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Blu-ray-Besprechung - Die größten Naturereignisse

Story:
In der Dokumentation „Die größten Naturereignisse“ werden sechs Regionen unseres Planeten mit Hilfe modernster Kameratechniken besucht. Dabei werden die Lebensumstände und der Überlebenskampf der dort ansässigen Tiere unter die Lupe genommen und in fantastischen Aufnahmen wird auch ihr Lebensraum näher gebracht.

Meinung zum Film:
„Die größten Naturereignisse“ beginnt mit einem Blick auf die Natur in der Arktis. Es wird gezeigt, welchen Wechsel die Eismassen durchmachen und wie in der Zeit, in der die Sonne den Nordpol erwärmt, Leben zu sprießen beginnt. In wunderschön gefilmten Bildern werden Eisbären gezeigt, wie sie im rötlichen Schein der Sonne mit Vorsicht über das langsam schmelzende Eis wandern, auf der Suche nach Robben, die zu ihrer natürlichen Beute gehören. Es wird gezeigt, wie sich das Leben der Tiere mit dem Beginn der Eisschmelze verändert und wie wichtig die frühzeitige Jagd zum Überleben für sie wird. Die Jagdszenen könnten zarte Gemüter bei manchen Aufnahmen ein wenig schocken. Denn auch wenn diese Momente nicht reißerisch präsentiert werden, ist doch klar zu erkennen, wie z.B. Eisbären Robben reißen oder Wolfsjunge einen Vogel fressen. Später sind es dann die Eisbären, die zu Zeiten des Eis noch gefährlichsten Jäger am Nordpol, die auf dem trockenen Festland keine Nahrung mehr finden und durch die immer weiter einkehrende Eisschmelze, immer mehr vom Aussterben bedroht werden. Es ist ein bemitleidenswertes Bild, wenn die weißen Riesen ausgelaugt auf einer Eisscholle dahintreiben oder im immer weiter schmelzenden Eis einbrechen und sich nur mit größter Mühe auf festeres Eis retten können.  

In der nächsten Episode geht es auf nach Kanada. Auch hier geht es los mit Eindrücken von Bären, in diesem Fall Grizzlybären. Eine Mutter versucht sich zusammen mit ihren zwei Jungen durch den Schnee über die Berge an die Küste zu bewegen, wo sie Lachs jagen können. Der Lachs wird seinerseits immer wieder vom Süßwasser angelockt und schwimmt vom Pazifik kommend in großen Schwärmen flussaufwärts durch das Wasser in den kanadischen Wäldern. In erneut phantastischen Bildern wird der unterschiedliche Kampf ums Überleben, in einer wunderschönen Natur gezeigt. Der Weg der Bären durch die Wälder und der Weg der Lachse durch den Pazifik, bis zum Aufeinandertreffen von Jägern und Beute. Die nächste Episode entführt den Zuschauer zu den Wundern der Serengeti. Es wird aufgezeigt, wie Gnus, Zebras und Gazellen während der Regenzeit in saftig grünen Gebieten zur Beute von Raubtieren werden. Die Jagdgebiete sind dabei streng nach Gebieten aufgeteilt und kein Raubtier würde es wagen, das Revier der anderen zu betreten. Und eines haben die Raubtiere in der Wüste mit ihren pelzigen Freunden in der Arktis gemeinsam – ihnen bleibt nur eine begrenzte Zeit, um sich genügend Fett anzufressen und dadurch die nächste Dürrephase zu überleben. Das Überleben des Nachwuchses hängt wie so oft vom Jagdgeschick der Eltern ab. Schaffen diese es nicht, hinreichend Beute für die Kleinen zu erlegen, bleiben sie nach und nach geschwächt zurück, um einsam zu sterben. Das Gesetz des Stärkeren hat innerhalb der Raubtier-Familien eine große Bedeutung, was durch teils sehr traurig stimmende Bilder belegt wird.  

Für die vierte Episode geht es unter die Meeresoberfläche vor der Ostküste Südafrikas, wo die Massenwanderung von Milliarden südafrikanischer Sardinen beobachtet und in faszinierenden Bildern ins Wohnzimmer gebracht wird. Wo die Sardinen sind, tummeln sich auch unzählige Vögel, Haie und sonstige Angreifer, die in den Wandernden eine schmackhafte Mahlzeit sehen. Aus den Tiefen des Meeres geht anschließend weiter in die nördliche Kalahari-Wüste und dort in erster Linie zu einer Horde Elefanten, die in der drückenden Hitze nach Trinkwasser sucht. Die Erlösung bietet ihnen das Okawango-Delta, das mitten in der Trockenzeit durch seine jährlichen Überschwemmungen für das Überleben der Tiere garantiert. Zum Schluss geht es in der Dokumentation dann noch einmal in das meist kalte Alaska, das hier von einer ganz anderen Seite gezeigt wird. Mit dem Frühling hält hier nicht nur die Wärme so langsam Einzug in die einzelnen Regionen, sondern zugleich auch eine artenreichen Vielfalt an Leben. In dieser Zeit wird Kraft getankt und sich auf den nächsten harten Winter vorbereitet. Und damit schließt die Dokumentation wie bei den vorhergehenden Episoden auch mit dem Überlebenskampf der Tiere, in einer zeitweise sehr unwirtlichen Umgebung für sie. Auch hier gilt die Devise, dass nur die Stärksten überleben. Dass die zu sehenden Bilder nicht immer niedlich anzusehen sind, liegt dabei auf der Hand. Dies sollte aber niemanden davon abhalten, sich diese sehenswerte Dokumentation anzusehen. Denn die Natur wird hier immer wieder von ihrer schönsten Seite gezeigt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild liegt zwar nur im 1080i/50-Format auf der Disc vor, hinterlässt damit aber einen sehr guten Eindruck. Es gibt eine sehr detailreiche Schärfe zu bewundern, mit durchweg gutem Kontrast und guten Farbwerten. Lediglich der plastische Effekt, den man oftmals bei HD-Formaten genießen kann, will sich nicht so recht einstellen. Der deutsche Ton in DTS-HD 5.1 sorgt für ein schönes Ausfüllen des Raums, vor allem mit Musik. Effekte zu den Bildern selbst gibt es allerdings eher seltener zu hören, was aber auch nicht weiter vermisst wird.

Als Extra gibt es zu jeder Folge jeweils ein sehr interessantes, rund 10-minütiges Tagebuch, in dem ein wenig auf die Entstehung der einzelnen Episoden, den Dreharbeiten und den technischen Aspekten eingegangen wird.

Fazit:
„Die größten Naturereignisse“ ist eine beeindruckende Dokumentation, die sich mit dem Schicksal von Tieren und der Notwendigkeit zum Geschick in der Jagd beschäftigt. Die Bilder sind nicht immer ganz leicht zu verdauen und stimmen oftmals nachdenklich und traurig, ohne dabei jedoch zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Als Ausgleich dafür gibt es aber auch regelmäßig wunderschöne Naturaufnahmen zum Genießen. Freunde von Naturdokumentation werden hier bestens bedient.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK INFO-Programm
1,78:1
1,78:1
6 Episoden a ca. 50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Produktions-Tagebuch zu jeder Episode
Die größten Naturereignisse - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die größten Naturereignisse
Nature’s Great Events

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Beindruckende, aber auch nachdenklich stimmende Bilder


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK, 2009
Regie:
Diverse
Drehbuch:
Diverse
Darsteller:
-

Label Deutschland :
BBC
Verkaufsstart Deutschland :
26.11.2010