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Kino-Besprechung - Die Chroniken von Narnia 3: Die Reise auf der Morgenröte

Story:
Wieder einmal gelangen Lucy und Edmund Pevensie (Georgie Henley und Skandar Keynes) auf mysteriöse Art und Weise nach Narnia. Und zu allem Unglück wird auch ihr arroganter Cousin Eustachius (Will Poulter) mit in das Land gezogen. Hocherfreut werden sie von Prinz Kaspian (Ben Barnes) auf seinem Schiff 'Morgenröte' empfangen, der die drei im Meer treibend findet. Kaspian ist auf der Suche nach den 7 Lords, die einst mit seinem Vater am Königshof von Telmar waren. Sie brechen auf in die unbekannten Gewässer im Osten, in denen Aslans Reich sein soll. Welche Gefahren diese Reise birgt, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand.


Meinung zum Film:
Lucy und Edmund sind in England zurückgeblieben, während ihre Geschwister in den USA sind. Sie wohnen bei ihrem verwöhnten Cousin mit dem bezeichnenden Namen Eustachius Knilch. Ohne große Umschweife passiert es, dass die drei in ein merkwürdiges Gemälde hineingezogen werden und sich plötzlich mitten im Meer wiederfinden. Zum Glück kommt auch gleich Prinz Kaspian mit seinem Schiff vorbei, sammelt die drei ein und eröffnet ihnen sein Vorhaben, nach den 7 Lords von Telmar zu suchen. An Bord ist auch ein alter Bekannter, die sprechende und fechtende Maus Riepischiep. Sie landen auf einer Insel, geraten prompt in Gefangenschaft und werden Zeuge einer merkwürdigen Zeremonie, bei der Sklaven einem grünen Nebel geopfert werden. Jetzt ist ihnen der wahre Grund ihrer erneuten Reise nach Narnia bewusst. Sie sollen herausfinden, was es mit dem Nebel auf sich hat und die verschwundenen Sklaven retten. Nebenher können sie gleich noch Kaspians 7 Lords mit suchen.

Das alles ereignet sich innerhalb der ersten 15-20 Minuten des Films. Ohne lange Umschweife wird man sofort in ein Geschehen geworfen, das stereotypisch nach Abenteuergeschichte klingt. Eine subtile Hintergrundhandlung sucht man leider vergebens. Vordergründig werden Klischees aus der High Fantasy und aus der Piratensparte bedient. Im Hintergrund läuft noch eine Prüfung und Läuterung der Charaktere mit anschließender Wende zum Guten. Diese zweite Handlungsebene ist aber absolut durchsichtig und überzogen. Es ist ja kein Geheimnis, dass C.S. Lewis mit seinen Büchern auch auf die Kindererziehung mit christlichen Werten abzielt. Dass dieses Ziel aber mit Holzhammer-Subtilität umgesetzt wird, hat der Film dem Buch voraus. Wenn die entsprechenden Lehren des Katechismus nicht sogar zitiert werden, dann wird mit entsprechender Symbolik deutlich dafür gesorgt, dass es auch der letzte versteht.

Die Schiffsaufnahmen sollten ursprünglich in Mexiko, im gleichen Tank gedreht werden, in dem bereits die 'Titanic' versank. Leider war das aufgrund der Sicherheitslage nicht umsetzbar. Die landschaftlichen Hintergründe für den Film lieferte der australische Bundesstaat Queensland, obwohl viele der Schauplätze direkt der CGI-Wunderkiste entspringen. Was sonst an fantastischen Kreaturen kreucht und fleucht, reicht von gut animiert bis schwach. Die in manchen Kinos gezeigte 3D-Version bringt nahezu keinen Unterschied zur klassischen 2D-Variante. Der räumliche Tiefeneffekt ist meistens, genauso wie die Tiefe der Handlung, einfach nicht existent.

Fazit:
In 'Die Reise auf der Morgenröte' hat Narnia wieder nach irdischen Helden gerufen, um episch aufgeblähte Abenteuerlichkeiten zu bestehen. Für Kinder ist der Film sicherlich interessant, da er leicht verdauliche Unterhaltung mit hohem Moralpredigtanteil liefert. Die zugehörigen Eltern können ihre Kinder auch getrost ins Kino schicken, denn trotz viel Säbelrasselns und Schwertschwingens wird kein einziger Tropfen Blut vergossen. Die potentielle Zielgruppe der pubertären, mit Lucy und Edmund Gleichaltrigen wird den Film aber nur schwerlich ernst nehmen können.

Die Chroniken von Narnia 3: Die Reise auf der Morgenröte - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Chroniken von Narnia 3: Die Reise auf der Morgenröte
The Chronicles of Narnia - The Voyage of the Dawn Treader

Bild unseres Mitarbeiters Falk Ebert
Eine Schiffsreise durch eine sehr seichte Handlung


Autor der Besprechung:
Falk Ebert

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Michael Apted
Drehbuch:
Christopher Markus, Stephen McFeely
Darsteller:
Ben Barnes, Skandar Keynes, Georgie Henley

Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart Deutschland :
16.12.2010