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Blu-ray-Besprechung - Fantasia (2-Disc Special Edition)

Story:
„Fantasia“ ist eine Vermischung von bekannten Werken aus der klassischen Musik mit der Fantasie aus dem Hause Disney. Zu Klängen der Werke von Johann Sebastian Bach, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Paul Dukas, Igor Strawinski, Ludwig van Beethoven, Amilcare Ponchielli, Modest Mussorgski und Franz Schubert bewegen sich unter anderem mystische Wesen, furchterregende Dämon und Mickey Mouse als neugieriger Zauberlehrling auf dem Bildschirm.

Meinung zum Film:
„Fantasia“ war der dritte abendfüllende Spielfilm der Walt Disney Studios, der in den Kinos zu sehen war. Beim ersten abendfüllenden Spielfilm „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ unkten die Kritiker noch im Vorfeld, dass ein Animationsfilm ganz sicher keinen Erfolg in den Lichtspielhäusern haben könnte. Nun unkten sie, dass die Vorstellung eines abendfüllenden Animationsfilms nach Art der Silly Symphonies, also Cartoons, die lediglich mit klassischer Musik unterlegt waren, nun aber wirklich nicht funktionieren kann. Und auch hier bewiesen sich die kritischen Stimmen im Vorfeld als grundlegend falsch. „Fantasia“ gehört mit seiner künstlerisch wertvollen Verschmelzung von Bild und Ton zu den Klassikern des Animationsfilms und wurde 1942 bei den „Academy Awards“ mit einem Ehren-Oscar® für seine außergewöhnliche Leistung bei der Verbesserung im Einsatz von Ton im Film geehrt. Auch Komponist Leopold Stokowski und seinem Orchester wurde ein Ehren-Oscar® verliehen, da sie nach Ansicht der Academy eine einzigartige Leistung durch das Schaffen einer neuen Form der Visualisierung von Musik geschaffen hatten und dadurch die Sichtweise auf den Film als Unterhaltungsform um eine Art von Kunst erweitern konnten.

 Zu den bekanntesten Sequenzen des Films dürfte der unterhaltsame Auftritt von Mickey Mouse als Zauberlehrling zählen. Darin wird das bekannte Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe und die daraus resultierende Vertonung durch den französischen Komponisten Paul Dukas aus dem Jahre 1897 visualisiert. Ursprünglich war Zwerg Seppel aus „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ für diesen Part angedacht, doch Walt Disney sah darin eine Chance, Mickey Mouse, seiner an Popularität verlierenden Figur frischen Wind zu verleihen. So wurde aus der dünnen Maus, wie sie sie seit „Steamboat Willy“ bekannt war, eine rundlichere, insgesamt freundlicher wirkende Figur mit größerer Ausdruckskraft. Anfangs war der „Zauberlehrling“ nur als üblicher Kurzfilm gedacht, was aber auf Grund des Umfangs des Beitrages jeden Kostenrahmen mehr als nur gesprengt hätte. So kamen Leopold Stokowski und Walt Disney auf die Idee, einen abendfüllenden Beitrag zu schaffen, indem sie weitere Kurzfilme bestehend aus klassischen Klängen und fantasievollen Visualisierungen anfügten. Der finanzielle Erfolg blieb zunächst jedoch aus und führte die Walt Disney Studios wegen der hohen Produktionskosten nahe an den Ruin. Erst über die Jahre erkannte auch das Publikum die außergewöhnliche Klasse des Films, was Wiederaufführungen in den Kinos und Heimkino-Veröffentlichungen belegen. Dabei wurde der Film in verschiedenen Schnittfassungen gezeigt und auch die Orchesteraufnahmen wurden für die Wiederaufführung im Kino 1982 komplett neu eingespielt. Für das Heimkino-Release 1990 wurde dann aber der Originalton komplett restauriert.  

Die Stimmungen der einzelnen Sequenzen in „Fantasia“ fallen recht unterschiedlich aus. In der zum Schluss gezeigten Episode zu Franz Schuberts „Ave Maria“ geht es sehr besinnlich zu. Die Würde und Stimmung des berühmten Liedes wird wunderbar durch verhüllte Gestalten getragen, die zu flackerndem Kerzenlicht durch einen dunklen Wald in das Morgengrauen wandern. Bombastisch geht es zu in Modest Mussorgsks „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“, in der ein riesiger Feuerdämon, für dessen Animationsstudien niemand geringerer als Bela Lugosi die Disney Studios besuchte, die Toten aus ihren Gräbern holt. Doch auch der gewohnte Charme und Witz aus Disney-Werken kommt insgesamt nicht zu kurz. Neben dem bereits erwähnten Zauberlehrling wird auch in Pjotr Iljitsch Tschaikowskis „Nussknacker-Suite Op. 71a“ eine wunderbar schön anzusehende Visualisierung der vier Jahreszeiten geboten. Von tanzenden Pilzfamilien bis hin zum Blumenballet wird hierbei einiges für Augen und Ohren aufgeführt. Selten zuvor ist es so gut gelungen, die Klänge klassischer Musik in einem so zeitlosen und beeindruckenden Glanz zu präsentieren. Ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Digitale Aufarbeitung:
Während Bild und Ton beim zeitgleich erschienenen „Die Schöne und das Biest“ oberste Referenzklasse darstellt, müssen bei „Fantasia“ leichte Abstriche gemacht werden. Dies liegt natürlich in erster Linie mit daran, dass der Film mittlerweile 70 Jahre auf dem Buckel hat, was sich auch durch aufwendige Restauration nicht ganz verschleiern lässt. Trotzdem merkt man der Blu-ray klar an, dass hier sehr großer Wert auf ein tolles Bild gelegt wurde. Die sehr farbenfrohen Bilder wurden dabei immer im Rahmen des jeweiligen Zeichenstils bearbeitet, was zu einem sehr zufriedenstellenden und werksgetreuen Ergebnis führte und einer Blu-ray absolut angemessen ist. Der Originalton aus den 40er-Jahren wurde ebenfalls restauriert und es fehlt lediglich ein wenig an den Höhen, was aber höchst wahrscheinlich selbst mit allergrößten Mühen nicht ausgemerzt werden kann. Auf Deutsch liegt der Ton im DTS 5.1-Format vor, lediglich der englischen Tonspur wurde eine DTS-HD Master Audio 7.1-Kodierung gegönnt. Die Unterschiede dürften aber nur sehr audiophile Menschen heraushören können. Die Musik bietet ein sehr weitläufiges Stereospektrum auf uns sorgt für großen Hörgenuss.  

Was das Bonusmaterial anbelangt, so kann sich diese Veröffentlichung ebenfalls sehen lassen. Im Audiokommentar kommen zunächst Disney Historiker Brian Sibley, Walt Disney (Archiv-Tonaufnahmen), Roy E. Disney, Dirigent James Levine, Animations-Historiker John Canemaker und Film-Restaurator Scott MacQueen zu Wort und erzählen aus ihrer Sicht über den Klassiker. Daneben gibt es auch noch Archiv-Aufnahmen mit Walt Disney zu sehen. Eine interaktive Kunstgalerie sowie ein Besuch im Familien-Museum der Disneys gehören ebenso in den Extras-Bereich. Zusätzlich liegt auch noch die DVD-Fassung des Films im Combo-Pack mit bei.

Fazit:
„Fantasia“ ist ein großes Erlebnis für Augen und Ohren. Die fantasievolle Visualisierung klassischer Musik ist beeindruckend gut gelungen und präsentiert mit Mickey Mouse als Zauberlehrling einen der größten Momente der beliebten Figur aus dem Hause Disney. „Fantasia“ bietet den richtigen Rahmen um abzuschalten und sich kulturell wertvoll unterhalten zu lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,33:1
1,33:1
123:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Arabisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
DTS-HD High Resolution 7.1
DTS-HD High Resolution 7.1
Griechisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
DTS 5.1
DTS 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Disney Historiker Brian Sibley, Walt Disney (Archiv-Tonaufnahmen), Roy E. Disney, Dirigent James Levine, Animations-Historiker John Canemaker und Film-Restaurator Scott MacQueen.
  • Das Schultheiss-Notizbuch: Ein Disney-Schatz
  • Interaktive Kunstgalerie
  • Disneys Familien-Museum
Fantasia (2-Disc Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fantasia
Fantasia

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Klassische Musik in einer zeitlosen Präsentation - Disney und Stokowski haben mit "Fantasia" nachweislich einen Evergreen geschaffen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1940
Regie:
James Algar, Samuel Armstrong, Ford Beebe, Norman Ferguson, Jim Handley, T. Hee, Wilfred Jackson, Hamilton Luske, Bill Roberts, Paul Satterfield, Ben Sharpsteen
Drehbuch:
Joe Grant, Dick Huemer, Joe Grant, Dick Huemer, Lee Blair, Elmer Plummer, Phil Dike, Sylvia Moberly-Holland, Norman Wright, Albert Heath, Bianca Majolie, Graham Heid, Perce Pearce, Carl Fallberg, William Martin, Leo Thiele, Robert Sterner, John McLeish, W
Darsteller:
Leopold Stokowski

Label Deutschland :
Disney DVD
Verkaufsstart Deutschland :
04.11.2010