Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Fantasia 2000 (2-Disc Special Edition)
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Fantasia 2000 (2-Disc Special Edition)

Story:
„Fantasia 2000“ ist eine Vermischung von bekannten Werken aus der klassischen Musik mit der Fantasie aus dem Hause Disney. Zu Klängen der Werke von Ludwig van Beethoven, Ottorino Respighi, George Gershwin, Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, Camille Saint-Saëns, Paul Dukas, Edward Elgar und Igor Strawinski werden Naturschauspiele, die Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre und Donald Duck als Disneys Version von Noahs Helfer auf der Arche gezeigt.

Meinung zum Film:
1940 entstand mit „Fantasia“ ein ganz außergewöhnliches Projekt, das von der Academy mit einem Ehren-Oscar® gewürdigt wurde, aber erst mit der Zeit auch das Publikum so recht in seinen Bann ziehen konnte. Rund 60 Jahre später kam im Jahre 1999 „Fantasia 2000“ heraus, wo nahtlos das Konzept seines berühmten Vorgängers aufgenommen wurde und erneut eine Visualisierung berühmter Musikstücke aufbot. Ein Wiedersehen gab es dabei mit der wohl bekanntesten Episode des Originals, in der Mickey Mouse frei nach einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe und einer Vertonung durch den französischen Komponisten Paul Dukas nicht auf seinen großen Lehrmeister hören wollte und eine Kompanie Besen zum Leben erweckte, damit diese die mühevolle Arbeit für ihn erledigten. Allerdings blieb nicht alles beim Alten. So wurde der Sprecher aus „Fantasia“ diesmal durch mehrere Anmoderationen ersetzt, die allesamt durch Prominente vorgetragen wurden. Dazu gehören Steve Martin, Itzhak Perlman, Quincy Jones, Bette Midler, James Earl Jones, Eric Goldberg, Penn und Teller, sowie Angela Lansbury. Mickey kam die Ehre zu Teil, seinen „Zauberlehrling“-Beitrag selbst vorstellen zu dürfen. Die Änderung ist allerdings ein wenig sehr gewöhnungsbedürftig und erscheint meist ziemlich aufgesetzt. Der Präsentationsrahmen beim originalen „Fantasia“ eindeutig besser geeignet, um auf die einzelnen Sequenzen einzustimmen.  

Eine Ehre wurde im Millennium-Fantasia Donald Duck zuteil, der diesmal seinen großen Auftritt hat, zusammen mit seiner Herzensdame Daisy. Zu den Klängen von Edward Elgars „Pomp and Circumstance Marches – Märsche 1, 2, 3 und 4“ ist er der Gehilfe von Noah auf dessen Arche und muss sich dafür einsetzen, dass die vielfältige Tierwelt die Sintflut überlebt. Das Lied dürften viele mit Großbritannien und den Royals in Verbindung bringen, da dieses, seitdem Edward VII. es sich für seine Krönungsfeierlichkeit aussuchte, zum Kulturgut des Landes zählt und zusammen mit dem später hinzugefügten Text „Land of Hope and Glory“ zu den inoffiziellen Hymnen des Landes zählt. Die Musik und die Bilder stimmen im Verlauf zwar nicht immer so ganz überein, was aber spätestens am Ende wieder vergessen sein dürfte. Durch die pompösen Klänge beim Marsch von der Arche schafft es selbst der gewohnt tollpatschige Donald nicht, die Erhabenheit dieses Momentes durch seine Missgeschicke zu stören. Eine weitere Geschichte wird in einer leicht abgewandelten Version von Christian Andersens Märchen „Der standhafte Zinnsoldat“ erzählt, zu der das „Klavierkonzert Nr. 2 in F-Dur op. 102“ von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch zu hören ist. Das Märchen war bereits als möglicher Kandidat für den ersten „Fantasia“-Film im Gespräch, wurde mangels eines passenden Musikstücks aber nicht umgesetzt. Die Geschichte kommt in der jetzigen Umsetzung jedoch nicht ganz ohne Längen daher und das abgeänderte Ende gegenüber dem Märchen dürfte auch nicht ganz im Sinne von Herrn Andersen sein.

In Sachen beeindruckender Bilder gibt es diesmal zu Igor Strawinskis „Feuervogel Suite“ den Kampf einer Frühlingsfee geboten, die sich gegen einen alles verzehrenden Gegner zur Wehr setzt, der das blühende Land in eine düstere Ebene verwandelt. Als Höhepunkt gibt es hier einen riesigen Feuervogel zu sehen, der alles um sich herum zu verschlingen droht. Klanglich anders als sämtliche Beiträge erscheint George Gershwins weltberühmter „Rhapsody in Blue“, die neben klassischen Elementen deutliche Jazz-Spuren vorzuweisen hat, die das Klangbild nachhaltig prägen. Diese Prägung wird auch optisch unterstützt, da das präsentierte New York während der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts auch die Gefühle des Jazz vermitteln. Der Zeichenstil, der an den berühmten US-Karikaturisten Al Hirschfield angelehnt wurde, hebt sich recht deutlich von den anderen Beiträgen der beiden Filme ab. Doch auch wenn diese Sequenz ein wenig aus der Art geschlagen erscheinen mag, ist die Präsentation der Stimmung des wuseligen New Yorks und der tiefen Depressionen in perfekter Harmonie aus Bild und Ton gelungen. Zusammen mit der Feuervogel Suite ist sie sicherlich bei den außergewöhnlichen Beiträgen der beiden „Fantasia“-Filme einzuordnen. Insgesamt erreicht „Fantasia 2000“ aber sicherlich nicht die Klasse des Originals. Dies liegt zum Einen an den deutlich schlechteren Anmoderationen und zum Anderen an den rarer gesäten „Wow“-Momenten. Aber trotzdem ist „Fantasia 2000“ weit davon entfernt langatmig zu sein. Auch hier wird gehobene Unterhaltungskost im kunstvollen Rahmen geboten, die man sich zumindest einmal angesehen haben sollte.

Digitale Aufarbeitung:
60 Jahre liegen zwischen „Fantasia“ und „Fantasia 2000“, dementsprechend darf man bei der Bildqualität einen Unterschied erwarten und dieser ist auch zu erkennen. Das Bild ist hervorragend und weiß in allen Episoden zu überzeugen. Es zeigt aber auch wie gut der Vorgänger restauriert wurde, denn die Unterschiede sind wirklich nur in den feinen Details und den scharfen Konturen zu finden und sprechen somit im Vergleich noch einmal für die erstklassige Arbeit der Verantwortlichen bei der Restaurierung des Originals. Da hier die „Zauberlehrling“-Sequenz enthalten ist, gibt es auch im Film selbst die Möglichkeit eines direkten Vergleichs, da diese Episode natürlich in der Qualität bei den anderen nicht ganz mithalten kann. Der deutsche Ton in DTS 5.1 steht dem Bild in keiner Weise nach, kommt aber mit etwas mehr Druck und Räumlichkeit als bei ersten „Fantasia“ daher. Klassik-Fans werden von der Tonabmischung sicherlich begeistert sein.

Das Bonusmaterial widmet sich, abgesehen vom Audiokommentar mit Roy E. Disney, Dirigent James Levine und Produzent Don Ernst, in erster Linie zwei Projekten, die es nicht auf die Kinoleinwand geschafft haben: „Musicana“ und „Destino“. Bei „Musicana“ handelt es sich um das geplante Nachfolgeprojekt von „Fantasia“, das nicht umgesetzt werden konnte und „Destino“ war ein Kurzfilm, den Disney zusammen mit dem Künstler Salvatore Dali realisieren wollte. Dieser Beitrag stellt mit gut 82 Minuten Laufzeit in etwa das Herzstück des Bonusmaterials dar und abschließend gibt es auch noch die fertiggestellte Version von „Destino“ als weiteres Extra auf der Blu-ray zu sehen.

Fazit:
„Fantasia 2000“ ist eine angemessene Fortsetzung des Klassikers aus dem Jahre 1940. Die prominenten Moderatoren wirken teilweise etwas fehl am Platze und der sehr hohe Standard des Vorgängers konnte auch nicht ganz erreicht werden. Doch das Ergebnis ist immer noch überdurchschnittlich und das Konzept, klassische Musik beindruckend zu visualisieren, wurde erneut beeindruckend umgesetzt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
73:57 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Arabisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
DTS-HD High Resolution 7.1
DTS-HD High Resolution 7.1
Griechisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
DTS 5.1
DTS 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Arabisch, Deutsch, Englisch, Griechisch, Italienisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Roy E. Disney, Dirigent James Levine und Produzent Don Ernst.
  • Musicana
  • Dali & Disney: Wie Destino entstand
  • Destino
Fantasia 2000 (2-Disc Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fantasia 2000
Fantasia 2000

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine gelungener Nachfolger zum Klassiker "Fantasia", der sich aber deutlich hinten anstellt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1999
Regie:
James Algar, Gaëtan Brizzi, Paul Brizzi, Hendel Butoy, Francis Glebas, Eric Goldberg, Don Hahn, Pixote Hunt
Drehbuch:
Eric Goldberg, Joe Grant, Perce Pearce, Carl Fallberg, Gaëtan Brizzi, Paul Brizzi, Brenda Chapman, Elena Driskill, Irene Mecchi, David Reynolds
Darsteller:
Steve Martin, Itzhak Perlman, Quincy Jones, Bette Midler, James Earl Jones, Eric Goldberg, Penn und Teller, Angela Lansbury, Mickey Mouse

Label Deutschland :
Disney DVD
Verkaufsstart Deutschland :
04.11.2010