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Kino-Besprechung - Ich sehe den Mann deiner Träume

Story:
Alfie (Anthony Hopkins) verlässt nach mehr als 40 Jahren Ehe seine Frau Helena (Gemma Jones). Kurz danach beginnt er eine Beziehung mit einer viel jüngeren Prostituierten. Helena hat große Probleme über die Trennung hinwegzukommen und beginnt, eine Wahrsagerin zu besuchen. Ermutigt wird sie dabei von ihrer Tochter Sally (Naomi Watts), die selbst Probleme in ihrer Ehe mit dem Schriftsteller Roy (Josh Brolin) hat. Er ist regelmäßig schlecht gelaunt, weil seine weiteren Bücher viel schlechter waren als der Bestseller, mit dem er seine Karriere begann. Und anstatt sich auf sein neues Buch zu konzentrieren, beobachtet er lieber die schöne Frau in der Wohnung gegenüber. Sally entwickelt derweil Gefühle für ihren eleganten Chef (Antonio Banderas).

Meinung zum Film:
„Ich sehe den Mann deiner Träume“ ist der 41. Film von Woody Allen („Vicky Cristina Barcelona“), der wie üblich auch das Drehbuch schrieb. Der Film wird am 12. Dezember genau zum 75. Geburtstag von Allen in den deutschen Kinos starten und wurde mal wieder in London gedreht.

Der Film kann mit einer sehr prominenten Besetzung aufwarten. In den Hauptrollen des Ehepaars Sally und Roy haben wir Naomi Watts („King Kong“) und Josh Brolin („No Country for Old Men“). Naomi Watts spielt die liebenswert-zurückhaltende Sally, die langsam Gefühle für ihren Chef entwickelt. Erst zum Ende hin zeigt sich, dass sie durchaus auch berechnend und gehässig sein kann. Eine Entwicklung, die von Watts subtil aber glaubwürdig präsentiert wird. Der von Brolin gespielte Schriftsteller Roy ist ein zunehmend verzweifelter Charakter, da ihm einfach kein zweiter Erfolgsroman gelingen will. Zugleich offenbart er aber auch eine sehr dunkle Seite, wenn er zum Beispiel weiter versucht, die schöne Nachbarin zu verführen, obwohl sie verlobt ist und ihre Hochzeit kurz bevorsteht. Eine interessante Besetzung ist auch Anthony Hopkins („Bram Stokers Dracula“) als Sallys Vater. Sein hoffnungslos in eine junge Prostituierte vernarrter Alfie ist ein so ganz anderer Charakter als seine meisten Rollen, wo er meist die Kontrolle ausübt. Sallys Mutter Helena wird von Gemma Jones („Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“) gespielt. Sie wirkt sehr überzeugend in der Rolle einer willensschwachen Frau, die ihr Leben meist fremd bestimmen lässt. Erst von ihrem Mann, dann ihrer Tochter und schließlich von einer Wahrsagerin.

In seinen Nebenrollen kann der Film unter anderem mit Antonio Banderas („Desperado“) als Galeriebesitzer Greg und Freida Pinto („Slumdog Millionär“) aufwarten. Sehr bemerkenswert ist auch der Auftritt von Lucy Punch („Die Girls von St. Trinian“), die Alfies junge und sehr ordinäre Freundin Charmaine spielt. Sie ist für einige der besten Lacher des Films verantwortlich. Überhaupt regt der Film immer wieder zum lachen an, obwohl er eigentlich von einer extrem pessimistischen Grundhaltung geprägt ist. Leider sorgt die Vielzahl der Charaktere und Handlungsstränge auch dafür, dass er manchmal etwas inkohärent wirkt.

Fazit:
„Ich sehe den Mann deiner Träume“ ist eine sehr prominent besetze Tragikomödie, die eine Vielzahl von Beziehungen am Rande des Auseinanderbrechens präsentiert. Stellenweise sehr amüsant, fehlt dem Film doch ein wenig der Zusammenhang. Zudem endet er an dem Punkt, wo er gerade erst richtig interessant wird.

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Ich sehe den Mann deiner Träume
You Will Meet a Tall Dark Stranger

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Ein Kaleidoskop der Beziehungen


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Woody Allen
Drehbuch:
Woody Allen
Darsteller:
Antonio Banderas, Josh Brolin, Anthony Hopkins, Gemma Jones, Freida Pinto, Lucy Punch, Naomi Watts

Verleiher:
Concorde Film
Kinostart Deutschland :
02.12.2010