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DVD-Besprechung - New York Subway
Story:
Zehn kurze Episoden erzählen die Geschichten von rund zwei Dutzend Figuren, die nichts gemeinsam haben außer ihrem täglichen Verkehrsmittel: die New Yorker U-Bahn.
Meinung zum Film:
„New York Subway“ beginnt verheißungsvoll. Der eigentlichen Handlung ist ein Hinweis zur Entstehung des Fernsehfilms vorangestellt. Im Jahr 1997 rief HBO seine Zuschauer dazu auf, besondere Erlebnisse aus der Metro der Millionenmetropole am Hudson aufzuschreiben, um aus den besten Einsendungen einen Episodenfilm zu machen. Für jede Episode engagierte der Bezahlsender einen anderen Regisseur. Neben Novizen tummelten sich auch erfahrene Größen ihres Fachs darunter. Liest man deren Namen auf dem Cover, steigt die Vorfreude gewaltig. Bei Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“), Abel Ferrara („Bad Lieutenant“) oder Alison Maclean („Kitchen Sink“) in Kombination mit einem Drehort unter Tage, drängen sich unweigerlich Bilder voll zwielichtiger Gestalten, düsterer Sets und spannungsgeladener Geschichten auf. Der Spaß kann also losgehen!
Nach Ende des Films macht sich jedoch Ernüchterung breit. Richtig schlecht ist sicherlich keine der Geschichten, herausragend aber auch keine. Manche der zehn Episoden sind schlicht nicht konsequent auserzählt, enden ohne Pointe oder Statement. Tun sie dies doch, ist die Pointe meist belanglos. Besonders die bereits angesprochenen Demme, Ferrara und Maclean bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. So gibt es in Ferraras Episode zwar ein bisschen Sex, in Macleans ein wenig Crime, insgesamt wirken sie aber recht harmlos. Jonathan Demmes Geschichte „Einmal extrascharf“, die den Film eröffnet, zählt zu den schwächsten überhaupt. Dies mag den strengeren (Zensur-)Vorgaben des Fernsehens geschuldet sein oder aber dem Realismusanspruch des Konzepts. Vielleicht sind den New Yorker Bürgern einfach keine aufregenderen Geschichten passiert. Hier hätte man sich dann doch die ein oder andere (unrealistische) Korrektur seitens der Drehbuchschreiber gewünscht.
Es gibt aber auch gelungene Episoden. Am stärksten sind „5:24 Uhr“ und „Der Hut“, die einen noch jungen Steve Zahn („Sunshine Cleaning“) und Michael Rapaport („Copland“, „Hinterm Sofa an der Front“) zeigen. In ihnen stimmt vieles. Besonders der im Deutschen völlig irreführend betitelte „Der Hut“ (im Original: „The Listeners“) dekliniert sein Thema - das menschliche (Zu-)Hören - in der kurzen Zeit sehr subtil durch. Neben Zahn und Rapaport sind ein noch unbekannter Sam Rockwell („3 Engel für Charlie“) und der erst sechzehnjährige Peter Saarsgard („Knight and Day“) in „New York Subway“ zu entdecken. Fans, die schon immer einmal wissen wollten, was diese Stars vor ihrem Durchbruch so getrieben haben, könnte der Film daher allemal interessieren.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist überwiegend gut, allerdings an manchen Stellen unscharf. Besonders bei schnellen Bewegungen wirkt es verschwommen. Am Ton gibt es nichts auszusetzen. Die Umwandlung in Dolby Digital 5.1 in der deutschen Sprachfassung hätte man sich aber sparen können, da der Ton des ursprünglich in Dolby Digital 2.0 produzierten Films lediglich gleichmäßig auf fünf Boxen verteilt wird.
Extras gibt es keine.
Fazit:
„New York Subway“ bietet kurzweilige Unterhaltung, die keinem wehtut, jedoch angesichts der Schwergewichte auf den Regiestühlen weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Geschichten sind nett, aber eben auch harmlos. Zum Trost kann man sich über die ersten Gehversuche einiger späterer Schauspielgrößen amüsieren.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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81:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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New York Subway
SUBWAYStories: Tales from the Underground
Kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, die keinem wehtut
Autor der Besprechung:
Falk Straub
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1997 Regie: Bob Balaban, Patricia Benoit, Julie Dash, Jonathan Demme, Ted Demme, Abel Ferrara, Alison Maclean, Craig McKay, Lucas Platt, Seth Zvi Rosenfeld Drehbuch: Adam Brooks, John Guare, Lynn Grossman, Angela Todd, Seth Zvi Rosenfeld, Albert Innaurato, Danny Hoch, Julie Dash, Marla Hanson, Joe Viola Darsteller: Rosie Perez, Jerry Stiller, Bonnie Hunt, Steve Zahn, Lili Taylor, Michael Rapaport, Sam Rockwell
Label :
3L
Verkaufsstart : 18.11.2010
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