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DVD-Besprechung - Das Tödliche Duell der Shaolin
Story:
Der Kaiser ließ einst zu Unrecht die gesamte Familie des Statthalters Liang, der sich gegen dessen Tyrannei auflehnte, hinrichten. Lediglich die Tochter des Statthalters, Yu (Doris Lung Chun-ehr), und ihre Cousine Lu Szu (Chia Ling) wurden von Shaolin-Mönchen gerettet. Fünfzehn Jahre später haben beide ihre Ausbildung im Kloster der Shaolin abgeschlossen und wollen sich an den Schuldigen, allen voran dem Kaiser höchstpersönlich, rächen. Unterstützung erhalten sie dabei von dem Shaolin-Mönch Chen Teng-Chi (Carter Wong). Im Palast des Kaisers warten aber nicht nur zahlreiche Soldaten, sondern auch zwei als Leibwächter ausgebildete Gorillas und zahlreiche gemeine Fallen.
Meinung zum Film:
„Das Tödliche Duell der Shaolin“ stellt die dritte Ausgabe der Reihe „Vergessene Eastern“ des Labels Voulez Vous dar. Der taiwanesische Eastern aus dem Jahr 1977 gilt allgemein als eher selten, genießt aber aufgrund seines hohen Trashfaktors den Ruf, ein echter Partyfilm zu sein. Das bekannteste Gesicht in der Darstellerriege ist natürlich Carter Wong („Die 18 Kämpfer aus Bronze“), aber auch Chia Ling („Kung Fu – Die Karateteufel“), außerhalb Asiens besser bekannt als Judy Lee, wirkte in zahlreichen Genreproduktionen mit und war vor allem für ihre Akrobatik bekannt. Auch den Koreaner Tan Tao-Liang, der hier in einer kleineren Rolle als Mitkämpfer der Liang-Frauen auftaucht, kennt man in Deutschland aus Genreproduktionen wie z.B. „Drei wild wie der Teufel“. Der Regisseur Hau Chang dürfte hingegen vor allem durch seine Produktionen mit Chen Sing („Chen Sing – Die Faust im Genick“) einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt haben.
Wie „Das Tödliche Duell der Shaolin“ hinsichtlich seines Unterhaltungsfaktors zu bewerten ist, hängt wohl stark von der Erwartungshaltung des Zuschauers ab. Die Story an sich ist bestenfalls eine Art Rahmen für den Film mit dem genreüblichen Rachemotiv. Nach der kurzen Einführung zu den Hintergründen der Hauptfiguren verflüchtigt sich die Geschichte aber weitgehend. Die beiden weiblichen Shaolin wollen in den kaiserlichen Palast und den Kaiser töten, während dessen Sicherheitschef, der einst dabei versagt hat auch sie zu töten und in dieser Hinsicht den Kaiser belogen hat, danach trachtet, sie schon vorher zu beseitigen. Dieser Rahmen dient dann als Ausrede für diverse Kämpfe, die aber meistens erstaunlich kurz ausfallen, aber eben auch für einen erheblichen Anteil an langweiligem Geschwafel. Dabei muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die deutsche Synchronisation keineswegs humorvoll oder klamaukhaft ausgefallen ist. Der Film nimmt sich selbst durchaus ernst und versucht auch kleinere Härten einzustreuen. Diese Szenen rechtfertigen jedoch sicherlich schon allein aufgrund ihrer technisch miserablen Durchführung keine Altersfreigabe ab 18 Jahren. Die Geschichte wiederum ist zwar extrem lückenhaft und einfallslos, besitzt aber ebenfalls ansonsten keinen besonderen Belustigungsfaktor.
Was könnte den Film nun also trotzdem für Genrefans interessant machen, oder ihn gar zum Partyfilm erheben? Sicherlich nicht die Kämpfe, denn deren Choreographie ist mehr als bescheiden und lässt selbst die erfahreneren, mitwirkenden Kampfsportler wie blutige Anfänger aussehen. Das größte Problem dieser Auseinandersetzungen, neben fehlendem Tempo und nicht vorhandener Power der Attacken, ist vor allem die extrem gestellte Choreographie, bei der tatsächlich der Eindruck entsteht, die Kontrahenten würden hinsichtlich ihrer Bewegungsabfolge direkt zusammenarbeiten und nicht gegeneinander antreten. Weiterhin sind die Kämpfe zwar zahlreich, aber auch sehr kurz gehalten und fast immer wird von den Helden lediglich Fallobst abgefrühstückt. Der Partyfaktor des Films kommt dann aber doch noch in einigen Sequenzen zum Tragen. Das betrifft neben den lächerlich schlecht getricksten Akrobatik- bzw. Flugsequenzen vor allem alberne Figuren, wie die zwei Zauberer mit ihren comichaft-weit heraushängenden Zungen und riesigen Hüten. Diese vermitteln weiterhin dem Kaiser seine beiden Gorilla-Leibwächter, zwei Menschen in billigsten Affenkostümen, die fortan unter steter Einbindung einer godzillafilmähnlichen Soundkulisse in peinlicher Art und Weise die Kunst des Kung Fu zelebrieren.
Digitale Aufarbeitung:
Erneut wurde, wie in dieser Reihe üblich, für die vorliegende DVD die deutsche Kinofassung neu abgetastet. Somit präsentiert sich der Film im originalen Widescreenformat 2,35:1, die Bildschärfe macht allerdings lediglich einen durchschnittlichen Eindruck und fällt in einigen Sequenzen sogar noch deutlich nach unten ab. Die Farbgebung wirkt zwar natürlich, ist aber leider auch ziemlich blass ausgefallen. Die Kontrastwerte gehen unter Berücksichtigung des allgemein zu hell ausgefallenen Bildes in Ordnung. Der Film wird durchgehend von zahlreichen Verschmutzungen begleitet, Defekte sind ebenfalls in seltener Form vorhanden. Bildrauschen wurde offensichtlich mit Hilfe von Filtern eingedämpft, was jedoch zu den oben angeführten Einbußen bei der Bildschärfe führt und zudem ein leicht verzerrtes Bild hervorruft. Auch die Kompression leistet sich im Verlauf des Films einige Unruhen. Auch wenn es vom Hersteller nicht angegeben wurde, befinden sich auf der DVD gleich zwei deutsche Tonspuren. Wie bereits bei „Chen Sing – Der Superhammer“ gibt es auch hier eine Original- (Dolby Digital 1.0) und eine restaurierte Fassung (Dolby Digital 2.0). Auch hier klingt die restaurierte Tonspur wieder deutlich kräftiger, was sich vor allem auch in den Kampfsequenzen bemerkbar macht. Beide Fassungen bieten aber stets eine gute Verständlichkeit. Altersbedingte Knackser und Rauschen halten sich in Grenzen und stören nicht weiter. Die deutsche Synchronisation ist sehr professionell und keinesfalls klamottig ausgefallen. Die englische Mono-Tonspur klingt hingegen technisch sehr dumpf und inhaltlich mal wieder ziemlich gekünstelt und aufgesetzt.
Im Bonusbereich befindet sich eine Bildergalerie mit Werbematerial bzw. Aushangfotos sowie die rekonstruierte Langfassung (86:38) des Films. Diese liegt ebenfalls im korrekten Widescreenformat vor, verfügt aber nur über die beiden Mono-Tonspuren. Bei den geschnittenen und jetzt wieder eingefügten Sequenzen handelt es sich um leichte Gewaltschnitte und weitgehend unbedeutende Handlungskürzungen. Diese liegen in geringerer Bildqualität vor. Im Hauptfilm sind ein paar dieser Schnitte übrigens deutlich zu bemerken, da hier deutliche Sprünge erkennbar sind und zudem auch der Ton dementsprechend abgewürgt wird. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Das Tödliche Duell der Shaolin“ ist als normaler Eastern betrachtet auf jeden Fall von unterdurchschnittlicher Qualität, was vor allem, aber nicht nur der Alibistory und den schwachen Kampfsequenzen geschuldet ist. Als Partyfilmaspirant hat der Titel zwar einige durchgeknallte Figuren und schlichtweg peinliche Spezialeffekte zu bieten, insgesamt nimmt sich dieser Eastern aber viel zu ernst, zieht sich zu sehr in die Länge und ist auch in der Synchronisation zu bieder ausgefallen, um durchgehend für Schenkelklopfer zu sorgen. Technisch hat die DVD durchaus mit einigen Schwächen zu kämpfen, unter Berücksichtigung des Alters, der Materiallage und Seltenheit des Films wird hier aber noch guter Genredurchschnitt erreicht, zudem ist die ungekürzte Langfassung ein durchaus reizvoller Bonus.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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83:45 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie mit Werbematerial
- Rekonstruierte Langfassung des Films (86:38)
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Das Tödliche Duell der Shaolin
Yong Zheng Ming Sang Shao Lin Men
Als ernsthafter Eastern nicht zu gebrauchen, als Partyfilm aber auch nur eingeschränkt tauglich
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Taiwan, 1977 Regie: Hau Chang Darsteller: Chia Ling, Doris Lung Chun-Erh, Carter Wong, Tan Tao-Liang, Chen Hung-Lieh
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 05.11.2010
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