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DVD-Besprechung - China O'Brien
Story:
China O'Brien (Cynthia Rothrock) quittiert ihren Dienst als Polizistin in der Großstadt, nachdem sie in Notwehr versehentlich einen bewaffneten Jugendlichen erschossen hat. Kurz nach der Rückkehr in ihren kleinen Heimatort muss sie jedoch mit ansehen, wie ihr Vater (David Blackwell), der hiesige Sheriff, Opfer eines feigen Bombenattentats wird, weil er sich dem Gangster Sommers (Steven Kerby), der mittlerweile die Stadt beherrscht, in den Weg gestellt hat. China beschließt nun selbst zur Wahl des neuen Sheriffs anzutreten. In ihrem Kampf gegen Sommers erhält sie außerdem Unterstützung durch ihren Jugendfreund Matt Conroy (Richard Norton) und den Indianer Dakota (Keith Cooke), die beide, genau wie sie, über außerordentliche kampfsportliche Fähigkeiten verfügen.
Meinung zum Film:
„China O'Brien“ ist eine der zahlreichen Zusammenarbeiten des Martial Arts – Traumpaars Cynthia Rothrock („Kampf um die Ehre“) / Richard Norton („Magic Crystal“) und entstand unter der Regie von Robert Clouse („Der Mann mit der Todeskralle“) unter offensichtlich eher bescheidenen Budgetvoraussetzungen. Der dritte bekannte Kampfsportler im Bunde ist Keith Cooke („Heatseeker“) unter anderem bekannt als Reptile aus „Mortal Kombat“ und als Sub-Zero in dessen Fortsetzung. „China O'Brien“ feiert nun als Volume 4 der „Eastern Sensation“-Reihe von Voulez Vous seine ungeschnittene, deutsche DVD-Premiere. Die US-Produktion entstand im Jahr 1990 und wurde ein Jahr später aufgrund ihres Erfolgs mit einem zweiten Teil fortgesetzt. „China O'Brien 2“ bot einen inhaltlichen Anschluss zum ersten Teil, wurde wieder von Robert Clouse realisiert und schickte auch erneut das gleiche schlagkräftige Heldentrio des Erstlings auf die Platte. Dieser zweite Teil ist momentan ebenso für die „Eastern Sensation“-Reihe geplant, wie „Fight to Win“ und „Heatseeker“.
Auch wenn die hohe Altersfreigabe des Films und die Aufmachung der DVD einen beinharten Reißer erwarten lassen, passiert gerade in den ersten 25 Minuten des Films actiontechnisch äußerst wenig. Danach werden immer wieder kleinere Keilereien eingebaut, wo die drei Hauptprotagonisten im Normalfall gegen einen zahlenmäßig überlegenen Gegner antreten, der sich jedoch insgesamt treffend als Fallobst titulieren lässt. Rothrock gibt sich dabei akrobatisch, Norton dominiert die Gegner mit seiner Schlagkraft und Cooke zeigt vor allem sehr schnelle Kicks am Fließband. Die Fights, beispielsweise in einer Bar oder einem Fitnessstudio, sind meist so angelegt, dass ordentlich etwas zu Bruch gehen, oder das Mobiliar als Hilfsmittel eingesetzt werden kann. Hier geht es dann auch keineswegs bierernst oder knallhart zu, vielmehr erinnern diese Prügelsequenzen stilistisch an alte Bud Spencer- und Terence Hill-Streifen. Die Choreographie ist dabei durchaus gelungen, Robert Clouse hat es also seit seligen Bruce-Lee-Zeiten keineswegs verlernt, die große, spektakuläre Show wird aber trotzdem nie geboten.
Inhaltlich gibt sich „China O'Brien“ genretypisch bescheiden, überraschende Wendungen, Innovationen oder gut ausgearbeitete Charaktere darf man hier mit der Lupe suchen. Problematisch ist auch, dass ausgerechnet Cynthia Rothrock hier sehr viele Handlungssequenzen bestreitet, was nie ihre Stärke war, während Richard Norton, der durchaus Schauspieltalent und Charisma besitzt, in diesem Filmteil nur eine Nebenrolle spielt. Das gesamte Setting des Films erinnert eher an alte B-Western, bei denen meist ein Großgrundbesitzer die Stadt beherrscht und die Bevölkerung unterdrückt. Auch hier sorgt dann der aufrechte Sheriff für Gerechtigkeit. Das klingt nicht nur abgedroschen, es wirkt auch genauso. Zudem gibt Steven Kerby als Gangsterboss Sommers bei seinem einzigen Filmengagement einen schwachen Schurken ab und kann mangels entsprechender, körperlicher Fähigkeiten nicht mal für einen Showdown herhalten. Überhaupt wirkt das Finale des Films sehr unspektakulär und einfallslos, bleibt damit aber dramaturgisch dem Rest des Films treu, auch wenn dieser zumindest den gewissen, naiven Charme eines B-Movies zu bieten hat.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe des Films wirkt, auch aufgrund einiger Überstrahlungen, insgesamt etwas weich und wird zudem durch das starke Bildrauschen geschmälert. Dafür liegen fast keine Verschmutzungen oder Beschädigungen vor und die Kompression hinterlässt einen guten Eindruck. Die Farbgebung wirkt natürlich, aber auch ein wenig kraftlos. Unter Berücksichtigung des Alters sowie der Produktionsbedingungen des Films und weltweit fehlender, besserer Alternativen ist die vorliegende Fassung somit technisch durchaus zufriedenstellend ausgefallen. Die deutsche Tonspur bietet, ebenso wie die englische Originaltonspur, eine gute Verständlichkeit, auch wenn die Dialoge etwas dumpf klingen. Die Synchronisation ist zudem professionell ausgefallen, allerdings besitzt Cynthia Rothrock hier eine völlig ungewohnte, deutsche Synchronstimme. Musik und Soundeffekte wurden ebenfalls gut abgemischt, Raumklang und spektakuläre Effekte sollten bei dieser 20 Jahre alten Produktion allerdings nicht erwartet werden.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„China O'Brien“ ist kein beinhartes Feuerwerk der Kampfkunst, sondern ein eher bescheiden budgetiertes B-Movie mit einer abgedroschenen Westernstory, das jedoch immerhin einige Genregrößen zu bieten hat. Die unterhaltsam choreographierten, alles andere als bierernst präsentierten Kämpfe erinnern allerdings schon eher an alte Bud-Spencer-Filme und der Zuschauer muss auch einige uninspirierte Handlungssequenzen durchleiden, um ihrer überhaupt gewahr zu werden, Fans von Rothrock/Norton dürfen jedoch durchaus mal einen Blick riskieren. Technisch ist die Veröffentlichung zufriedenstellend ausgefallen, Bonusmaterial sucht man aber vergeblich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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86:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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China O'Brien
China O'Brien
Ordentliche B-Ware von der Stange für Fans des dynamischen Duos C. Rothrock/R. Norton, aber kein Genre-Highlight
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1990 Regie: Robert Clouse Drehbuch: Robert Clouse, Sandra Weintraub Darsteller: Cynthia Rothrock, Richard Norton, Keith Cooke, Doug Wright, Nijel, Arturo Rivera
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 19.11.2010
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