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DVD-Besprechung - Kampf um die Ehre
Story:
Jason Slade (John Miller) ist ein milliardenschwerer, skrupelloser Bankier, der versucht in den Besitz eines gestohlenen, russischen Atomsprengkopfes zu gelangen. Deshalb wird die FBI-Agentin Tracey Pride (Cynthia Rothrock) auf ihn angesetzt und soll den Atomsprengkopf vor ihm finden. Ihre Schwester Joyce (Donna Jason), eine Reporterin, versucht schon länger Slade wegen milliardenschwerer Unterschlagung zu überführen. Währenddessen versucht Inspector Dragon Lee (Robin Shou) aus Hongkong, mit dem Tracey befreundet ist, den Profikiller Hideo Yoshi (Richard Yuen) auszuschalten, der jedoch in Wahrheit ebenfalls für Slade arbeitet.
Meinung zum Film:
„Kampf um die Ehre“, im Original „Honor & Glory“, ist die dritte Veröffentlichung innerhalb der „Eastern Sensation“-Reihe des MiG-Sublabels Voulez Vous. Auch der vorliegende Titel erscheint im Rahmen dieser Edition nun erstmals ungeschnitten in Deutschland. Die alte deutsche VHS-Fassung war gekürzt, allerdings trotzdem indiziert. Wie schon „Die Unbesiegbare“ („Undefeatable“) entstand der Film unter der Regie des Wiederverwertungsweltmeisters Godfrey Ho („Kickboxer from Hell“), der es sich natürlich auch bei diesem Film nicht nehmen ließ, eine alternative Schnittfassung zu erstellen, die sich im Bonusmaterial der DVD befindet. Bei den Darstellern trifft man auf diverse Bekannte aus „Die Unbesiegbare“. John Miller hat diesmal die Seiten gewechselt und mimt den Oberfiesling, Donna Jason hingegen fungiert nicht mehr als weitgehend hilfloses Opfer, sondern darf dieses Mal selbst kräftig austeilen. Für beide endete mit den Godfrey Ho-Produktionen auch bereits wieder ihre kurze Filmkarriere und sie verschwanden in der Versenkung. Aber „Kampf um die Ehre“ hat zudem noch einige große Namen des Genres zu bieten, denn auch Cynthia Rothrock („Born to Fight“), die “Queen of Martial Arts“ ist wieder mit an Bord. Und zu ihr gesellen sich mit Chuck Jeffreys („Bloodmoon – Stunde des Killers“) und Robin Shou, bestens bekannt als Liu Kang in „Mortal Kombat“, noch zwei weitere prominente Mitstreiter und hochtalentierte Kampfsportler.
Das Drehbuch von „Kampf um die Ehre“ zeichnet sich durch Handlungsarmut, unmotiviert eingestreute Kämpfe, fehlende Logik und immer wieder auftretende Szenen, die im Gesamtkontext keinen Sinn zu machen scheinen, aus. Letzteres verwundert nicht, wenn man die alternative Schnittfassung „Angel the Kickboxer“ betrachtet, die sich vor allem am Anfang stärker auf die Ereignisse in Hongkong konzentriert. Was bei „Die Unbesiegbare“ noch trashig-amüsant herüberkam, wirkt bei „Kampf um die Ehre“ einfach nur noch stümperhaft und ärgerlich, von einer durchgehenden, narrativen Ebene kann hier jedenfalls keine Rede sein. Das zeigt sich auch an den völlig unmotiviert vom Zaun gebrochenen Kämpfen, die zwar zahlreich vertreten sind, aber hinsichtlich der Choreographie trotz der großen Namen deutlich hinter „Die Unbesiegbare“ zurückbleiben. Da wird beispielsweise Joyce während einer Liveaufzeichnung von einer Passantin angemault und kurz danach prügeln sich beide. Diese Sequenz wirkt mehr als unbeholfen in den Film integriert und hat zudem keinerlei Bedeutung für die Filmhandlung.
Fans von Cynthia Rothrock werden hier weniger auf ihre Kosten kommen, da der Film ihr keine wirklich gute Kampfszenen auf den durchtrainierten Körper schreibt und sie zudem bezüglich ihrer Screentime lange Donna Jason das Feld überlassen muss. Die beste Show im Film liefert noch John Miller, dessen Over-acting als herrlich arrogantes Überarschloch hier keine Grenzen kennt. Zudem präsentiert er sich hier auch körperlich wieder in bester Verfassung, bestreitet die spektakulärsten Kampfszenen und darf deshalb wohl einfach mal eine Eisenkette zerreißen. Robin Shou erhält fast gar keine Gelegenheit, seine kampftechnischen Fähigkeiten zu präsentieren und leider agiert auch Chuck Jeffreys eher als Nebenfigur. Der finale Showdown, unter Mitwirkung aller wichtigen Darsteller, verspricht dementsprechend auf dem Papier viel, kann diese Vorschlusslorbeeren aber nicht rechtfertigen, da das finale Gefecht dramaturgisch sehr unglücklich gestaltet ist und zudem das Eingreifen der Polizei den Kampf vorzeitig beendet.
Digitale Aufarbeitung:
Der Film ist auf der vorliegenden DVD im Vollbildformat 1,33:1 abgelegt. Die DVD bietet eine bestenfalls zufriedenstellende Schärfe, die aber durch das starke Bildrauschen und kompressionsbedingte Unruhen geschmälert wird. Die Farbgebung wirkt natürlich, aber auch sehr blass. Bei Tagszenen kommt es regelmäßig zu kleineren Überstrahlungen, ansonsten gehen die Kontrastwerte in Ordnung. Insgesamt stellt die Bildqualität mit Sicherheit keine Werbung für das DVD-Format dar, weltweit fehlen jedoch bessere Alternativen und der niedrig budgetierte Streifen wird wahrscheinlich niemals irgendwo in besserer Bildqualität erscheinen. Die deutsche Tonspur bietet eine stets gute Verständlichkeit, läßt aber in den Kampfszenen bezüglich der Soundeffekte doch etwas Vehemenz und Dynamik vermissen. Die Musik wurde hingegen zufriedenstellend abgemischt. Die deutschen Synchronsprecher leisten gute Arbeit, die Dialoge wirken aber trotzdem immer wieder ziemlich peinlich. Die englische Tonspur wirkt kräftiger und auch das Klangbild der Dialoge ist eine Spur natürlicher ausgefallen.
Auf der DVD befindet sich auch die alternative Hongkongfassung des Films, namens „Angel the Kickboxer“ (90:30), die im Widescreenformat 1,85:1 vorliegt, eine kantonesische Tonspur besitzt und mit eingebrannten englisch-chinesischen Untertiteln versehen ist. Die Bildqualität des Films ist nicht besonders gut, das Bild wird von einem starken Rauschen überlagert und wird von zahlreichen Verschmutzungen sowie Beschädigungen durchzogen. Der Film bietet gerade in den ersten 50 Minuten eine große Anzahl neuer Szenen, die alle in Hongkong spielen. Dementsprechend spielt hier die Feindschaft von Dragon Lee und Hideo Yoshi eine deutlich größere Rolle. Zudem agieren hier mit der Japanerin Yukari Oshima („Lethal Angel“) und Waise Lee („Abgehört – Trau niemals einem Cop“) noch zwei bekannte, einheimische Darsteller. Besser wird der Film dadurch allerdings auch nicht und ab der 53. Minute sind beide Filme weitgehend identisch. Die Veröffentlichung besitzt ein Wende-cover.
Fazit:
„Kampf um die Ehre“ hat eine größere Anzahl gestandener Kampfsportler zu bieten, die gegen die lahme Choreographie der unblutigen Fights jedoch auch mit ihren herausragenden Fähigkeiten nicht ankommen. Leider bietet der Film auch nicht den Trashfaktor von „Die Unbesiegbare“, die Story ist aber trotzdem eine einzige peinliche Flickschusterei ohne jegliche dramaturgische Finesse. Technisch wirkt die DVD eher wie ein verzaubertes VHS-Band, angesichts der Produktionsbedingungen des Films sowie der weltweiten Materiallage ist das allerdings noch am ehesten verzeihlich!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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86:36 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Alternative Hongkong-Fassung des Films namens "Angel the Kickboxer" (90:30)
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Honor & Glory
Honor & Glory
Stumpfsinniges Dauergeprügel mit schwacher Choreographie und stümperhafter Narration
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1992 Regie: Godfrey Ho Drehbuch: Herb Borkland Darsteller: Cynthia Rothrock, Donna Jason, John Miller, Chuck Jeffreys, Robin Shou, Richard Yuen
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 05.11.2010
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