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Blu-ray-Besprechung - The Experiment
Story:
Travis (Adrien Brody) arbeitet als Helfer in einem Altersheim, wird aber eines Tages entlassen. Um wieder an Geld zu kommen, meldet er sich zusammen mit einigen anderen zu einem Experiment an einer Universität: für 14 Tage werden die Teilnehmer zufällig in Gefangene und Wärter eingeteilt und müssen sich alle an feste Regeln halten. Während Travis als Gefangener fungieren muss, ist Barris (Forest Whitaker), den Travis beim Casting kennengelernt hat, ein Wärter. Nachdem es zwischen den beiden Gruppen schnell zu Spannungen kommt, eskaliert die Lage.
Meinung zum Film:
„The Experiment“ ist das US-amerikanische Remake, bzw. die Neuinterpretation von Oliver Hirschbiegels („Der Untergang“) „Experiment“. Dieser 2001 inszenierte deutsche Film, der unter anderem mit Moritz Bleibtreu („Lola rennt“) und Christian Berkel („Der Untergang“) aufwarten konnte, war seinerzeit ein großer und vor allem preisgekrönter Erfolg bei uns. Der Film, der auf dem Roman „Black Box“ von Mario Giordano beruht, thematisiert die Vorkommnisse während des „Stanford-Prison-Experiments“, das 1971 in der Stanford-Universität in den USA tatsächlich durchgeführt wurde.
Die vorliegende US-Interpretation ist insgesamt nicht schlecht. Gelegentlich läuft es zwar äußerst klischeehaft ab, zum Beispiel wenn Barris nach den ersten Tagen seine Macht voll ausspielt und dann erstaunt feststellen muss, dass er davon eine Erektion bekommen hat. Dennoch ist Barris der zunächst interessanteste Charakter in der Gruppe, die zu Beginn des Experiments in Wärter und Gefangene eingeteilt wird. Denn er ist der Einzige, der sich von einem zunächst sympathischen Menschen in einen Psychopathen verwandelt und die Führung der Wärtergruppe übernimmt. Die anderen Wärter wandeln sich entweder „nur“ zu kleinen Sadisten oder zu mehr oder weniger moderaten Aufsehern, bzw. später Mitläufern und Befehlsempfängern. Oder sie waren gleich von Anfang an unsympathisch.
Ein weiterer interessanter Aspekt des Films ist die Tatsache, dass man zwar ständig die überwachenden Kameras sieht, im Gegensatz zur deutschen Original-Verfilmung jedoch nie die dazugehörigen, dahintersitzenden Wissenschaftler, die das Experiment überwachen. Dies lässt einerseits mit den Gefangenen, aber auch ein wenig mit den Wärtern mitfühlen, denn die Wärter haben als Bezugspunkt lediglich eine Lampe, die rot leuchtet, wenn etwas schief läuft, die Gefangenen hingegen haben gar nichts und sind vollkommen auf sich alleine gestellt. Leider ist dies aber auch zugleich ein riesiger, wenn nicht sogar der Schwachpunkt von „The Experiment“, denn an einer Stelle, in der Travis lautstark das Ende des Experiments einfordert, passiert rein gar nichts. Hier wird dann zusätzlich noch eine geheimnisvolle Komponente a la „Cube“ eingeführt, die aber einfach nur störend wirkt. Dennoch sollte man sich die US-Variante des Psycho-Films ruhig mal ansehen, Spannung ist garantiert, die Tiefe, Glaubwürdig- und Schlüssigkeit des Hirschbiegel-Films wird jedoch nie erreicht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray kann sich durchaus sehen lassen. Die Schärfe sitzt am richtigen Fleck, jedoch wird nie Referenz-Niveau erreicht. Plastizität ist nur in wenigen Szenen zu erkennen, dennoch kann man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein. Der Kontrast sitzt an der richtigen Stelle und auch bei dunkleren Szenen behält man immer den Überblick. Die Farben halten sich absichtlich ein wenig zurück und unterstreichen so die kühle Atmosphäre des Films. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 überzeugt. Die Dialogverständlichkeit ist sehr gut, für die Dynamik ist ebenfalls gesorgt, wobei bei diesem dialoglastigen Film auf den hinteren Lautsprechern eher nur Sounds und weniger Effekte zu hören sind.
Die Extras bieten zunächst eine Fülle von kleinen Interviews, in denen die meisten Darsteller und auch Teile der Crew, u.a. Regisseur und Drehbuchautor Paul Scheuring zu Wort kommen. Diese deutsch untertitelten, im Schnitt 2-minütigen Interviews lassen sich auf Wunsch einzeln anwählen. In einer 8-minütigen „Featurette“ wird noch ein kleiner Blick hinter die Kulissen geworfen und weitere Crew-Mitglieder kommen zu Wort (ebenfalls deutsch untertitelt). Nur in englisch ist dann der unkommentierte Besuch am Set. Abgerundet werden die Special Features mit Darstellerinfos zum Nachlesen, sowie dem deutschen und dem englischen Trailer.
Fazit:
„The Experiment“ ist das Remake des gleichnamigen deutschen Psycho-Thrillers aus dem Jahre 2001. Zwar geht es zuweilen klischeehaft und an einigen entscheidenden Stellen auch unglaubwürdig zu, dennoch bietet der Film etwas mehr als 90 Minuten spannende Unterhaltung. Die Stärken des Originals werden jedoch zu keiner Sekunde erreicht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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96:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interviews mit Cast und Crew
- Featurette
- Blick hinter die Kulissen
- Darstellerinfos zum Nachlesen
- deutscher Trailer
- englischer Trailer
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The Experiment
The Experiment
Kein Vergleich zum deutschen Original, mit Abstrichen aber dennoch sehenswert
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Paul Scheuring Drehbuch: Paul Scheuring Darsteller: Adrien Brody, Forest Whitaker, Cam Gigandet, Clifton Collins Jr., Ethan Cohn
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 02.12.2010
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