Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  14 Blades
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - 14 Blades

Story:
Qinglong (Donnie Yen) ist der Anführer der Jinyiwei, den sogenannten kaiserlichen Gardisten in Brokat, den treuesten Leibwächtern des Kaisers, die mit überragenden kämpferischen Fähigkeiten gesegnet wurden. Zudem trägt ihr Anführer die sogenannten 14 Klingen stets in einer Kiste bei sich, dabei handelt es sich sowohl um Geheimwaffen, als auch um zeremoniellen Zwecken dienende Artefakte. Trotz seiner Treue zum Kaiser wird Qinglong jedoch selbst zum Gejagten, als er in eine Intrige des höfischen Eunuchen Jia und des abtrünnigen Prinzen Qing (Sammo Hung) hineinstolpert. Fortan gilt es für Qinglong das kaiserliche Jadesiegel mit seinem Leben zu schützen und so die Umsturzpläne von Qing zu durchkreuzen.

Meinung zum Film:
Der in Hongkong arbeitende Regisseur Daniel Lee machte zuletzt vor zwei Jahren mit dem historischen Schlachtenepos „Three Kingdoms – Der Krieg der drei Königreiche“ auf sich aufmerksam, das jedoch gerade in Bezug auf die Handlung sowie die Charaktere ziemlich enttäuschte. Sein neuestes Werk, „14 Blades“, das seine Deutschlandpremiere auf dem Fantasy FilmFest 2010 feierte, ist eine Art Hommage an den klassischen Wuxia-Film. Wieder einmal entspinnen sich vor pseudohistorischem Hintergrund, der Ming-Dynastie, Ränkespiele und Intrigen, während in dieser Welt offensichtlich die Gesetze der Physik aufgehoben wurden und auch die Magie ihren Platz findet. Typischerweise hat auch hier der männliche Held eine tragische Kindheit durchlaufen, denn er wurde als Waise zur Kampfmaschine gedrillt, in den Reihen der Verschwörer spielt ein machtgieriger Eunuch eine tragende Rolle, und es gibt mit der „Gang der Himmelsadler“ auch eine Gruppierung Gesetzloser mit reinen Herzen, die sich letztendlich mit der Sache der Guten solidarisiert. Für die Kämpfe zeichnet der Choreograph Ku Huan-Chiu verantwortlich, der in dieser Funktion bereits an Filmen wie „The Warlords“ oder Gordon Chans „Fist of Legend“ beteiligt war. In der männlichen Hauptrolle agiert mit Donnie Yen („The New Big Boss“) eines der profiliertesten Gesichter des Hongkong-Kinos, sein weibliches Pendant bildet die attraktive und nicht nur in China extrem populäre Vicki Zhao Wei („Mulan – Legende einer Kriegerin“). Der Altmeister Hongkongs, Sammo Hung („Killzone SPL“), hat im Film zudem ein paar kleinere Szenen, bestreitet allerdings keine Kampfsequenzen.

Eine Hommage an ein bestimmtes Genre oder einen bestimmten Film wird immer dann problematisch, wenn sie keine eigenen Akzente setzt, sondern lediglich altbewährte Ingredenzien halbherzig zu einem neuen Film vermischt. Regisseur Daniel Lee, der auch wieder maßgeblich am Drehbuch beteiligt war, hat leider gegenüber „Three Kingdoms“ nicht wirklich viel dazugelernt. „14 Blades“ präsentiert sich weitgehend nach klassischem, aber auch abgedroschenem Schema. Der Held gerät zu Unrecht in Misskredit, muss vom Hof des Kaisers fliehen, wird fortan von diversen finsteren Häschern gejagt und schließlich, auch um den Preis des eigenen Lebens, in einer finalen Konfrontation seine Ehre wiederherstellen und den Tag respektive den Kaiser retten. Dabei plätschert der gesamte Film eintönig und wendungsarm vor sich hin und hat mit Donnie Yen auch noch einen Hauptdarsteller installiert, der zwar für herausragende Kampfkunst im Hongkong-Kino steht, jedoch als Darsteller auch aufgrund seiner eher hölzernen Mimik niemals das Charisma besaß, alleine einen Film zu tragen. An seiner Seite ist Vicki Zhao Wei zwar nett anzusehen, wird aber offensichtlich in erster Linie als Love Interest ausgebeutet und dient außerdem noch als Yens Partner für ein paar halbherzig eingeflochtene Comedy-Einlagen.  

Zumindest die Kampfszenen sollten aber angesichts der Mitwirkung von Donnie Yen und Ku Huan-Chiu normalerweise für die schwache Story und die eindimensionalen Charaktere entschädigen. Aber weit gefehlt, auch hier kann der Film nicht wirklich punkten. Zunächst handelt es sich hier natürlich vor allem um Wire-fu-Kampfsequenzen, unter extrem starker Verwendung von Drähten, gepaart mit zahlreichen unrealistischen Flugsequenzen. Leider sind diese Kämpfe aber einerseits extrem hektisch geschnitten, während sie andererseits immer wieder durch überflüssige Zeitlupeneinlagen komplett ihrer Dynamik beraubt werden. Nicht nur Donnie Yen hat schon Choreographien von ganz anderem Kaliber auf die Beine gestellt und letztendlich wird hier bestenfalls Genredurchschnitt erreicht. Eine weitere herbe Enttäuschung sind die CGI-Effekte des koreanischen NEXT Visual Studio, die in keinster Weise den heutigen Stand der Technik widerspiegeln, und ähnlich wie eine „Schaukelpferdstunteinlage“ zu Beginn, phasenweise regelrechtes Fremdschämen beim Zuschauer hervorrufen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von „14 Blades“ scheint nachträglich digital mit Filtern bearbeitet worden zu sein, eine Maßnahme, die der Bildqualität leider nicht wirklich geholfen hat. Zwar wurde dadurch offensichtlich das Bildrauschen minimiert, bei der Schärfe gingen aber auch einige Details verloren, was sich in gröberen Strukturen äußert. Als weitere Folgeerscheinung sind besonders bei Gesichtern oder der Kleidung der Charaktere an den Rändern grieselige Artefakte, quasi als Doppelkontur, sichtbar. Auch die Kompression zeigt Schwächen und sorgt für einige Unruhen. Die Farbgebung wurde offensichtlich ebenfalls einigen stilistischen Anpassungen unterzogen, wirkt aber durchaus kräftig. Gerade bei dunkleren Innensequenzen hinterlassen die Kontrastwerte einen guten Eindruck, lediglich bei hellen Freiluftsequenzen kommt es zu leichten Überstrahlungen. Alle drei Tonspuren punkten mit guter Verständlichkeit und einem sehr voluminösen sowie stimmungsvollen Soundtrack. Die Actionsequenzen gestalten sich sehr dynamisch und bieten auch immer wieder direktionale Effekte. Die deutsche DTS 5.1-Tonspur bietet noch druckvollere Bässe und hinterlässt insgesamt einen noch dynamischeren Eindruck. Die deutsche Synchronisation ist lobenswerterweise sehr hochwertig ausgefallen.  

Das Bonusmaterial ist sehr schwach ausgefallen und beinhaltet lediglich das Making Of (22:58), den Originaltrailer, den deutschen Trailer sowie eine Bildergalerie mit Artwork bzw. Skizzen zum Film. Das Making Of ist deutsch untertitelt und ist auch für asiatische Verhältnisse unüblicherweise wenig werbelastig. Leider besteht dieses Feature allerdings dafür zum Großteil nur aus recycelten Filmszenen oder rekapitulierten Filminhalten. Ansonsten werden lediglich ein paar Szenen vom Dreh, kurze Kommentare der Hauptdarsteller sowie des Regisseurs und kurze Infos zur Filmmusik sowie den Spezialeffekten geliefert. Unterm Strich ist dieses Feature weder besonders unterhaltsam noch informativ. Der Film wird als Amaray im Schuber ausgeliefert, wobei der Schuber wahrlich keinen Schönheitspreis gewinnen wird und zudem einen fest aufgedruckten FSK-Flatschen besitzt. Für das Amaray gibt es aber ein Wendecover.

Fazit:
„14 Blades“ versteht sich als Hommage an den klassischen Wuxia-Film, verzichtet jedoch völlig auf eigene Akzente, bemüht viel lieber abgedroschene Klischees und lässt auf inhaltlicher Ebene eine mitreißende Dramaturgie, erzählerische Kohärenz und interessante Charaktere vermissen. Aber auch die zahlreichen Kampfsequenzen wirken zu hektisch geschnitten und befinden sich effekttechnisch nicht wirklich auf der Höhe der Zeit, was in Verbindung mit überzogen-pathetischer Gestik und übertriebenem Geheimwaffeneinsatz teilweise schon in den Bereich der unfreiwilligen Komik übersiedelt. Technisch kann die DVD nur akustisch wirklich überzeugen und das Bonusmaterial ist enttäuschend karg ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
108:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Mandarin
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Deutscher Trailer
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
14 Blades - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
14 Blades
Jin Yi Wei

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Diese abgedroschene Hommage an den klassischen Wuxia-Film macht weder inhaltlich noch hinsichtlich der Actionsequenzen eine gute Figur


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 2010
Regie:
Danniel Lee
Drehbuch:
Abe Kwong, Daniel Lee
Darsteller:
Donnie Yen, Vicki Zhao Wei, Kate Tsui, Wu Chun, Qi Yuwu, Sammo Hung, Chen Kuan-Tai

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.10.2010