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DVD-Besprechung - Apocalypse of the living Dead

Story:
Agentin Mina Milius (Kristina Klebe) bekommt ihren ersten eigenen Auftrag: Sie soll zusammen mit dem erfahrenen Agent Mortimer Reyes (Ken Foree) einen inhaftierten Gefangenen (Emilio Roso) überführen. Doch während der Fahrt wird der Tross von blutrünstigen Zombies gestoppt. Zusammen mit weiteren Flüchtlingen hetzen die schockierten Überlebenden von einem Versteck ins nächste bis sie erkennen müssen, dass sie nicht weglaufen können. Die Zombies scheinen allgegenwärtig.

Meinung zum Film:
Es ist immer wieder erstaunlich, welche Tragweite die erfolgreichen Zombiefilme von Genre-Urvater George A. Romero haben, denn noch heute, 43 Jahre nach "Night of the living Dead", richten sich ähnliche Produktionen nach dem wegbereitenden Untoten-Streifen. Sowohl der im Original lautende Titel "Zone of the Dead" als auch der ihm verpasste "deutsche" Name "Apocalypse of the Dead", sollen die Zielgruppe der namensverwandten Romero-Streifen - zuletzt "Survival of the Dead" (2009) und "Diary of the Dead" (2007) - ins Boot holen. Was diese serbisch/spanisch/italienische Koproduktion, die für ca. 1,7 Millionen Dollar produziert wurde, nicht vermag, ist Romeros sozialkritischen Ansatz einzubeziehen, für jenes das Werk des Zombie-Urvaters bekannt wurde. Eine solche Vielseitigkeit in der Story und deren Bedeutung lässt "Apocalypse of the living Dead" vermissen, ist aber insgesamt gesehen insbesondere für Zombie- und B-Horrorfans keine grundsätzlich zu verdammende Kost. Es ist durchaus interessant, einen Zombie-Streifen zu sichten, der nicht aus den USA kommt, sondern dem europäischen Markt entstammt.  

"Apocalypse of the living Dead" weist in Hauptdarsteller Ken Foree eine kultverdächtige Parallele zu Romero auf, da Foree bereits in dessen Hit "Dawn of the Dead" mit von der Partie war. Darüber hinaus findet sich sein Name auch in der Darstellerriege von Zack Snyders gleichnamigem Remake aus dem Jahr 2004. Nett, dass ihm "Apocalypse"-Drehbuchautor Milan Konjevic einen Hommage-Satz an die Zombie-Kulthits, in denen er selbst mitgespielt hat, in den Mund legt. Kenner werden an gleich mehreren Stellen schmunzeln, da die "Dawn of the Dead"-Hints nicht die einzigen Verweise auf die großen Vorbilder sind. "Apocalypse of the living Dead" entnimmt und zitiert sowohl Storyelemente als auch Figurenschemata des Genres. Leider haben die Macher an machen Stellen vergessen, die Handlung logisch zu gestalten, weshalb der Streifen letztendlich den B-Film-Charakter nicht ablegen kann. Fans müssen dazu einen Bruch mit den "ehrwürdigen" Regeln des Genres verkraften: Die Zombies legen mehrmals einen gekonnten Sprint hin - was bei den großen Vorlagen nie der Fall war und schon bei neueren Untoten-Streifen oder Remakes kontroverse Diskussionen in Fankreisen auslöste.  

Auf der anderen Seite kann der Film seine zugegeben recht simple und vor allem nicht neue Story in dem ihm möglichen Rahmen aufbereiten und hat durchaus die eine oder andere nette Einstellung zu bieten. "Apocalypse of the living Dead" vermag es sicher nicht bisher Uninteressierte für das Genre zu interessieren, Zombie-Fans hingegen werden stellenweise sicher Unterhaltung finden, da vor allem gegen Ende ordentlich Zug in den Film kommt. Horrorfreunde kommen auch wegen der durchweg gelungenen Special Effects auf ihre Kosten. Nicht nur die Makeup-Verantwortlichen haben gute Arbeit geleitet und ihre Untoten entsprechend gestaltet. Auch die Effekt-Gurus, die einige deftige Splattereinlagen zu bieten haben und dadurch "Apocalypse of the living Dead" den FSK-18 Button bescherten, verstehen es durch ihre Arbeit zu überzeugen.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der DVD fällt überraschend positiv aus, wenn man andere vergleichbare B-Movie-Titel als Referenz heranzieht. Neben dem vor allem in Schärfe und Farbkontrasten gelungenen Bildwerten fällt vor allem die durchweg gute Tonaufarbeitung auf. Der Ton liegt im sowohl TV-gerechten Stereoformat als auch für Digitalanlagenbesitzer erfreulichen Dolby-Digital-5.1-Format vor. Erfreulich ist die sehr gute Dialogverrständlichkeit, die bei früheren Titeln des Labels nicht immer geben war. Über den einen oder anderen Holperer muss bei der deutsche Synchro hinweggesehen werden, die insgesamt jedoch eine ordentliche Qualität besitzt. Das englische Original in Dolby-Digital-5.1 ist durch die höhere Dynamik deutlich authentischer. Dazu gibt es deutsche Untertitel zur Auswahl.  

Der Zuschauer sucht leider vergeblich nach Extras.

Fazit:
"Apocalypse of the living Dead" ist als B-Movie ok und wird Zombie-Fans unterhalten können. Obwohl die Story einem Low-Budget-Titel entspricht und nicht das Bedeutungsmaß anderer Referenzfilme des Genres erreicht, ist der Streifen als Action-Zombie-Horror gelungen. Bild sowie Ton sind gut aufbereitet, Extras fehlen hingegen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
96:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Apocalypse of the living Dead - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Apocalypse of the living Dead
Zone of the Dead

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
Zombiehorror mit "Dawn of the Dead"-Kultdarsteller Ken Foree


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Serbien / Italien / Spanien, 2009
Regie:
Milan Konjevic, Milan Todorovic
Drehbuch:
Milan Konjevic
Darsteller:
Ken Foree, Kristina Klebe, Emilio Roso

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
20.01.2011