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Blu-ray-Besprechung - Die Schöne und das Biest (Diamond Edition)

Story:
Wegen seiner Herzlosigkeit hat eine Hexe den einst scheinenden Prinzen in ein Biest verwandelt und seine Bediensteten mussten fortan als Kerzenständer, Teekannen oder Standuhr ihr Dasein im kalten Schloss fristen. Die einzige Möglichkeit den Fluch zu besiegen ist eine Frau zu finden, die sich in das Biest verliebt. Mit der lebensfrohen Belle verirrt sich diese Person in das Schloss, doch zunächst können dies nur die Angestellten erkennen, während das Biest ihr lange Zeit die kalte Schulter zeigt. Und die sanften Liebesknospen, die mit der Zeit auch beim ihm zu sprießen beginnen, drohen durch den eitlen Gockel Gaston gleich wieder zerdrückt zu werden. Denn dieser sieht sich selbst als einzig Würdigen an der Seite von Belle und überlässt dem Biest nicht kampflos das Feld.

Meinung zum Film:
„Die Schöne und das Biest“ ist die disneysche Version der gleichnamigen Geschichte der französischen Autorin Jeanne-Marie Leprince de Beaumont aus dem Jahre 1756, die schon vielfach in Realfilmen, u.a. von Jean Cocteau im Jahre 1946 verfilmt wurde. Doch was Gary Trousdale („Der Glöckner von Notre Dame“) und Kirk Wise („Der Glöckner von Notre Dame“) zusammen mit Drehbuchautor Roger Allers („Ein Königreich für ein Lama“) daraus schufen, ist einfach nur Magie. Ein Magie, die auch die Mitglieder der ehrwürdigen Academy erreicht hatte, da sie „Die Schöne und das Biest“ 1991 als ersten Animationsfilm in ihrer langen Geschichte als „Besten Film“ nominierten. Gewinnen konnte er die Trophäe nicht und musste sich dem „Schweigen der Lämmer“ geschlagen geben, aber alleine die Nominierung war schon eine kleine Sensation. Geklappt hat es mit einer Trophäe aber bei der „Golden Globe“-Verleihung, wo er in der Kategorie „Bester Film – Komödie oder Musical“ die Trophäe erringen konnte. Doch auch bei der Oscar-Verleihung ging man nicht ganz leer aus, da der Soundtrack und der Titelsong von Alan Manken („Aladdin“) jeweils die begehrte Trophäe erhielten. Später schaffte es der Film auch weltweit als Musical die Zuschauer zu verzaubern. Da Originaltexter Howard Ashman („Arielle, die Meerjungfrau“) zu der Zeit leider schon verstorben war, wurde er durch Tim Rice („Evita“) ersetzt, der den musikalischen Anpassungen Alan Mankens Worte verlieh.  

Die Welten von Belle und dem Biest sind zu Beginn vollkommen gegensätzlich. Egal wo Belle auch hinkommt, ist gute Laune zu spüren. Wenn Sie „Unsere Stadt“ singend durch ihr Dorf tanzt, geht nicht nur am Horizont die Sonnen auf, sondern gleichzeitig auch in den Herzen ihrer Mitmenschen und den Zuschauern. Ganz anders ist dies beim Biest, das in seinem immer mehr verkommenden Schloss den ganzen Tag über im Groll gegen sich und den Anderen durch die düsteren Gänge streift, und somit jeden Funken Heiterkeit und Freude schon im Keim erstickt. Doch auf Dauer kann auch er sich nicht dem bezaubernden Wesen Bells entziehen und lädt sie aus ihrem Gefängnis im Kerker zum Essen in den Saal ein. Und auf einmal schwappt die Lebensfreude Belles auch auf die Angestellten über. Zu dem mitreißenden Song „Sei hier Gast“ beginnen Dreiarmleuchter Lumière und Stehuhr Herr von Unruh einen angemessenen Rahmen für den Abend zu schaffen, der für sie die Rettung aus der verzweifelten Lage bedeuten könnte. Doch bis zur großen Feier am Ende, in der das Schloss wieder im großen Glanz erstrahlt, ist es noch ein weiter Weg. Wenn dann am Ende aber die ehemalige Teekanne Madame Pottine „Die Schöne und das Biest“ singt, dürfte nicht nur das versteinerte Herz des Biests ein für allemal erweicht worden sein, sondern auch das eines jeden Zuschauers. Während des Abspanns gibt es den Titelsong dann noch einmal präsentiert, diesmal gesungen von Celine Dion und Peabo Bryson. Manch einer dürfte sich auch diesen bis zum Ende anhören, selbst wenn er sonst immer die versteckten Gags beim Abstand verpasst, weil er mit dem Beginn der ersten Abspannzeilen die Disc schon auf dem Player hat.

Mit „Die Schöne und das Biest“ haben es die Macher geschafft, den Spagat zwischen Unterhaltung für das jüngere Publikum und inhaltlicher Tiefe für die Älteren in beispielhafter Weise zu schaffen. Die Jüngeren erfreuen sich durchweg an dem heiteren Rahmen, der immer wieder aufs Neue vorbildlich für sie bereitet wird, während die Älteren die tragische Liebesgeschichte zwischen Belle und dem Biest genießen. Die Moral des Films, Personen nicht alleine nach dem Äußeren zu beurteilen und hinter die oftmals schützende Fassade zu schauen, wird dabei für alle Altersgruppe ansprechend und verständlich verpackt. Verpackt wird auch die Geschichte und zwar in atemberaubend schönen Bildern, die zudem von einer Kameraführung begleitet werden, wie man sie selten zuvor in einem Animationsfilm bewundern durfte. Der Animationsstil bietet dabei einen sehr sanften und fließenden Übergang von der traditionellen Zeichenkunst Disneys, hin zum Computer animierten Trickfilm. CGI kommen nur zur Abrundung der Szenen und teils bei speziellen Effekten zum Einsatz, halten sich dabei aber meist im Hintergrund. Durch die liebevollen Animationen verschmelzen Bilder und Worte zu einer Einheit und beide für sich betrachtet würden schon über große Aussagekraft verfügen, bieten als Gesamtes dann ein großes Vergnügen für Augen und Ohren.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Diamond Edition von „Die Schöne und das Biest“ auf Blu-ray ist auf ähnlich fantastische Art und Weise gelungen wie der Film selbst. Es präsentiert sich in einem prächtigen Glanz und es ist kein bisschen übertrieben, die Detailfreude, die Farbbracht, die Schärfe und die Plastizität einer als Diamond-Edition betitelten Auflage mehr als würdig zu betrachten. Selbst pingelige Zeitgenossen dürften selbst bei intensiver Suche kein Haar in der Suppe finden. Auch der Ton steht dem Seherlebnis in nichts nach. Dieser liegt auch in Deutsch als neu abgemischte Deutsch DTS-HD High Resolution 7.1-Tonspur vor und sorgt durchgehend für ein sehr angenehmes Raumgefühl. In den Musical-Szenen gibt es dann richtig was auf die Ohren. Diese Blu-ray darf ohne jeden Zweifel in der obersten Referenzklasse angesiedelt werden, an der sich zukünftige Animationsfilme zu beweisen haben.

Als Extra gibt es bei der ersten Disc der Blu-ray-Edition drei Versionen des Films geboten: Die Original-Kinofassung von 1991 mit einer Laufzeit von rund 82 Minuten, die um 6 Minuten verlängerte Special-Edition-Fassung, sowie die unfertige Fassung, die zum Teil nur aus Storyboard-Zeichnungen besteht. Wer bei einmal sehen nicht genug von Belle, dem Biest und ihren Freunden kriegen kann, der hat hier noch mindestens zwei weitere Gründe, sich noch einmal in die phantasievolle Welt zu begeben. Ein weiterer Anreiz ist der Audiokommentar der Regisseure Kirk Wise und Gary Trousdale, Produzent Don Hahn und Komponist Alan Menken. Auf der zweiten Disc befindet sich dann das weitere Bonusmaterial. Dort gibt es zusätzliche Szenen, einen alternativen Anfang, sowie ein Musikvideo und weitere klassische DVD-Extras, die schon auf der DVD-Special-Edition aus dem Jahr 2002 vorhanden waren. Doch Disney wäre nicht Disney, wenn man nur alt bekanntes Material bei ihren Diamond-Editionen aufwärmen würde. So wurden auch frisch angefertigte Extras mit dazu gepackt, die alles andere als Alibi-Funktionen haben und unter „Backstage Disney“ zu finden sind. In einem wird die „nie erzählte Geschichte zur Entstehung“ des Films aufgerollt (51 Minuten), dann folgt ein Extra zum erfolgreichen Broadway-Musical (12 Minuten) und ein drittes Extras widmet sich der preisgekrönten Musik des Films (19 Minuten). Auf der dritten Disc gibt es schlussendlich noch einmal die drei Filmversionen auf DVD zusammen mit ein paar abgespeckten Extras der Blu-ray.

Fazit:
„Die Schöne und das Biest“ ist einer der ganz großen Werke aus dem Hause Disney, das in einem Atemzug mit Klassikern wie „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ genannt werden kann. Wunderschöne Zeichnungen, ein voller Ohrwürmer steckender Soundtrack und zahlreiche liebevoll gezeichneten Charaktere sorgen für allerhöchsten Genuss beim Sehen dieses Meisterwerks. Selten zuvor wurden große und kleine Filmfreunde gleichermaßen wunderbar unterhalten. Die Blu-ray-Fassung der Diamond-Editon setzt dabei in technischer Hinsicht Maßstäbe, die oberste Referenzklasse darstellt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
91:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD High Resolution 7.1
DTS-HD High Resolution 7.1
Englisch
DTS-HD High Resolution 7.1
DTS-HD High Resolution 7.1
Italienisch
DTS 5.1
DTS 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit den Regisseuren Kirk Wise und Gary Trousdale, Produzent Don Hahn und Komponist Alan Menken
  • Backstage Disney Diamond Edition
  • Filmmusik für einen Klassiker - Ein musikalisches Gespräch mit Alan Menken, Don Hahn und Richard Kraft  
  • Zusätzliche Szenen
  • Familienspaß
  • Das Broadway Musical
  • Musik und mehr
  • Musikvideo
  • Disney sing - a - long
  • Die Schöne und darüber hinaus: nie erzählte Geschichten zur Entstehung von Die Schöne und das Biest
  • Das Disney Entdecker Spiel: Eine zauberhafte musikalische Herausforderung
  • Die Geschichte hinter den Disney Meisterwerken
  • Die Schöne und das Biest Musikvideo (Celine Dion & Peabo Bryson)
  • Erste Präsentationen
  • Alternative Version zu „Sei hier Gast"
  • Alternative Filmmusik zu „Die Verwandlung"
  • Zusätzlicher Song „Mensch wieder sein"
  • Animation
  • Animationstest
  • Entwürfe und Reinzeichnungen
  • Die Verwandlung: Bleistiftversion
  • Kameratest
  • Trailer und TV-Spots
Die Schöne und das Biest (Diamond Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Schöne und das Biest
Beauty and the Beast

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Einer der größten Klassiker aus dem Hause Disney, endlich im blauen Schein der Blu-ray


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1991
Regie:
Gary Trousdale, Kirk Wise
Drehbuch:
Brenda Chapman, Burny Mattinson, Brian Pimental, Joe Ranft, Kelly Asbury, Chris Sanders, Kevin Harkey, Bruce Woodside, Tom Ellery, Robert Lence (basierend auf der Geschichte von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont)
Darsteller:
-

Label Deutschland :
Disney DVD
Verkaufsstart Deutschland :
04.11.2010