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Blu-ray-Besprechung - Bear - Stell dich tot
Story:
Die Brüder Sam (Patrick Scott Lewis) und Nick (Brendan Michael Coughlin) sind zusammen mit ihren Freundinnen Christine (Katie Lowes) und Liz (Mary Alexandra Stiefvater) auf dem Weg zu einer Familienfeier. Durch eine Unachtsamkeit kommen sie mit dem Wagen von der Straße ab und landen mitten im Revier eines Bärenpaares. Als einer der Brüder die Bärin erschießt, scheint der überlebende Bär auf Rache zu sinnen und kerkert die vier Menschen in ihrem Van ein. Er verschwindet zwar immer wieder kurz vom Fahrzeug, taucht aber kurze Zeit immer wieder auf, um seine Beute an der Flucht zu hindern. Doch nicht nur der Bär sorgt für Probleme, auch innerhalb der Gruppe gibt es Konflikte, die zu Unruhen führen.
Meinung zum Film:
Es ist gleich nach den ersten Sekunden von „Bear – Stell dich tot“ zu erkennen, dass es sich hierbei um eine kleine Independent-Produktion handelt. Das Bild ist geprägt von der sterilen Videooptik, was vor allem zu Beginn, wenn der Film noch bei hellem Tageslicht spielt, für keinen sonderlich filmgerechten Eindruck sorgt. Erst wenn die Sonne sich senkt und die Nacht hereinbricht, beginnt auch der Film ein bisschen mehr Kinoatmosphäre zu entfalten. Der Gesamteindruck wird dann zwar noch immer von der sterilen Videooptik geprägt, dies aber bei weitem nicht so stark wie zuvor. Auch die deutsche Synchronisation, die nicht unbedingt billig klingt, hat mit einer sterilen Form zu kämpfen. Offensichtlich lag keine separate Effektspur vor, weswegen mit der Synchronisation auch gleich die Soundeffekte aufgenommen werden mussten. Diese sind dann aber doch sehr spärlich gesetzt, wodurch eine natürliche Umgebungsatmosphäre nicht aufkommen will.
Die Story des Films legt gleich zu Beginn zügig los. Ohne große Vorrede und ohne eine Einleitung landet der Van der vier Reisenden neben der Straße und der erste Bär gibt sich zu erkennen. Nach einem Schuss mit einer Pistole macht das Tier sich aber gleich wieder auf dem Weg, doch Sam will sich die Chance nicht nehmen lassen, setzt nach und tötet das Wildtier. Für den nächsten pelzigen Angreifer fehlen dann aber weitere Patronen und es bleibt nur noch die Flucht in das Fahrzeug, das der Bär dann gleich auf die Seite legt. Wer hofft, dass es nach diesem temporeichen Start so weiter gehen würde, muss seine Erwartungen mächtig zurück drehen. Denn was folgt ist erst mal rund 20 Minuten wälzen von Problemen zwischen den beiden Brüdern, die versuchen, den streikenden Wagen wieder ans Laufen zu bringen. Auch die Frauen, die im Wagen warten, wälzen erst einmal ausführlich ihre privaten Probleme. Erst danach widmet sich der Film dann wieder der Gefahr aus dem Wald, um sich später dann noch einmal eine etwas längere Auszeit zu nehmen. Das Ende des Films ist dann so kitschig geraten, dass es allen vorhergehenden Soap-Teilen der Story die glänzende Krone aufsetzt.
Letzten Endes ist es - neben der Videooptik - dann vor allem der platte Familienkram, der dem ansonsten ordentlichen, wenn auch nicht sonderlich blutigen Tierhorror immer wieder den Wind aus den Segeln nimmt. Die Szenen mit dem angreifenden Bären sind ganz gut gelungen und es kann dem Filmemacher gar nicht hoch genug angerechnet werden, dass hier auf ein Tier aus Fleisch und Blut gesetzt wurde, anstatt ein weiteres Werk mit lächerlichen CGIs zu schaffen. Und so schlagen nach dem Sehen sicherlich bei vielen Tierhorrorfreunden zwei Herzen in der Brust. Zum einen dürften sich viele an den teils äußerst gelungenen Szenen mit dem bedrohlich wirkenden Bären erfreuen. Zum anderen ist es aber auch nicht zu übersehen, dass der mit knapp 80 Minuten ohnehin schon nicht sonderlich lange Film durch den ganzen Familien-Soap-Opera-Kram gestreckt und dadurch schmerzlich verwässert wurde. Dadurch wird verhindert, dass durchgehende Spannung aufkommt, stattdessen gibt es immer wieder zähe Längen zu überstehen. Anhänger von Tierhorror-Filmen können aber ruhig einen Blick riskieren, denn müde Storys ist man als Anhänger des Genres ja ohnehin schon längst gewohnt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild, das im 1080i/50-Format auf der Blu-ray vorliegt, ist gemessen am durchschnittlichen HD-Standard schlecht geraten. Vor allem die Videooptik sorgt dafür, dass nur ganz selten HD-Feeling aufkommen will. Das größte Problem sind die Nachzieheffekte, wie man sie auch von Aufnahmen mit der privaten Videokamera kennt. Es sind vor allem die Tageslicht-Aufnahmen, die unter diesem Effekt zu leiden haben. Wenn es dunkel wird, lassen die Probleme deutlich nach und zudem wirken die Schärfe und der Detailgrad in den Nachtaufnahmen etwas ausgeprägter. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 2.0 vor, erklingt normgerecht aus der Front und bietet dabei ein zumindest angenehmes Stereospektrum.
Beim Bonus gibt es zunächst einen Audiokommentar mit Regisseur Dickey Beer und Co-Produzent und Co-Drehbuchautor Ethan Wiley. Einigen dürfte dieser aber nur wenig an Mehrwert bieten, da er lediglich in englischer Sprache ohne Untertitel vorliegt. Als weitere Extras gibt es Interviews mit Tiertrainer Scott Handley und Co-Produzent Chris Walas, die aber das gleiche Problem wie der Audiokommentar haben - keine Untertitel.
Fazit:
„Bear – Stell dich tot“ ist ein rein von den Auftritten des Bären gesehen ordentlicher Tierhorror-Film, der Einsatz eines realen Tieres macht sich hier vollauf bezahlt. Doch die teils billig wirkende Videooptik und der ganze Soap-Opera-Kram verhindern, dass das Potential des Bären ausgeschöpft werden kann. Etwas mehr Blut, dafür deutlich weniger Kitsch hätte dem ganzen Unternehmen eindeutig gut getan. Tierhorror-Fans sollten sich den Film aber trotzdem ruhig einmal ansehen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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78:41 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Dickey Beer und Co-Produzent und Co-Drehbuchautor Ethan Wiley
- Interview mit Tiertrainer Scott Handley
- Interview mit Co-Produzent Chris Walas
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Bear - Stell dich tot
Bear
Gefährlicher Bär, dämliche Soap-Opera
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: John Rebel Drehbuch: Roel Reiné, Ethan Wiley Darsteller: Brendan Michael Coughlin, Patrick Scott Lewis, Katie Lowes, Mary Alexandra Stiefvater
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 06.11.2010
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