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Blu-ray-Besprechung - No Reason

Story:
Bei Jennifer (Irene Holzfurtner) scheint eigentlich alles in Ordnung zu sein, doch eines schönen Tages kommt es knüppeldick für sie. Erst versaut ihr der Postbote das WC und dann bekommt sie anonym Beweisfotos für den Fehltritt ihres Mannes Sebastian (Matthias Engel) mit einer Nachbarin. Als sie nach einem Bad nackt in ihrer Wohnung aufwacht und alles voller Blut und Leichenteile ist, taucht ein unbekannter maskierter Mann auf, der sie in das „weiße Licht“ führen will. Jennifer betritt eine Welt der Gewalt.

Meinung zum Film:
Dachte man als erfahrener Zuschauer, dass Regisseur Olaf Ittenbach 2001 mit „Legion Of The Dead“ den endgültigen Sprung nach vorne gemacht hat, so wird man mit seinem aktuellen Werk „No Reason“ auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Produktion wirkt völlig konzeptionslos und stets verwirrend. Letzteres ist vielleicht sogar Absicht, da Ittenbach verschiedene Realitätsebenen eingebaut hat, die für die große Überraschung sorgen sollen. Überrascht ist da aber eher der Zuschauer, der es schafft, den Film bis zum Ende anzusehen. Er greift auf ein paar bekannte Filmelemente zurück und versucht diese zu verknüpfen, doch das Ergebnis ist erschütternd schlecht ausgefallen.  

Zunächst werden Zuschauer und Protagonistin vor die Frage gestellt, was denn eigentlich passiert sein möge. Diese wird umso schwerer zu beantworten sein, da bereits vor den Ereignissen die Schnittschere angesetzt wurde. Aber selbst wer die entfernte Szene kennt, hat nicht unbedingt einen Vorteil in Sachen Verständnis. Dann taucht der maskierte Hobbyphilosoph auf, der die Hauptdarstellerin zu einem weißen Licht führen möchte. Verklärt erklärt er ihr, dass er sie nur anleiten kann, sie selbst aber die Erkenntnis haben muss. Und jetzt kommt der logische Knalleffekt, denn um diese zu erlangen, zeigt er ihr, wie -mehr oder weniger originell- einige Zeitgenossen ihre Leben aushauchen. Das ist mal eine spannende Erklärung. Die billig wirkenden Sets ergänzen den schlechten Eindruck, den man von „No Reason“ erhält ebenso, wie die schwachen optischen Spiele mit der Bildfarbe. Dario Argento („Suspiria“) hat damit Spannung geschaffen, Olaf Ittenbach schafft dies in seinem neuen Film hingegen nicht.  

Bei den Splatterszenen sind die heikelsten Effekte natürlich entfernt worden, den Zensureinrichtungen sei Dank. So taugt das krude Werk dann auch noch nicht einmal für Gorefans. Was Ittenbach sich dabei gedacht hat, so einen schlechten Film zu machen, man ahnt es nicht. Dabei kann er doch anders, wie er bewiesen hat. Er nähert sich gefährlich dem Niveau, mit dem er begonnen hat und das ist ihm vorzuwerfen. Im Gegensatz zu Amateurfilmern hat er auf internationalem Niveau agieren dürfen und das sollte eigentlich ein Ansporn zu mehr sein. Seine engsten Fans würden ihm sogar die Reduktion des blutigen Anteils verzeihen, wenn er etwas erarbeitet, was einen roten Faden besitzt und wieder richtig unterhält. „No Reason“ schafft genau dies jedoch nicht.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann zwar bei den Nahaufnahmen einige Details anbieten, doch wenn die Farbfilter zum Einsatz kommen, dann schwindet die Qualität der Bildschärfe. Die Tiefenschärfe lässt durchaus Wünsche offen und der Kontrast zeigt diverse Schwächen. Bei einigen dunklen Szenen wirkt die Optik stellenweise milchig und es scheint leider kein Stilmittel zu sein. Die Farben sind in den ungefilterten Passagen manierlich und wirken sehr real. Der Ton ist in den Dialogen in Ordnung, doch die Nebengeräusche und der Score kommen nicht ganz so schön zur Geltung.

Gut 7,5 Minuten dauert das Making Of zum Hauptfilm und nach einer Art Intro der beiden Hauptdarsteller versucht Regisseur Olaf Ittenbach zu erklären, was er machen wollte. Leider bestätigt er hier ungewollt die wirren Eindrücke des Zuschauers. Hinzu kommen noch ein paar Eindrücke von den Dreharbeiten. Es folgt eine Interview mit Timothy Balme, der als Lionel in Peter Jacksons „Braindead“ zur Kultfigur wurde und in „No Reason“ einen Cameo-Auftritt als Pathologe hat. Als Abschluss gibt es den Originaltrailer.

Fazit:
Olaf Ittenbachs „No Reason“ ist leider ein derber Rückfall in seine üblen Regiezeiten. Die Produktion ist wirr, konstruiert und billig. Selbst seine Fans werden Probleme mit diesem Werk haben. Die technische Qualität der Blu-ray erreicht gerade einen Platz im unteren Mittelfeld.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
71:12 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Deutsch
Linear PCM 2.0
Linear PCM 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interview mit Timothy Balme
  • Trailer
No Reason - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
No Reason
No Reason

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Ittenbach macht wieder Mumpitz


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2010
Regie:
Olaf Ittenbach
Drehbuch:
Olaf Ittenbach
Darsteller:
Irene Holzfurtner, Matthias Engel, Andreas Pape, Annika Strauß, Alexander Gamnitzer

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
02.12.2010