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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Todeskommando Russland 4

Story:
Leutnant Andrey Besfamilnlyy (Kirill Pletnev) befehligt im Jahr 1944 in Moldawien einen Aufklärungstrupp der Roten Armee. In seiner ersten Mission, die sich komplett im Lager seiner Kompanie, nebst Hospital, abspielt, muss Besfamilnyy einen verwundeten, deutschen General mit kriegswichtigen Informationen vor dem Zugriff anrückender Fallschirmjäger schützen und außerdem einen Verräter innerhalb des Lagers entlarven. Seine zweite Mission verschlägt ihn hingegen ins spärlich besiedelte, moldawische Hinterland, wo eine angebliche Einheit der Roten Armee mordend und plündernd von Dorf zu Dorf zieht. Andreys Auftrag ist es, diese Angreifer zu identifizieren und auszuschalten.

Meinung zum Film:
„Todeskommando Russland“, dessen vierter Teil hier zur Besprechung vorliegt, ist auf den ersten Blick wiedermal eine völlig willkürliche erschaffene Reihe des Labels „MiG“, bzw. seines Sublabels „Movie Power“, und scheint als einzige Gemeinsamkeit mit den drei vorigen Titeln der Reihe eigentlich nur die russische Perspektive auf Ereignisse im 2. Weltkrieg gemeinsam zu haben. Bei genauerer Betrachtung der Titel dieser Reihe zeigt sich jedoch, dass „Todeskommando Russland“ den dritten Teil und „Todeskommando Russland 3“ den ersten Teil der wohl ursprünglich aus dem TV stammenden, russischen Serie „Nesluzhebnoe zadanie“ darstellen. „Todeskommando Russland 2“ hingegen, im Original „Zvezda“, ist ein davon völlig unabhängiger, russischer Kinofilm aus dem Jahr 2002. Für „Todeskommando Russland 4“ findet sich zwar kein entsprechender Datenbankeintrag im Internet, diverse Indizien, wie z.B. der gleiche Regisseur Vitaly Vorobjev, der gleiche Hauptdarsteller Kirill Pletnev, die gleiche Thematik eines kleinen Kommandotrupps, die zeitliche Produktionsnähe und die offensichtliche TV-Herkunft sprechen jedoch, wenn nicht für eine Zugehörigkeit zur Reihe „Nesluzhebnoe zadanie“, wobei es sich allerdings definitiv nicht um deren zweite Auskopplung handeln kann, zumindest für eine gewisse Artverwandschaft.  

„Todeskommando Russland 4“ wirkt von Anfang an vor allem billig. Die Optik erinnert direkt an eine ältere Fernsehserie mit sehr schmalem Budget, die Darsteller sind Knallchargen allererster Güte, Spezialeffekte und Actionszenen gibt es im gesamten Film etwa 2-3 von unterdurchschnittlicher Ausformung, die Locations sind vor allem preisgünstig gewählt und die deutsche Synchronisation schreit in ihrer erbärmlichen Qualität zum Himmel. Auch die Personenkonstellation reizt bereits zum Davonlaufen. Da haben wir zum einen den Superpatrioten Andrey Besfamilnyy, der es trotz Verletzung gar nicht erwarten kann, endlich wieder in den Krieg zu ziehen, und zum anderen seinen eierköpfiger Buddy, der fortwährend Marx zitiert, sich als Meisterschütze entpuppt, insgesamt aber ständig zwischen Genius und Depp der Kompanie hin- und herschwankt. Das sorgt dann auch immer wieder für peinlich bemühte Momente der Komik, die auch den letzten Eindruck eines ernstzunehmenden Kriegsfilms zerstören.  

Inhaltlich zerfällt der Film in zwei Episoden, die offensichtlich einfach zusammengeschnitten wurden und keinerlei direkte inhaltliche Parallelen aufweisen. Die erste Episode, die nach etwa 54 Minuten endet, entpuppt sich als Kriminalfilm im Kriegsfilmgenre und präsentiert Andrey und seinen Eierkopfhelfer als eine Art Sherlock Holmes für Arme, die einen Verräter in den eigenen Reihen entlarven wollen. Spannung kommt hier jedoch nie auf, die Locations wirken mehr als dröge und als Zuschauer hofft man einfach, dass beide von einer verirrten, deutschen Kugel erledigt werden oder endlich mal mit ihren amateurhaften Ermittlungen zu Potte kommen. Die zweite Episode zeigt Andreys Spähtrupp dann im Außeneinsatz, wobei natürlich von Anfang an klar ist, dass die Plünderer natürlich keine guten Russen, sondern böse Deutsche, bzw. deren Sympathisanten, darstellen. In diesem Sinne ein Hoch auf einfältige Weltbilder, aber auch auf unsere glorreiche, freie Marktwirtschaft, die es immer wieder möglich macht, dass amateurhafter Rotz, wie das vorliegende filmische Exkret, straffrei unter die unbedarfte Käuferschaft gebracht werden dürfen!

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD wirkt, als wäre der Film mit sehr billigem Material gedreht worden, aber nachträglich per Filtereinsatz auf „zeitgenössisch“ getrimmt worden. Das Ergebnis erinnert jedoch eher an einen rund 20 Jahre alten Fernsehfilm. Die Bildschärfe bietet so gut wie keine Details und der bestenfalls durchschnittliche Eindruck wird durch das starke Bildrauschen weiter geschmälert. Außerdem ist das Bild deutlich zu hell geraten, Überstrahlungen sind somit eher die Regel als die Ausnahme, während die Farbgebung weniger authentisch, sondern vielmehr blass und ziemlich kraftlos erscheint. Jede der drei Tonspuren bietet eine gute Verständlichkeit, Actionszenen sind jedoch die absolute Ausnahme und wenn es doch mal knallt, wirken die Effekte einfach nur ärmlich. Zudem ist die amateurhafte, deutsche Synchronisation eine Frechheit und ist qualitativ dem absoluten Bodensatz des Genres zuzurechnen. Miese, unprofessionelle Sprecher, künstlicher Klang und peinliche Modulation der Stimmen sorgen für ein ständiges Fremdschämgefühl des Zuschauers. Aufgrund der durchgehenden, deutschen Untertitel sollte somit auf die russische Originaltonspur oder noch besser, angesichts der Qualität des Films, auf eine andere DVD ausgewichen werden.  

Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Todeskommando Russland 4“ ist ein Schlag ins Gesicht jedes unbedarften Käufers und der absolute Bodensatz des Kriegsfilmgenres. Amateurhafte Darsteller, gruselige Billigoptik, erbärmlich wirkende Clownsnummern zur Auflockerung des drögen Geschehens, ein Drehbuch mit der inhaltlichen Dimension einer Zigarettenschachtel, und eine Jugendfreigabe, die wohl lediglich dazu dient, zumindest jüngere, wehrlose Zuschauer zu schützen, taugen vor allem dazu, die Fluchtreflexe des bedrängten Betrachters zu stimulieren. Auch technisch macht die Veröffentlichung einen sehr lieblosen Eindruck und die Synchronisation wirkt, als wäre sie im Vorbeigehen an einer Fleischtheke entstanden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
106:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Russisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Todeskommando Russland 4 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Todeskommando Russland 4 - Die Konfrontation
Protivostoyanie

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
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Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland, 2006
Regie:
Vitaly Vorobjev, Lyubov Sviridova
Drehbuch:
Sergei Sergeyev
Darsteller:
Kirill Pletnev, Tatyana Arntgolts, Yan Tsapnik, Aleksey Ilin, Lev Prygunov, Zakhar Ronzhin

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
02.12.2010