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DVD-Besprechung - Ghost Dad

Story:
Elliot Hopper (Bill Cosby), Witwer und Familienvater, lebt für seine Arbeit und vernachlässigt dabei seine drei Kinder. Doch das soll alles anders werden, wenn er am Donnerstag endlich das Geschäft seines Lebens abschließen kann. Durch einige unglückliche Umstände kommt es jedoch dazu, dass er an diesem Tag ein Taxi zur Arbeit nehmen muss, dessen seltsamer Fahrer einen Unfall baut, der sowohl ihn als auch Elliot das Leben kostet. Kurz darauf stellt Elliot allerdings fest, dass er gar nicht tot ist, bzw. zumindest nicht im Jenseits, denn er weilt immer noch auf der Erde. Als er dann erfährt, dass er noch genau eine Woche bis zum finalen Übergang Zeit hat, versucht er, sowohl bei der Arbeit als auch bei seiner Familie, noch einige Dinge geradezubiegen. Dabei kommt es zu den verrücktesten Situationen.

Meinung zum Film:
Elliot Hopper (Bill Cosby, "Die Bill Cosby Show") ist ein verwitweter Familienvater, der sich gern in seine Arbeit flüchtet und dabei seine drei Kinder Diane (Kimberly Russell, "Precious"), Danny (Salim Grant) und Amanda (Brooke Fontaine) völlig aus den Augen verliert. Besonders Diane, die Älteste der drei, ist enttäuscht darüber, dass ihr Vater ihren Geburtstag vergisst. Doch um seinen Fauxpas wiedergutzumachen, verspricht Elliot ihr, dass sie sein Auto bekommt, wenn er am kommenden Donnerstag einen großen Deal an Land zieht. Dieser hat nämlich das Potenzial, das Geschäft seines Lebens zu werden, und würde nicht nur eine Beförderung, sondern auch einen neuen Firmenwagen mit sich bringen. Mit geschickter Überredungskunst luchst Diane ihrem Dad das Auto aber schon früher ab und so kommt es dazu, dass Elliot am Donnerstag per Taxi zur Arbeit fahren muss. Dummerweise ist der Fahrer ein verrückter Satanist, der auf keine Geschwindigkeitsbegrenzungen achtet und erst reagiert, als ihn Elliot überzeugt, der Leibhaftige persönlich zu sein, und ihm befiehlt, sofort anzuhalten. Das bringt den guten Mann allerdings so aus der Fassung, dass er einen Unfall baut, das Taxi von einer Brücke stürzt und beide Insassen sterben.

Elliot kehrt jedoch als Geist zurück und muss daheim feststellen, dass ihn seine Kinder sehen, aber nicht hören können - und das auch nur in dunklen Räumen ohne Licht. So weiß er weder, was mit ihm geschehen ist, noch kann er mit seiner Familie kommunizieren, doch da findet er sich auch schon plötzlich in London wieder, wo ein Geisterforscher (Ian Bennen, "Braveheart") ihm mitteilt, dass er noch nicht zum finalen Übergang bereit ist und erst eine Woche später, am darauffolgenden Donnerstag, das Jenseits betreten wird. Die nächsten Tage verbringt Elliot dann damit, einerseits seiner Familie wieder näherzukommen, andererseits aber auch noch einige Dinge in seinem Berufsleben zu Ende zu bringen, damit die Kinder finanziell abgesichert sind. Dabei kommt es zu allen möglichen mehr oder weniger lustigen Situationen, weil er nicht sichtbar ist und sich ähnlich dem "Hollow Man" einwickeln muss, damit die Leute ihn sehen können. Schließlich gibt es dann noch eine große Überraschung, als der Geisterforscher mit einigen interessanten Neuigkeiten aus London eintrifft und Diane ebenfalls zum Geist wird, als sie auf einer Treppe ausrutscht und sich schwer verletzt.

Sidney Poitier ist zweifellos ein begnadeter Schauspieler, der für seine Rollen in "Flucht in Ketten" und "Lilien auf dem Felde" jedermann in Erinnerung bleiben wird. Wenn er als Regisseur zusammen mit dem beliebtesten TV-Familienvater der Welt als Hauptdarsteller eine Komödie dreht, muss das also doch einfach gut werden. Nein, leider nicht. Es überrascht wenig, dass Poitier nach "Ghost Dad" nie wieder Regie führte und Cosby später auf Hauptrollen in Kinofilmen verzichtete. Denn selbst, wenn man ein großer Fan der beiden ist, lässt sich nicht abstreiten, dass "Ghost Dad" ein extrem schwacher Film ist. Das liegt gar nicht mal so sehr an dem ziemlich auffällig übertriebenen Overacting, das Cosby hier leider an den Tag legt, sondern vor allem an dem wirren und unlogischen Drehbuch, das gar nicht erst versucht, in irgendeiner Weise konsequent zu sein. Schon allein die "Geisterregeln" bleiben für den Zuschauer völlig undurchschaubar und verwirrend. Manchmal ist Elliot als Geist zu hören, manchmal nicht, manchmal kann er Gegenstände anfassen und bewegen, manchmal geht seine Hand einfach durch sie hindurch. Eine Logik ist dahinter nicht zu erkennen, zumal sich die "Geisterregeln" oftmals sogar innerhalb von ein und derselben Szene verändern. Zudem sind die Charaktere äußerst unglaubwürdig. Als einige wichtige Vorgesetzte bei Elliot daheim vor der Tür stehen, lässt er sie von seinem Sohn hinhalten und geht währenddessen gemütlich - als Geist - zu seiner Nachbarin rüber, auf die er ein Auge geworfen hat. In aller Seelenruhe führt er mit ihr eine nichtssagende Konversation, während nebenan seine berufliche Zukunft bzw. die Absicherung seiner Kinder auf dem Spiel steht. Diane ist ein ähnlicher Fall: Den ganzen Film über tritt sie als ernste und vernünftige Jugendliche auf, die für ihre Geschwister fast schon zum Mutterersatz wurde. Doch plötzlich fällt sie auf der Treppe hin und ihr fällt auf, dass es ja soooo super spaßig ist, ein Geist zu sein. Nicht sehr überzeugend. Sehr junge Kinder werden an dem Film eventuell trotzdem ihre Freude haben, für alle anderen ist "Ghost Dad" aber die reinste Qual. Dann lieber noch mal die gesammelten Staffeln der "Bill Cosby Show" anschauen.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch bietet die DVD von "Ghost Dad" lediglich Mittelmaß. Obwohl der Film auf das Format 1,85:1 ausgelegt wurde, findet man hier nur einen Vollbildtransfer vor. Dieser rauscht zwar recht wenig, hat aber immer wieder mal mit Kompressionsartefakten zu kämpfen. Auch die Schärfe kann nicht zu jeder Zeit vollständig überzeugen, wenngleich sie meistens im halbwegs guten Bereich liegt. Die Farben könnten etwas kräftiger sein, wirken aber noch natürlich. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Stereo vor und leistet solide, aber unspektakuläre Arbeit. Bei beiden Fassungen sind die Dialoge jederzeit klar verständlich, die Musik wurde passend dazu abgemischt und übertönt nicht die Sprache.

Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
"Ghost Dad" ist eine Komödie, die mit Sidney Poitier als Regisseur und Bill Cosby als Hauptdarsteller viel verspricht, doch leider nichts davon halten kann. Das liegt vor allem an dem extrem wirren und unlogischen Drehbuch sowie den schlecht ausgearbeiteten Charakteren, die jegliche Glaubwürdigkeit vermissen lassen. Jede einzelne Folge der "Bill Cosby Show" liegt qualitativ meilenweit über dem Niveau dieses Films - und ist deutlich lustiger. Technisch bietet die DVD Mittelmaß, Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,33:1
1,33:1
80:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Ghost Dad - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ghost Dad
Ghost Dad

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Schwacher Familienfilm mit einem schwachen Bill Cosby


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1990
Regie:
Sidney Poitier
Drehbuch:
Chris Reese, Brent Maddock, S.S. Wilson
Darsteller:
Bill Cosby, Kimberly Russell, Salim Grant, Brooke Fontaine, Denise Nicholas

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
11.11.2010