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DVD-Besprechung - Die Hamburger Krankheit
Story:
In Hamburg wird vermutlich von einem Frachtschiff eine tödliche Seuche eingeschleppt, die sich über Prostituierte rasend schnell verbreitet. Eine handvoll Leute tut sich zusammen und flüchtet aus der Quarantäne und reist quer durch Deutschland, um das Geheimnis der Krankheit zu ergründen und vor ihr zu flüchten.
Meinung zum Film:
Die „Hamburger Krankheit“ ist eine 1979 von Peter Fleischmann („Dorotheas Rache“) inszenierte Utopie über eine plötzlich ausbrechende, rätselhafte Seuche, die schnell Tausende von Todesopfern fordert. Bemerkenswert ist nicht zuletzt die Darstellerriege, die sich hier ein Stelldichein gegeben hat. So gibt es den Theaterschauspieler Ulrich Wildgruber („Heimatabend“) zu sehen, sowie Moderator Peter von Zahn als Senator. Weitere Gastrollen werden von Althippie Rainer Langhans und Schlagersängerin Evelyn Künneke als Wirtin bestritten. Für die richtige Stimmung sorgt der Elektronik-Soundtrack von Jean-Michel Jarre („Oxygene“).
Die apokalyptische Stimmung in Hamburg kurz nach Entdeckung der Krankheit wandelt sich schnell, als eine Gruppe von 4 Leuten sich auf die Reise quer durch Deutschland macht, immer auf de Flucht vor der Krankheit. Ein querschnittsgelähmter Hippie, ein Würstchenverkäufer, ein Professor und eine junge Dame bilden das illustre und ungleiche Team, das schon bald Probleme untereinander bekommt. Die Stimme der Vernunft wird von Sebastian (Helmut Griem, „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“), seines Zeichens Professor, verkörpert. Ganz das Gegenteil davon ist der Rollstuhlfahrer Ottokar (Fernando Arrabal), den man gelinde gesagt als durchgeknallt bezeichnen kann. Nachdem sich die Gruppe im Laufe der Zeit kurzfristig etwas vergrößert, spaltet sie sich später auf und geht getrennte Wege. Später trifft man sich dann mit geänderter Konstellation wieder, somit wird der Fokus nie ganz auf eine einzige Bezugsperson reduziert.
Die Endzeitstimmung wird dem Zuschauer zwischendurch immer mal wieder vergegenwärtigt. Massiver Polizei- und später auch Bundeswehreinsatz auf den Straßen und die Verhängung des Ausnahmezustands wirken bedrohlich und realistisch. Etwas schade ist nur, dass der Film im Mittelteil etwas an Fahrt verliert. Das kann man jedoch verzeihen, die „Hamburger Krankheit“ hat auch so viel zu bieten. Eine Menge offensichtliche Gesellschaftskritik und nicht zuletzt eine Handlung mit stets ungewissem Ausgang. Diesen zu unrecht vergessenen Katastrophenfilm sollte sich der geneigte Filmfan durchaus mal ansehen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist im Großen und Ganzen ok. Die Farben wirken zuweilen knallig und die Schärfe ist, bis auf wenige, nicht weiter störende Ausnahmen, ebenfalls gut. Kleinere altersbedingte Verschmutzungen können das Sehvergnügen nicht trüben. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 hat eine gute Dialogverständlichkeit.
An Extras gibt es den einstündigen Dokumentarfilm „Herbst der Gammler“ aus dem Jahr 1968 von Regisseur Peter Fleischmann. Dieser kommt in einem aktuellen Interview-Feature persönlich zu Wort und erinnert sich an die „Hamburger Krankheit“. Abgeschlossen werden die Extras mit einer Bildergalerie und Zeichnungen von Jean-Claude Carriere mit gemalten Szenenfotos aus dem Film.
Fazit:
„Die Hamburger Krankheit“ ist ein zu unrecht vergessener, deutscher Katastrophen-Film mit gelungener Endzeitstimmung. Lediglich im Mittelteil hängt der Film etwas durch, das lässt sich aber durchaus verschmerzen. Die DVD-Qualität ist gut, die Extras sind interessant gestaltet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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109:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Dokumentarfilm "Herbst der Gammler"
- Interview mit Regisseur Peter Fleischmann
- Bildergalerie
- Szenenbilder von Jean-Claude Carriere
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Die Hamburger Krankheit
Die Hamburger Krankheit
Verstörende Endzeit-Utopie aus deutschen Landen
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deuutschland, 1979 Regie: Peter Fleischmann Drehbuch: Peter Fleischmann Darsteller: Helmut Griem, Fernando Arrabal, Carline Seiser, Tilo Prückner, Ulrich Wildgruber
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 02.12.2010
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