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DVD-Besprechung - Wu Kung - Herr der blutigen Messer
Story:
Tong (Lo Lieh) wird beim Überfall auf einen Geldtransporter von seinen Kollegen aufs Kreuz gelegt und landet für fünf Jahre im Knast. Als er endlich rauskommt, schwört er blutige Rache und will einen der Gangster nach dem anderen zur Strecke bringen.
Meinung zum Film:
„Wu Kung – Herr der blutigen Messer“ ist ein völlig unpassender deutscher Titel für den vorliegenden Film und stellt die zweite Ausgabe der Reihe „Vergessene Eastern“ des Labels Voulez Vous dar. Es gibt hier weder einen Wu Kung, noch blutige Messer, und schon gar keinen Kämpfer, der sich besonders gut auf den Messerkampf versteht. Die vorliegende Fassung basiert auf der leicht gekürzten, deutschen Kinofassung (72:58). Die Hauptrolle übernahm Hongkong-Legende Lo Lieh („Chun Fang – Das blutige Geheimnis“), der bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2002 in über 200 Produktionen des Martial-Arts-Genres mitwirkte, und hier auch erstmals als Regisseur auftrat. Diese zweite Karriere verlief jedoch deutlich weniger erfolgreich. Drehbuchautor Chiu Kang-Chien schrieb u.a. die Vorlage für die Shaw Brothers-Produktion „Das blutige Schwert der Rache“ mit Ti Lung („The Professional – Story of a Killer“) in der Hauptrolle.
Der Hersteller bewirbt die vorliegende Produktion folgendermaßen: „Eine rasante Story, knallharte Verfolgungsjagden, artistische Super-Action ein Reißer, der vergleichbare Filme weit übertrifft.“ Bereits ein Blick in diverse Filmdatenbanken zeigt jedoch, dass der Film wohl nicht zu Unrecht „vergessen“ wurde, denn dort wurde der Film durchgehend niedrig bewertet. Die „rasante Story“ darf der Zuschauer dann auch bereits vergeblich suchen, zwar beginnt der Abspann bereits nach weniger als 72 Minuten, bis dahin schleppt sich der Film aber äußerst mühevoll über die Runden, und hat kein inhaltliches Konzept vorzuweisen, was hier beispielhaft belegt werden soll. Zu Beginn zeigt der Film einen Überfall, über dessen Details man gar nichts erfährt und der „Held“ Tong wird einfach so, ohne Einführung, lieblos in den Film geschmissen. Nach fünf Jahren kommt er wieder aus dem Knast frei, diese Zeit im Gefängnis wird nicht gezeigt, besucht seinen Vater, der ihn verstoßen hat und nach kurzem Dialog spontan wieder begnadigt. Fortan will Tong nur noch Rache an seinen ehemaligen Komplizen, vornehmlich eigentlich weil sie ihn verraten haben, er schiebt jedoch die Begründung vor, er wisse zuviel über sie, und sie wollten ihn deshalb aus dem Weg räumen. Witzig, denn beim Überfall war er lediglich ein kleiner Handlanger und wie man später sieht, gegen seine Kumpanen vor allem ihren Geschäften nach und wissen nichtmal, dass er wieder draußen ist...
Darstellerisch hat sich Lo Lieh hier wahrlich keine Traumrolle auf den Leib geschrieben. Optisch erinnert sein abgerissenes Auftreten hier eher an einen vietnamesischen Zigarettenschmuggler und die „artistische Super-Action“ von seiner Seite gibt es hier auch nicht zu sehen, denn die Kämpfe sind langsam und unspektakulär in Szene gesetzt und die Choreographie zeigt deutlich sichtbar, dass die Attacken nicht richtig durchgezogen werden. Das ist eigentlich schade, denn der Kameramann war offensichtlich durchaus fähig und schafft es mit interessanten Perspektivenwechseln und effektiven Schnitten hier noch ein wenig Schadensbegrenzung zu betreiben. Zudem agiert der Held als völliger Unsympath, da er selbst niedrigste Handlanger der Gangster dutzendweise gnadenlos tötet, während er andererseits eigentlich viel lieber mit seiner Verlobten rumfummeln würde, als sich zu rächen. Ein schwacher Trost für die Toten...Hinsichtlich der Altersfreigabe ab 18 Jahren bleibt nur zu sagen, dass der vorliegende Titel deutlich harmloser ist, als selbst die unblutigsten Shaw-Brothers-Produktionen mit einer FSK 16. Die „knallharten Verfolgungsjagden“ gibt es leider auch nicht, lediglich eine Sequenz in der sich zwei Mini Cooper, also wahre „Hubraumwunder“, beharken und zwar dermaßen gemächlich, dass der Zuschauer hier am liebsten Anschubhilfe geben würde.
Digitale Aufarbeitung:
Wie auch schon bei „Chen Sing – Der Superhammer“ setzt der Hersteller für diese neue Reihe auf eigene Neuabtastungen alter, deutscher Kinorollen und wirbt entsprechend mit dem Aufdruck "Digital Remastered". Leider wird die Bildqualität des Vorgängers allerdings diesmal bei weitem nicht erreicht. Der Film liegt wieder im korrekten Widescreenformat vor und auch die Bildschärfe bewegt sich auf einem guten Level, der übliche Budgetveröffentlichungen des Genres deutlich übertrifft. Und auch die Kompression arbeitet auf hohem Niveau. Dieser zunächst gute Eindruck des Schärfegrades wird aber durch mehrere Punkte deutlich geschmälert. Hier wäre zunächst das allgegenwärtige, sehr starke Bildrauschen zu nennen, dicht gefolgt von unausgewogenen Kontrastwerten. Bei Tagszenen gibt es häufiger Überstrahlungen, bei Nachtszenen hingegen sind kaum noch Details auszumachen. Hinzu kommen dauernde, stärkere Verschmutzungen und immer wieder kleinere Defekte, zudem leichte Bildsprünge. Die Farbwiedergabe wirkt natürlich, hätte aber auch etwas kräftiger ausfallen dürfen. Auf der DVD liegen gleich drei verschiedene Tonspuren vor. Die deutsche Dolby-Digital-5.1-Tonspur überzeugt mit einer guten Verständlichkeit, in den Kämpfen kracht es ordentlich und ihr ist das Alter, bis auf kleine Tonsprünge, kaum anzumerken. Zu ihrem deutschen Mono-Pendant ist allerdings nicht wirklich ein Unterschied auszumachen. Die deutsche Synchronisation ist sehr professionell ausgefallen und verwöhnt das Ohr mit einigen bekannten Sprechern. Die englische Mono-Tonspur klingt hingegen etwas gekünstelt und leicht verzerrt.
Auf der DVD befindet sich neben einer Bildergalerie mit Werbematerial bzw. Aushangfotos auch noch die rekonstruierte Langfassung des Films (76:33). Diese enthält jedoch keine neuen Actionszenen oder relevante Handlungssequenzen, sondern lediglich belanglose Füllszenen. Die Langfassung liegt nicht im korrekten Bildformat, sondern nur im beschnittenen Vollbild vor. Die eingefügten Sequenzen haben eine sehr schlechte Bildqualität. Deren Dialoge liegen in englischer Sprache mit festen deutschen Untertiteln vor. Seltsamerweise ist für diese Version die deutsche Mono-Tonspur fest vorgegeben. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Wu Kung – Herr der blutigen Messer“ ist leider Stückwerk beinahe ohne inhaltlichen Zusammenhang und erweckt den Eindruck, als wäre hier mindestens ein Drittel des Drehbuchs einfach unter den Tisch gefallen. Zwar liefert die deutsche Synchronisation ein paar schnodderige Sprüche und die Tonspur ergeht sich in lächerlich übertriebenen Soundeffekten im Verlauf der Kämpfe, wirkliches Eastern-Feeling kommt aber aufgrund der schwach choreographierten, unblutigen und auch nicht besonders zahlreichen Kämpfe niemals auf. Technisch bietet die DVD Licht und Schatten, ist aber für dieses Genre und den veranschlagten, niedrigen Preis mehr als ausreichend. Die Langfassung des Films ist ein netter Bonus, aber im Grunde belanglos.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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72:58 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie mit Werbematerial
- Rekonsturierte Langfassung des Films (76:33)
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Wu Kung - Herr der blutigen Messer
Mo gui tian shi
Storytechnisch ein Rohrkrepierer allererster Güte, aber auch in den Actionszenen bieder und mangelhaft
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1973 Regie: Lo Lieh Drehbuch: Chiu Kang-Chien Darsteller: Lo Lieh, Lee King-Chu, Tien Feng, Michael Chan Wai-Man, Tang Chia
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 08.10.2010
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