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Blu-ray-Besprechung - Death Race 2000
Story:
Im Jahr 2000 handelt es sich bei dem weltweiten Fernsehereignis Nummer eins um ein brutales Todesrennen, bei dem es darum geht, dass die Fahrer mit ihren gepanzerten Wagen möglichst viele Fußgänger - und sich gegenseitig selbst - aus dem Weg räumen. Das geht sogar so weit, dass sich dem "Sport" treu ergebene Fans während der Rennen auf die Straße begeben und sich opfern. Doch es gibt eine Untergrundorganisation, die versucht, dem Todessport ein Ende zu setzen und damit auch die Karriere der beiden Top-Fahrer zu beenden: Frankenstein (David Carradine) und Machine Gun Joe (Sylvester Stallone).
Meinung zum Film:
"Death Race 2000" spielt - wie der Name bereits andeutet - im Jahr 2000, das zu Entstehungszeiten des Films natürlich noch in weiter Zukunft lag. In diesem Jahr 2000 des Filmuniversums haben eine lange Zeit zuvor stattgefundene Finanzkrise und ein Militärputsch dafür gesorgt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika nicht mehr existieren. Die Politik wird von einer großen Gesamtpartei erledigt, die nicht nur über die neuen "Vereinigten Provinzen" herrscht, sondern gleichzeitig auch als Kirche und alleinige Glaubensrichtung dient. In diesem faschistischen Regime werden die Leute - wie schon im alten Rom - durch eine Art moderne Gladiatorenkämpfe bei Laune gehalten, die in einer weltweit beliebten TV-Sendung übertragen werden: das jährliche "transkontinentale Straßenrennen". Dieses ist allerdings nicht etwa eine gemütliche Rundfahrt im Stil der Tour de France, sondern vielmehr ein blutiges, brutales Mörderspiel, bei dem es darum geht, möglichst viele Passanten zu überfahren. Einige - die treuesten der Death-Race-Fans - opfern sich sogar freiwillig für den Sport und platzieren sich besonders günstig für die Teilnehmer oder werfen sich vor deren Wagen.
Unangefochtener Champion dieser Rennen ist der mysteriöse Frankenstein (David Carradine, "Kung Fu"), dessen Gesicht durch viele Unfälle so entstellt sein soll, dass er immer nur mit einer schwarzen Maske herumläuft. Sein größter Widersacher ist der etwas dümmliche Machine Gun Joe (Sylvester Stallone, "Rocky"), der gerne mit seinem Maschinengewehr in die Zuschauermenge ballert und natürlich am liebsten selbst der neue Champion sein will. Doch wie so oft gibt es nicht nur Befürworter dieses seltsamen Millionenevents. Eine Untergrundbewegung hat es sich zum Ziel gesetzt, in diesem 20. Jahr des Death Race den Todesrennen ein für alle mal ein Ende zu setzen und baut auf der Strecke daher diverse Fallen für die Fahrer auf. Das ist allerdings längst nicht alles, denn vielleicht gibt es sogar unter den Fahrern oder ihren Navigatoren Abtrünnige.
"Death Race 2000" ist ein Trashklassiker aus dem Jahr 1975, der in Deutschland früher auch unter den Titeln "Frankensteins Todesrennen" und "Herrscher der Straße" lief. Und so brutal sich die Story des Films erst einmal anhören mag, das gezeigte Geschehen ist deutlich harmloser als beispielsweise bei "Running Man", wo es um eine ganz ähnliche Thematik geht. Das liegt vor allem daran, dass sich der Film zu keiner Zeit selbst ernst, sondern Gewalt vielmehr auf die Schippe nimmt. Das leuchtend knallrote Blut, das gelegentlich zu sehen ist, erweckt nie den Anschein, echt zu sein - oder echt sein zu wollen. Zudem meint man sich ständig in einer Realverfilmung der Hanna-Barbera-Zeichentrickserie "Wacky Races" zu befinden, da die unterschiedlichen Rennwagen überaus belustigend anzusehen sind. Beispielsweise ist Frankensteins fahrbarer Untersatz wie ein riesiges Reptil oder ein Dinosaurier gestaltet. Die Story ist ziemlich platt - und natürlich wird am Ende alles gut - doch der Film macht nach einer gewissen Eingewöhnungsphase extrem viel Spaß und erreichte im Laufe der Jahre - sicherlich nicht ganz zu Unrecht - Kultstatus als "bester B-Movie aller Zeiten".
Digitale Aufarbeitung:
"Death Race 2000" wird auf Blu-ray in deutlich besserer Qualität als auf DVD geboten, doch wirkliches Referenzniveau erreicht der Film zu keiner Zeit. Sehr gut weiß die Schärfe zu gefallen, die fast immer für überzeugende Detailzeichnung sorgt. Die Farben sehen mal sehr gut aus, öfters aber auch mal zu ausgewaschen oder verlaufen. Der Transfer rauscht noch dazu recht stark, was aber nicht zu sehr stört, negativer fallen da die zahlreichen analogen Defekte und Verschmutzungen auf, die immer wieder plötzlich auftauchen und manchmal ein und dieselbe Szene anfangs extrem sauber und mittendrin extrem schmutzig aussehen lassen. Trotzdem sollte man dazu erwähnen, dass "Death Race 2000" nie besser aussah als auf dieser Blu-ray und mit großer Wahrscheinlichkeit auch nie wird. Der Ton liegt sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch in Dolby Digital 2.0 vor und seine Qualität fällt deutlich schwächer aus als die des Bildes. Besonders die deutsche Fassung klingt extrem dumpf und blechern und lässt das Mono deutlich eher herausklingen als die sich minimal räumlicher anhörende Originalfassung. Dafür hat diese aber hingegen Probleme mit übersteuerten Höhen, die oft nur laut und schrill klingen. Bei Szenen, in denen sich die Hintergrundmusik mit den Motorengeräuschen vermischt, hört man nur einen matschigen Gesamtbrei. Das wäre besser gegangen.
Auch die Extras sind etwas enttäuschend, wenn man sich vor Augen hält, dass hier nur vier von elf Bonusmaterialien der US-Blu-ray zu finden sind (ausschließlich die der alten deutschen Special-Edition-DVD). Neben dem Trailer zum Film gibt es einen Audiokommentar von Roger Corman und Darstellerin Mary Woronov, die im Film die Calamity Jane spielt. Der Track ist durchaus interessant und auch unterhaltsam, hätte allerdings ein bisschen tiefgründiger sein können, da es oftmals Stellen gibt, wo sich die beiden einfach über irgendwas kaputtlachen. Des Weiteren gibt es ein kurzes, rund elfminütiges "Making Of", das eigentlich eine Retrospektive ist, in der einige Beteiligte kurz über die Produktion erzählen. Und letztlich bekommt der Zuschauer dann noch einen Clip geboten, in dem Filmwissenschaftler Leonard Maltin sechs Minuten lang Roger Corman interviewt. Ganz nett, aber ebenfalls nicht wirklich tiefgründig.
Fazit:
"Death Race 2000" ist ein sehr unterhaltsamer Kultklassiker mit hohem Trashfaktor, der noch dazu ein bisschen Gesellschaftskritik präsentiert (ähnlich wie beispielsweise "Running Man"). Die technische Qualität der Blu-ray bewegt sich zwar bei Weitem nicht auf Referenzniveau (insbesondere der Ton ist schlecht), doch bekommt man den Film hier so ansprechend zu sehen, wie es ihn nie zuvor fürs Heimkino gab. Bei den Bonusmaterialien wäre es allerdings schön gewesen, auch noch die restlichen Extras der US-Blu-ray vorzufinden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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79:35 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Making Of
- Interview
- Audiokommentar
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Herrscher der Straße / Frankensteins Todesrennen
Death Race 2000
Kulttrash mit David Carradine
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1975 Regie: Paul Bartel Drehbuch: Robert Thom, Charles B. Griffith Darsteller: David Carradine, Simone Griffeth, Sylvester Stallone, Mary Woronov, Roberta Collins, Martin Kove, Louisa Moritz, Don Steele
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 09.12.2010
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