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Blu-ray-Besprechung - Coco Chanel & Igor Stravinsky
Story:
Paris im Jahr 1913, die Premiere des Stücks "Le sacre du printemps" von Igor Strawinski (Mads Mikkelsen) steht kurz bevor. Doch was sich alle als weltbewegendes Spektakel erhoffen, wird zu einem waschechten Skandal. Schon nach wenigen Minuten der Aufführung sind die ersten empörten und belustigten Stimmen aus dem Publikum zu hören und nur mit Mühe und Not gelingt es, die Aufführung überhaupt zu Ende zu führen. Komponist Strawinski ist schockiert und deprimiert, doch zumindest einer Zuschauerin hat sein Stück gefallen: Coco Chanel (Anna Mouglalis). Als sich die beide einige Jahre später treffen, kommt es dazu, dass er samt seiner Familie im Haus der nun berühmten Modeschöpferin einzieht ... woraufhin sich zwischen den beiden eine Affäre entwickelt.
Meinung zum Film:
Paris am 29. Mai 1913. Wir befinden uns im Théâtre des Champs-Élysées und ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: Nur noch wenige Minuten sind es, bis "Le sacre du printemps" - "Die Frühlingsweihe" - seine Welturaufführung erleben wird. Komponiert wurde das progressive Tanztheaterstück von Igor Strawinski (Mads Mikkelsen, "Casino Royale") und er ist es auch, den wir gleich zu Beginn des Films sehen. Kurz befindet er sich noch etwas nervös in der Garderobe, doch dann betritt er den Konzertsaal und begibt sich unter das Publikum. Die nächsten Stunden werden über Erfolg und Ruhm oder Spott und Schande entscheiden ... und bereits nach wenigen Augenblicken deutet sich an, dass Strawinski mit seinem Stück zwar tatsächlich Ruhm erlangen wird - doch nicht unbedingt auf die Art, die er sich erhofft hat, denn dieser Ruhm basiert letztlich auf einer Menge Spott und Häme, den diese Premiere zu spüren bekommen soll. Das Publikum der Zeit ist weder für das ungewöhnlich hohe Fagottsolo direkt zu Beginn des Stücks bereit noch für die sehr befremdlich wirkende Choreografie, die erfundene heidnische Riten darstellen soll. Sogleich bricht belustigter und empörter Lärm auf den Rängen aus und nur der eisernen Beherrschtheit des Dirigenten ist es anzurechnen, dass die Vorstellung überhaupt zu Ende geführt werden kann.
Strawinski ist durch diesen Skandal natürlich am Boden zerstört - doch eine Zuschauerin gab es, der das Stück sehr gut gefallen hat und die von Strawinskis Talent überaus beeindruckt war: Coco Chanel (Anna Mouglalis). Bevor die beiden allerdings aufeinandertreffen, vergehen sieben Jahre. Chanel ist mittlerweile reich und berühmt geworden und begegnet in Paris dem veramten Strawinski, der vor der Revolution aus Russland geflohen ist. Sie lädt ihn ein, sich mit seiner Familie in ihrer Villa einzuquartieren, was der Komponist gerne annimmt. Während seine Frau (Yelena Morozova) in dem neuen Übergangszuhause ihre schwere Lungenkrankheit auskurieren kann und auch die vier Kinder dort gut aufgehoben sind, nimmt Strawinski die Gelegenheit wahr, seinen "Sacre du printemps" zu überarbeiten. Und schon bald kommt es, wie es kommen muss - die knisternde Spannung zwischen Strawinski und Chanel, die sich bereits bei seinem Einzug in der Villa angedeutet hat, führt über kurz oder lang zu einer Liebesaffäre der beiden.
Inhaltlich setzt "Coco Chanel & Igor Stravinsky" ziemlich direkt nach den Ereignissen des kurz zuvor entstandenen Films "Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft" an. Wo Audrey Tautou die spätere Modedesignerin noch eher recht konservativ-brav darstellte, scheint allerdings Anna Mouglalis' ("Gainsbourg") Verkörperung bzw. das auf wahren Tatsachen beruhende Drehbuch zu "Coco Chanel & Igor Stravinsky" etwas mehr der wirklichen späteren Persönlichkeit der Chanel-Gründerin zu entsprechen. Gefühlskalt, streng und unnahbar zeigt sich die Diva und genau diese Kälte in der sonst so heißen Leidenschaft der beiden wird für Strawinski schnell zur Qual, zumal er auch nie ganz von seiner Frau loskommt. "Coco Chanel & Igor Stravinsky" fängt den kurzen Zeitraum, den die beiden Künstler in ihrem Leben miteinander verbracht haben, visuell durchaus gelungen ein, wenngleich der Film oft dazu neigt, das Gezeigte zu überstilisieren und den Zuschauer mit einer etwas sprunghaften Optik zu verwirren. Allerdings hat Regisseur Jan Kounen ("Blueberry und der Fluch der Dämonen") ein großes Problem: Die aufwühlende 20-minütige Darstellung der Aufführung von "Le sacre du printemps" gleich zu Beginn stellt in jeder Hinsicht den Höhepunkt des Films dar und macht es für die spätere Handlung schwer, daran anzuknüpfen. So bleibt der Rest von "Coco & Igor" dann im Endeffekt auch eine etwas langwierige Geschichte über eine Ehekrise, problematische Liebe und den Wandel der Zeit, die es leider nicht schafft, auch nur einem dieser Themengebiete wirklichen Tiefgang zu verleihen. Zu sehr vertieft sich Kounen darauf, die Ekstase von Strawinski und Chanel aus allen möglichen Perspektiven zu zeigen und verliert dadurch das eigentliche Psychogramm aus den Augen, das sich hier in Ansätzen durchaus andeutet.
Digitale Aufarbeitung:
Der Transfer von "Coco Chanel & Igor Stravinsky" zeigt sich extrem klar und sauber und bietet natürliche Farben. In Nahaufnahmen fällt zum Teil eine hervorragende Detailzeichnung auf, auch insgesamt bewegt sich die Schärfe durchgehend auf einem hohen Niveau, wenngleich es einige wenige Szenen gibt, die etwas weich erscheinen. Bildrauschen tritt nur in dezentem Ausmaß auf, allerdings macht sich unangenehmerweise hin und wieder Blockrauschen bemerkbar (z.B. auf Strawinskis Pullunder). Der Ton liegt auf Französisch und Deutsch in dts-HD Master Audio 5.1 vor und bietet jederzeit klar verständliche Dialoge sowie eine sauber abgemischte Hintergrundmusik. Genrebedingt ist alles sehr frontlastig, die Umgebungsgeräusche erzeugen aber einen angenehmen Raumklang.
Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie ein rund 25-minütiges Making Of, das darauf fokussiert, wie Cast & Crew die Thematik des Films angehen, und einige Behind-the-Scenes-Aufnahmen zeigt.
Fazit:
"Coco Chanel & Igor Stravinsky" lässt im ersten Teil der Handlung viel erhoffen. Die Darstellung der skandalösen Premiere von "Le sacre du printemps" ist wirklich gelungen und sehenswert. Doch leider schafft es der Rest der Story dann nicht mehr, daran anzuknüpfen, und verliert sich in langwierig-langweiligen und größtenteils nichtssagenden Szenen ohne Tiefgang. Technisch leistet sich die Blu-ray so gut wie keine Schwächen, das Bonusmaterial hätte allerdings etwas umfangreicher sein können.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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118:49 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Französisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Coco Chanel & Igor Stravinsky
Coco Chanel & Igor Stravinsky
Relativ belangloser Film nach überzeugendem Anfang
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2009 Regie: Jan Kounen Drehbuch: Chris Greenhalgh Darsteller: Anna Mouglalis, Mads Mikkelsen, Yelena Morozova, Natacha Lindinger, Grigori Manoukov
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 29.10.2010
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