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DVD-Besprechung - Red Hill
Story:
Constable Shane Cooper (Ryan Kwanten) lässt sich wegen seiner schwangeren Frau aus der Großstadt tief in die Provinz, genauer in die Kleinstadt Red Hill, versetzen. Mit seinem neuen Vorgesetzten Old Bill (Steve Bisley) ist aber von Anfang an nicht gut Kirschen essen und als plötzlich der verurteilte Mörder Jimmy Conway (Tom E. Lewis) aus dem Gefängnis ausbricht, zweifelt niemand in dem kleinen Örtchen daran, dass es ihn direkt nach Red Hill führen wird. Kurz darauf bricht die Hölle über Red Hill herein und statt eine ruhige Kugel schieben zu können, geht es für Shane fortan nur noch ums nackte Überleben.
Meinung zum Film:
„Red Hill“ ist das Langfilmdebüt des Australiers Patrick Hughes („Signs“), der bisher nur durch preisgekrönte Kurzfilme und Werbespots auf sich aufmerksam machte. Er übernahm hier nicht nur die Regie, sondern schrieb auch das Drehbuch, übernahm die Rolle des Editors und ging zur Sicherung der unabhängigen Finanzierung des Films hohe persönliche Risiken ein. Die australische Produktion wurde mit geringem Budget in lediglich 40 Tagen abgedreht, kann aber trotzdem einige bekannte, einheimische Darsteller in den Hauptrollen aufbieten. Ryan Kwanten („Dead Silence“) ist schon länger in den USA gut im Geschäft, was vor allem seinem Mitwirken in HBOs Vampirdramaserie „True Blood“ geschuldet ist. Mit an Bord sind auch noch Steve Bisley („Einsatzkommando Seewölfe“), der als Mel Gibsons Partner Jim Goose in „Mad Max“ bekannt wurde, und Tom E. Lewis („Die Ballade von Jimmie Blacksmith“). „Red Hill“ war in diesem Jahr in Deutschland auf der 60. Berlinale, in der Kategorie Panorama, und auf dem Fantasy Filmfest auf der großen Leinwand zu sehen.
„Red Hill“ präsentiert sich vordergründig als Neo-Western, genauer als Rachewestern, beinhaltet aber auch Elemente des Copdramas und altgediente Strickmuster des Slasher-Genres. Die Stadt Red Hill ist dabei als sehr effektiv gewählt, bietet sie doch einerseits den typischen, klassischen Look einer kleinen Westernstadt, andererseits aber auch reizvolle Panoramaaufnahmen einer sehr naturbelassen wirkenden Umgebung. Diese Kleinstadtidylle wandelt sich jedoch schon sehr bald und die Stadt präsentiert sich zunehmend eher als Vorort der Hölle. In dieser Hinsicht präsentiert sich der Film bereits früh als sehr atmosphärisches Werk, was durch den effektiven Einsatz der musikalischen Kulisse und der Soundeffekte weiter unterstrichen wird. Inhaltlich wird Shane Cooper als Außenseiter recht abrupt ins Geschehen hineingeworfen, wird durch fehlendes Hintergrundwissen schnell zum Spielball der Elemente und gerät zwischen alle Fronten. Diese Herangehensweise wirkt sich dramaturgisch sehr vorteilhaft aus und ermöglicht es dem Zuschauer die Geschehnisse direkt mit den Augen der Hauptperson zu sehen. Leider gerät die Erzählweise bei aller handwerklichen Präzision mit zunehmender Filmdauer auch immer konventioneller. Schon recht bald erblickt der Zuschauer auch das menschliche Antlitz des Killers und kann sich sehr gut ausmalen, welche Rolle Cooper am Ende zu erfüllen haben wird. Darunter leidet die Spannung aber glücklicherweise nicht allzu sehr, da der Film alleine schon durch seine bedrohliche Stimmung immer wieder punkten kann und kleine Nadelstiche im Nervenkostüm des Betrachters hinterlässt.
Die Hauptfigur des Shane Cooper trägt zudem ein persönliches Trauma in Bezug auf Schusswaffen mit sich herum, was natürlich stark handlungsrelevant ist und wie die Hintergründe der Schwangerschaft seiner Frau die Dimension des Copdramas ausfüllen. Jimmy Conway hingegen, ein zernarbter, durch eine furchtbare Brandwunde im Gesicht entstellter, bedrohlich aussehender, äußerst schweigsamer, australischer Ureinwohner würde jedem Slasher zur Ehre gereichen und wohl auch einem Freddy Krueger böse Albträume bereiten. Dementsprechend werden auch seine Kills aufbereitet, die zwar trotz der hohen Altersfreigabe keineswegs auf ein plakatives Blutbad abzielen, ihm aber durchaus eine Art übermenschlicher Präsenz verleihen und auch im Hinblick auf das effektiv angewendete Mordwerkzeug ein hohes Maß an keineswegs unblutiger Abwechslung beinhalten. Die dominierende Personenkonstellation, mit einer Art Dreiecksbeziehung ist, strukturell sehr effektiv gewählt und wird auch aufgrund des durchgängig überzeugenden Spiels der drei Hauptdarsteller zu einem äußerst nervenaufreibenden Erlebnis.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD offeriert eine gute Bildschärfe, natürliche sowie kräftige Farben und ausgewogene Kontrastwerte. Das Bildrauschen ist für einen neueren Film allerdings ziemlich stark ausgefallen und ist besonders in dunklen Szenen auffällig. Die deutsche und englische Dolby-Digital-5.1-Tonspuren bieten nicht nur eine einwandfreie Verständlichkeit und eine atmosphärische musikalische Untermalung, sondern auch sehr effektiv eingesetzte direktionale Effekte, z.B. bei Schusswechseln, und einen insgesamt sehr druckvollen Sound, beispielsweise bei einer Verfolgungsjagd zweier Autos. Die deutsche Synchronisation ist sehr hochwertig ausgefallen.
Im Bonusmaterial auf der DVD finden sich zunächst deutsch untertitelte Interviews mit Cast & Crew (31:05). Die Gesprächspartner sind Regisseur Patrick Hughes (12:29), Produzent Al Clark (6:05) und die beiden Hauptdarsteller Ryan Kwanten (5:02) sowie Tom E. Lewis (7.28). Leider hat aber lediglich Hughes einige interessante Hintergrundinformationen zum Film zu bieten, während die anderen nur den eigenen Film loben oder Inhalte wiedergeben. Das deutsch untertitelte Feature “Hinter den Kulissen” (9:43) kann leider auch nicht überzeugen und gewährt lediglich einen kleinen Einblick in die Dreharbeiten und in die Entstehung von Conways Maske. Den Abschluss der Extras bilden der deutsche Trailer und eine kleine Fotogalerie mit Filmszenen.
Fazit:
„Red Hill“ ist ein gelungener Neo-Western im Gewand eines Selbstjustizfilms, der zudem Elemente des Copdramas und Slashers in sich vereint. Auch wenn die Geschichte tendenziell eher konventionell verläuft und nichts wirklich Neues bietet, gelingt die Gewichtung der einzelnen Filmelemente äußerst präzise und atmosphärisch hochwertig, weshalb es „Red Hill“ gelingt eine äußerst stimmungsvolle Bedrohungskulisse zu entfalten, was nicht zuletzt auch dem kultverdächtigen Auftritt des Racheengels Jimmy Conway geschuldet ist. Technisch weiß die DVD dieses niedrig budgetierten Films durchaus zu überzeugen, das Bonusmaterial ist allerdings eher mäßig ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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93:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interviews mit Cast & Crew
- Hinter den Kulissen
- Deutscher Trailer
- Fotogalerie
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Red Hill
Red Hill
Der Tod reitet durch die Straßen von "Red Hill" und in der Hölle ist noch jede Menge Platz...
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2010 Regie: Patrick Hughes Drehbuch: Patrick Hughes Darsteller: Ryan Kwanten, Steve Bisley, Tom E. Lewis, Claire van der Boom, Christopher Davis, Kevin Harrington
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 09.12.2010
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