber hinaus. Dem Titel wird die Dokumentation dabei nicht ganz gerecht, denn die Hälfte der Serie thematisiert die Zeit bis zur Einheit. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Schicksal und die Ereignisse bei einfachen Menschen von der Straße, die Politik wird aber auch keinesfalls ausgespart. Die DVD-Qualität ist gut, leider gibt es keine Extras.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
4 Episoden a ca. 45 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Damals nach der DDR
Damals nach der DDR
Ausgewogener Blick auf die Bevölkerung in der Zeit von der Wende bis kurz nach der Einheit
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2010 Regie: Jan Peter Drehbuch: Jan Peter, Ariane Riecker, Ulrike Biehunek, Yury Winterberg Darsteller: div.
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 24.09.2010
|