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DVD-Besprechung - Die Kreuzritter 9 - Die heilige Rita
Story:
Rita (Vittoria Belvedere) lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater, der Notar ist, in der italienischen Stadt Cascia. Sie liebt es, ins Kloster zu gehen und sich dort um Kranke zu kümmern. Als sie sich eines Tages mit ihren Gefährtinnen draußen vor dem Gebäude aufhält, kommt eine Gruppe von Reitern vorbei und die anderen ergreifen die Flucht, da diese wegen ihrer Brutalität verschrien sind. Doch Rita lässt sich davon nicht abschrecken und ist umso überraschter, als ihr einer der Reiter ein Findelkind in die Arme legt. Kurze Zeit später findet sie heraus, dass es sich bei dem mysteriösen Retter um Paolo Macini (Martin Crewes), den Sohn einer der reichen Familien der Stadt, gehandelt hat und die beiden kommen sich näher. Doch wird es Rita gelingen, Paolo von seinem brutalen Leben auf den Weg des Friedens zu bringen?
Meinung zum Film:
Wieder einmal ist es Zeit für eine neue DVD unter dem Titel "Die Kreuzritter", die die Tradition dieser "Reihe" fortsetzt, keine wirkliche Reihe zu sein, sondern lediglich Filme mit dem Thema Mittelalter zusammenzufassen. Zumindest stammen diesmal die Coverabbildungen tatsächlich aus dem Film, allerdings hat auch "Die heilige Rita" - wie schon der Vorgängerbeitrag "Der weiße Ritter" - rein gar nichts mit Kreuzzügen zu tun und spielt lange nach deren Ende. In diesem Zusammenhang muss man sich wirklich fragen, ob überhaupt jemand beim Label den Film vor Veröffentlichung mal gesehen hat, denn die Inhaltszusammenfassung auf der Coverrückseite erzählt eine wirre Geschichte von einem Kreuzzug ins Heilige Land.
Tatsächlich handelt der Film jedoch von der jungen Rita (Vittoria Belvedere, "Die Bibel: Apokalypse"), die zusammen mit ihrer Familie in der italienischen Stadt Cascia lebt und ihre Zeit damit verbringt, im Kloster Kranke zu pflegen, auch wenn sie selbst keine Ordensschwester ist. Im Ort haben die beiden reichen Familien Mancini und Cicchi das Sagen und ihre Mitglieder sind als gewaltbereite Männer gefürchtet, die sich nicht scheuen, über Leichen zu gehen. Doch eines Tages bringt einer von ihnen ein kleines Findelkind zu Rita, woraufhin dieses im Kloster aufgezogen wird. Rita erfährt kurze Zeit später, dass es sich bei dem mysteriösen Reiter um Paolo Mancini (Martin Crewes, "Resident Evil") gehandelt hat und die beiden beginnen sich näher zu kommen. Natürlich sind sowohl Ritas als auch Paolos Eltern gegen diese Verbindung, denn Ritas Vater ist nur ein einfacher Notar, doch trotzdem heiraten die beiden Verliebten. Allerdings muss Rita schnell feststellen, dass ihr Mann sein altes Leben nicht so leicht hinter sich lassen kann und nach wie vor die brutalen und mörderischen Pläne der Mancinis und Cicchis mitmachen muss, denn der Stärkste hat nun einmal das Sagen. Rita gibt jedoch nicht auf und schafft es schließlich, ihren Mann auf den Weg des Friedens zu bringen und mit ihm in eine alte Mühle zu ziehen, nachdem dieser seinen besten Freund umbringen musste, der unschuldig des Verrats bezichtigt wurde. Einige Jahre lang leben sie dort glücklich mit ihren beiden inzwischen geborenen Söhnen. Doch dann wird Paolos Bruder umgebracht und als er sich weigert, sich an dessen Mördern zu rächen, gerät er ins Visier der Cicchis, die ihm nicht mehr Vertrauen und ihn aus dem Weg räumen. Es entbrennt ein erbitterter Krieg zwischen den beiden vormals verbündeten Familien und Rita muss in all dem Leid ihr Äußerstes tun, um vielleicht doch noch für Frieden zu sorgen. Keine leichte Aufgabe.
"Die heilige Rita" basiert lose auf der wahren Geschichte der heiligen Rita von Cascia, die von 1381 bis 1457 lebte. Während sie heute vor allem durch ihr Wirken als Nonne und die "wundersame Art", auf die sie ins Kloster kam, bekannt ist - der Legende nach schlief sie eines Nachts auf einem Stein ein und wachte tags darauf mitten im die ganze Nacht über verschlossenen Kloster auf -, dreht sich der Film primär um den Konflikt zwischen der Familie ihres Mannes und den Cicchis. Auch das berühmte Stirnmal als Stigmata taucht im Film nur ganz zum Schluss auf. Dafür konzentriert sich "Die heilige Rita" auf die Darstellung der einzelnen Figuren und ihrer Beweggründe, wobei sich der TV-Zweiteiler einige Freiheiten nimmt. Die Grundzüge der Handlung stimmen mit den Erlebnissen der wahren Rita überein (ihr Mann fand an seinem Lebensende Frieden und sie schaffte es, die verfeindeten Familien zu versöhnen), doch wurden einige Dinge abgeändert, um die Voraussetzungen eines romantischen Dramas eher zu erfüllen. So wurde die echte Rita bereits mit zwölf Jahren gegen ihren Willen verheiratet, statt sich in ihren frühen 20ern aus Liebe mit Paolo zu vermählen. Auch zeigte dieser erst ganz zum Schluss Reue und war ein brutaler Schläger, der Rita viele Jahre betrog und misshandelte, während er in "Die heilige Rita" ein eher sanftmütiger Geselle ist. Trotz dieser Freiheiten wird die zentrale Botschaft des Lebens der heiligen Rita deutlich vermittelt und auch die Inszenierung weiß zu überzeugen. Man merkt dem Film zwar an, dass es sich um eine TV-Produktion mit einem Budget handelt, das fernab von Kinoproduktionen liegt, doch sorgen das solide Drehbuch und die größtenteils guten bis sehr guten darstellerischen Leistungen dafür, dass der Zweiteiler trotz seiner Länge nicht langweilig wird. Eine der größten Stärken ist zudem, dass der Zuschauer die Handlungen und Gefühle der Protagonisten jederzeit nachvollziehen kann und somit die Geschichte gespannt miterlebt.
Digitale Aufarbeitung:
"Die heilige Rita" besteht aus zwei Teilen mit einer Laufzeit von insgesamt fast dreieinhalb Stunden - und da nur eine DVD verwendet wurde, merkt man dem Transfer die Überlänge des Films deutlich an. Das Bild weist nämlich ein recht starkes Rauschen auf und in Verbindung mit der hohen Kompression kommt es zu ziemlich auffälligen Rauschmustern sowie in einfarbigen Flächen zu deutlich sichtbarer Artefaktbildung. Darunter hat auch die Schärfe zu leiden, die allerdings zumindest bei Nahaufnahm noch relativ gut ist. Die Farben wirken natürlich, aber einen Tick zu blass und leblos, auch der Kontrast hätte etwas ausgewogener sein können. Der Ton liegt auf Deutsch und Italienisch in Stereo vor und bietet klar verständliche Dialoge sowie eine passende Abmischung der Musik und gelegentlichen Effekte.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Fazit:
"Die heilige Rita" ist der neunte Film, der von MiG unter dem Reihentitel "Die Kreuzritter" vermarktet wird - und auch wenn der Film einige Jahrhunderte nach Ende der Kreuzzüge spielt und rein gar nichts mit Kreuzrittern zu tun hat, bekommt man hier einen durchaus ansehbaren TV-Zweiteiler über das Leben der heiligen Rita geboten. Er nimmt sich einige Freiheiten in Bezug auf die Verarbeitung der "wahren" Geschichte, doch dank des soliden Drehbuchs und der überzeugenden Darsteller weiß der Film trotzdem zu gefallen. Die technische Qualität der DVD leidet unter der extremen Überlänge des Films, die für sehr starke Kompressionsprobleme beim Bild sorgt. Extras sind nicht vorhanden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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2 Teile à ca. 103 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Die heilige Rita
Rita da Cascia
Gelungener TV-Zweiteiler über das Leben der heiligen Rita
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2004 Regie: Giorgio Capitani Drehbuch: Elisabetta Lodoli, Maura Nuccetelli Darsteller: Vittoria Belvedere, Martin Crewes, Adriano Pappalardo, Dietrich Hollinderbäumer, Sandro Giordano
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 11.11.2010
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