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Blu-ray-Besprechung - Der Andere
Story:
Lisa (Laura Linney) und Peter (Liam Neeson) sind seit fast 25 Jahren verheiratet und führten immer eine harmonische Ehe. Doch eines Tages ist Lisa plötzlich weg, eine Situation, mit der der erfolgreiche Geschäftsmann Peter nur schwer fertig wird. Zufällig findet er in Lisas Computer einen Ordner mit Fotos eines unbekannten Manns, und als er dann auch noch über eine Mail sowie eine Telefonnachricht des Fremden stolpert, wird bald klar, dass Lisa anscheinend nicht immer so treu war, wie es für Peter den Anschein hatte. Da ihm die Angelegenheit keine Ruhe lässt, macht er sich auf den Weg, den "Anderen" (Antonio Banderas) in Lisas Leben zu finden und zur Rede zu stellen.
Meinung zum Film:
Seit rund 25 Jahren sind sie verheiratet und führen eine harmonische Bilderbuchehe: Lisa (Laura Linney, "Die Truman Show") und Peter (Liam Neeson, "Das A-Team"). Sie erfolgreiche Schuhdesignerin, er Geschäftsführer einer großen Firma. Zu Beginn sehen wir die beiden zusammen mit ihrer erwachsenen Tochter Abigail (Romola Garai, "Emma") auf einer Modenschau, bei der Lisas Schuhe präsentiert werden. Während sich Abigail danach mit ihrem Freund George (Craig Parkinson, "Wüstenblume") davonstiehlt, den Peter nie wirklich leiden konnte und der mit Lisas Schuhkreationen wenig anfangen kann, gehen Peter und Lisa essen. Dabei stellt Lisa ihrem Mann plötzlich, scheinbar aus dem Nichts, eine sehr seltsame und unerwartete Frage: ob er sich vorstellen könne, mal was mit einer anderen anzufangen, so ganz spontan, ohne es geplant zu haben, eben in einem bestimmten Moment eine Entscheidung zu treffen. Peter verneint dies und ist zwar etwas irritiert, tut die Frage seiner Frau aber als nichtig ab. Am nächsten Abend muss Lisa dann überraschend zu einem Meeting verreisen und verlässt das gemeinsame Haus der beiden.
Die nächste Szene zeigt Peter, der traurig, wütend und sprachlos die Kleider seiner Frau aus den Schränken ausräumt, während seine Tochter ihm dabei zusieht. Man weiß nicht, wie viel Zeit genau vergangen ist, aber Lisa ist nicht mehr da und hat ihren Mann ohne Angabe eines Grundes allein zurückgelassen. Während Peter noch mit der Fassung ringt, zeigt ihm seine Tochter einen Zettel, den die Mutter sie irgendwann gebeten hatte, in einem ihrer Schuhe für ihren Vater zu platzieren. Auf ihm steht nur "Lake Como" (Comer See), was Peter noch mehr irritiert, da er nie mit Lisa dort war. Zufällig hört er dann über das Handy von Lisa, das diese ebenfalls - genau wie ihren Computer - zurückgelassen hat, die Voicemail eines unbekannten Mannes, der Lisa anscheinend sehr gut kennt und "endlich mal wieder ihre Stimme hören" möchte. Auf dem Notebook findet er dann zudem die Mail eines unbekannten "Ralph", der mit Lisa wieder in Kontakt treten möchte. Und als er dann in einem Dateiordner mit dem Namen "Love" (Liebe) Fotos vorfindet, die Lisa zusammen mit einem Südländer unter anderem am Comer See zeigen, wird ihm klar, dass seine Frau wohl schon einige Zeit lang eine Affäre hatte. So lässt er die Sicherheitschefin seiner Firma die zur Mailadresse von "Ralph" gehörende Postanschrift ermitteln und macht sich auf nach Mailand, um mehr über diese Sache herauszufinden.
"Der Andere" basiert auf einer Kurzgeschichte von Bernhard Schlink ("Der Vorleser"), hat mit dieser allerdings nur die Grundzüge der Handlung gemein und nimmt auch einen etwas anderen Verlauf. Doch obwohl man mit Liam Neeson und Antonio Banderas zwei internationale Topstars in den Hauptrollen gecastet hat, will der Funke nicht so wirklich überspringen. "Der Andere" ist ein sich unangenehm anfühlender, sperriger Film, der durch die überzogenen Figurenzeichnungen weder für die eine noch für die andere Partei Sympathien erweckt, zumal die Charaktere äußerst oberflächlich bleiben. Peter zeichnet sich ausschließlich durch seine irgendwann nicht mehr nachvollziehbare extreme Tobsucht über den plötzlichen Verlust seiner Frau aus, während Ralph ein wichtigtuerischer kleiner Möchtegern ist, der Leuten etwas vormacht und ebenfalls nicht besonders sympathisch wirkt. Zwar zeigt sich ansatzweise, was - die ebenfalls vollkommen unsympathisch und seltsam wirkende - Lisa an beiden gefunden haben könnte, doch verpasst der Film die Chance, dies näher zu beleuchten, da alle Figuren in ihrer Eindimensionalität festgefahren sind. Der Storytwist, der das letzte Drittel der Handlung einleitet, ist dann zwar im Endeffekt für den Zuschauer doch etwas überraschend, aber nicht wirklich unerwartet. Dafür wurden die Handlungselemente in den ersten beiden Dritteln zu ungeschickt aufgebaut. Man erwartet, dass es noch einen Twist gibt, da ohne ihn alles, was man gesehen hat, noch viel weniger nachvollziehbar wäre und die Logik einfach erfordert, dass einer vorkommt. Dass die Auflösung das Ganze - vor allem die dann noch folgenden Ereignisse im dritten Teil - nicht unbedingt sehr viel glaubwürdiger macht, ist dann wieder eine andere Sache.
Digitale Aufarbeitung:
"Der Andere" wird von Koch Media technisch überzeugend auf Blu-ray-Disc präsentiert. Das Bild ist jederzeit klar, scharf und sauber, auch die Detailzeichnung kann überzeugen, wenngleich ein paar Szenen etwas zu weich wirken. Die Farben zeigen sich natürlich, der Kontrast ist ausgewogen. Lediglich der Schwarzwert ist minimal zu schwach. Rauschen fällt dem Zuschauer nicht direkt ins Auge, allerdings bemerkt man, dass der Hintergrund oft unruhig wirkt, was durch sich dezent bewegende Rauschmuster verursacht wird. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD Master Audio 5.1 vor und leistet solide Arbeit. Sowohl für Neeson als auch für Banderas wurden die bekannten Synchronsprecher eingesetzt, in beiden Sprachfassungen sind die Dialoge klar verständlich. Die Geräusche und die Hintergrundmusik wurden gut abgemischt, es gibt sogar gelegentlich kleinere direktionale Effekte.
Das Bonusmaterial besteht aus einem halbstündigen "Making Of", das aber leider nur 30 Minuten aneinandergereihte, unkommentierte B-Roll-Aufnahmen sind. Außerdem gibt es den Trailer zum Film sowie insgesamt etwas mehr als 30 Minuten Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur. Zusätzlich ist dann auch noch - ohne Erwähnung auf der BD-Hülle - ein relativ interessanter Audiokommentar enthalten. Dieser wird im Tonmenü lediglich als "Audiokommentar" aufgeführt, ohne dabei zu erwähnen, wer ihn spricht. Man merkt aber beim Anhören, dass es sich um einen Kommentar von Regisseur Richard Eyre handelt, wenngleich dieser sich zu Beginn noch nicht mal vorstellt.
Fazit:
"Der Andere" basiert zwar auf einer Kurzgeschichte von Bernhard Schlink und hat Topstars in den Hauptrollen zu bieten, doch der Film schafft es nicht, den Funken auf den Zuschauer überspringen zu lassen. Die Handlung wirkt seltsam und oftmals wenig glaubwürdig, die Darsteller leisten zwar keine schlechte Arbeit, können aus den eindimensionalen, unsympathischen Figuren des Drehbuchs aber auch nicht mehr viel machen. So bleibt letztlich ein Film, der zwar optisch dank der schönen Locations ganz ansprechend ist, aber keinen wirklichen Wiedersehenswert bietet. Die technische Qualität der Blu-ray-Disc bewegt sich auf einem guten Niveau, die Extras sind etwas oberflächlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:56 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Making Of
- Interviews
- B-Roll
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Der Andere
The Other Mann
Seltsame Geschichte um ein Liebesdreieck
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Großbritannien, 2008 Regie: Richard Eyre Drehbuch: Richard Eyre Darsteller: Liam Neeson, Antonio Banderas, Laura Linney, Romola Garai, Craig Parkinson
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 26.11.2010
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