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DVD-Besprechung - Piranha
Story:
Im sonst so ruhigen Städtchen Lake Victoria ist der Wahnsinn ausgebrochen: es ist Springbreak-Zeit. Tausende von Studenten treffen ein, um bei Sex, Drugs und Rock`n Roll mal so richtig zu feiern. Doch dieses Jahr erwartet die Besucher noch mehr als das. Durch ein Beben wurde unter dem ansässigen See eine Spalte zu einer bislang verborgenen Höhle geöffnet, in der jahrtausendalte Piranhas überlebt haben. Diese vom Hunger getriebenen Fische machen sich jetzt auf die Suche nach Essbarem, das ja dank der zahlreichen Studenten in großen Mengen vorhanden ist. Durch ein Forscherteam auf die drohende Katastrophe aufmerksam gemacht worden, versucht Sheriff Forester (Elisabeth Shue) die Lage unter Kontrolle zu bringen. Doch sie hat den Plan ohne die unzähligen Piranhas gemacht, die sich die Chance auf ein Festmahl nicht nehmen lassen wollen.
Meinung zum Film:
Auch wenn der Titel andeutet, dass es sich bei „Piranha“ um ein Remake des Films „Piranhas“ (Joe Dante) handeln könnte, hat Regisseur Alexandre Aja („The Hills Have Eyes“) viel mehr geschafft, als eine reine Adaption. Seine Sehnsucht nach den Horrorkomödien der 70er und 80er Jahre trug dazu bei, die Stimmung dieser Filme einzufangen und in die heutige Zeit zu transportieren. Betrachtet man die Handlung, so stellt sich sofort die Meinung ein, es könnte sich hierbei um einen ordinären Trash-Film handeln. Doch dies stimmt nur oberflächlich. Mit viel Liebe zum Detail und mit vielen Anspielungen auf ehemalige Horrorklassiker, einem enormen technischen Aufwand und einer erstklassigen Special-Effect-Crew, ist der Film nicht nur ein großartiger Horrorfilm, sondern zudem noch eine gut gemachte zynische Komödie mit leicht pornographischem Einschlag. Allein die Handlung verleitet zum Lachen: ein unbekanntes Städtchen, dass sich erfreut einen See in nächster Nachbarschaft zu besitzen, wird jedes Jahr von Studenten belagert, die ihre beliebten Frühlingsferien zu einer groß angelegten Superparty umfunktionieren. Es ist immer noch ein Hohn, dass im prüden Amerika, die zukünftigen Abgeordneten, Geschäftsmänner, Banker, Juristen und sonstige angehende Akademiker jedes Jahr eine solch ausgewachsene Orgie veranstalten dürfen. Genau diese Bigotterie nimmt Aja aufs Korn und bestraft diesmal die freizügigen Studenten mit einer gefräßigen Horde Piranhas. Und um das Ganze auf die Spitze zu treiben, nimmt er sich gleich noch die größte Filmindustrie Amerikas vor: die Pornoindustrie. Abgesandter dieses dubiosen Genres ist der Pornoregisseur Derrick Jones, ein listiger Geschäftsmann, der weniger an dem Wohl seiner Darstellerinnen interessiert ist, als an seinem Profit und auf dem Springbreak nach Frischfleisch sucht. Auch ihn bestraft Aja, auf eine wahrlich denkwürdige Art und Weise, die für jeden Pornomacher eine Warnung sein könnte. Natürlich ist das Zeigen von nackter Haut auch ein Stilmittel der Horrorfilme aus den 80er Jahren, das Aja freimütig übernommen hat, doch nicht um wie einst an die Moral der Jugend zu appellieren, sondern vielmehr um den heutigen Moralaposteln einen Spiegel vorzuhalten.
Die Schauspielercrew setzt das Spiel mit den Andeutungen fort. In der Eröffnungsszene trifft man auf einen alten Bekannten, dessen Cameo eine Anspielung auf das große Vorbild des Original-Piranha (Joe Dante) „Der Weiße Hai“ (Steven Spielberg) bietet. Richard Dreyfuss, der einst den Tiefseeforscher Matt Hooper verkörperte, spielt hier einen alten Fischer, der sich zum Angeln auf den See begeben hat, um kurz darauf das erste Opfer der gemeinen Fischchen zu werden. Und noch ein Auftritt wird zu einer Anspielung, diesmal auf einen anderen Spielberg-Film „Zurück in die Zukunft“. Christopher Lloyd spielt mal wieder den leicht verwirrten Wissenschaftler, diesmal mit dem Namen Mr. Goodman und verkörpert diese Rolle so gut wie eh und je. Sogar Eli Roth, der Regisseur des Genre prägenden Films „Hostel“ war sich nicht zu schade, eine kleine Rolle zu übernehmen. Er mimt den Wet-T-Shirt-Host, der kurze Zeit später von drei aufeinander prallenden Booten zerquetscht und enthauptet wird. Doch natürlich können sich nicht nur die Nebendarsteller sich sehen lassen, auch die Hauptdarsteller haben einiges zu bieten. Elisabeth Shue („Der Mann ohne Namen“) scheint in ihrer Rolle als Sheriff Julie Forester eine Art neue Sarah Connor zu verkörpern und steht der Original-Figur aus „Der Terminator“ (James Cameron) in nichts nach. Steven McQueen („Vampire Diaries“), tritt in die Fußstapfen seines berühmten, fast gleichnamigen Großvaters Steve McQueen und verkörpert seine Figur Jake annehmbar und authentisch. Ving Rhames („Surrogates- Mein zweites Ich“) spielt Deputy Fallon, der in zwar dramatischer, nichts desto trotz witziger Weise sein Leben gibt, um Andere zu retten. Diese Rolle scheint ihm auf den Leib zugeschnitten zu sein, denn den Spaß am Dreh merkt man ihm deutlich an. Und schließlich ist da noch Jerry O`Connell, der den Fans der Serie „Crossing Jordan“ bekannt ist. Er spielt den durchtriebenen Pornoregisseur Derrick Jones, dessen Ende zwar nicht das blutrünstigste, aber durchaus das amüsanteste des Films darstellt. Alles in allem hat es sich gelohnt, dass bei der Cast Wert darauf gelegt wurde, möglichst passende und talentierte Schauspieler für diesen Film zu finden, die besonders den komödiantischen Aspekt hervorzuheben vermögen.
Regisseur Alexandre Aja („The Hills have Eyes“) hat mit „Piranha“ eine neue Dimension des Splatter-Films geschaffen. Er versetzt einen ganzen See mit Blut, so dass dieser fast ein biblisches Aussehen annimmt. Mit fast tausend Statisten, die alle mehr oder minder angefressen werden, wurde ein Gore-Effekt geschaffen, der sich mit denen von Zombiefilmen messen lässt. Die Tötungsszenen schwanken zwischen „ geht gerade noch“ und „absolut eklig“. Dass sich die digital hinzugefügten Fische dabei besonders für bestimmte, meist erogene Zonen der Opfer zu interessieren scheinen, ist nur ein weiterer zynischer und zumeist auch humorvoller Gag der Macher. Humor ist überhaupt, neben dem hohen Gore, einer der Haupteigenschaften dieses Films. Niemand wird hier ernst genug genommen um nicht einen skurrilen Tod zu sterben. Auch berühmte Szenen aus einstigen Horror-Kult-Filmen werden hier verwurstet, wie z.B. eine berühmte Szene aus „Tanz der Teufel“ (Sam Raimi), in der ein menschlicher Arm plötzlich aus der Erde hervor schießt, nur um danach wieder ins Erdreich zurück zu verschwinden. In „Piranha“ ist es auch ein menschlicher Arm, der plötzlich die Fluten teilt, doch es ist ein angefressener Arm, dessen Finger dem Zuschauer zu zuwinken scheinen. Das Boot, auf dem sich die Pornocrew befindet, heißt „Barracuda“ (Harry Kerwin), eine Anspielung auf den französischen Tier-Horrorfilm aus den 70ern. Im Film wimmelt es nur so von diesen Andeutungen und zynischen Urteilen, mit dem Aja seine Wertschätzung der erwähnten Klassiker zum Ausdruck bringen wollte. Auf Special Effects wurde natürlich großen Wert gelegt. Allein für die Unterwasserszenen wurde ein spezieller künstlicher See ausgehoben, der es ermöglichte, ohne der Tier-, oder Pflanzenwelt des Originalgewässers zu schaden, drehen zu können. Die Bühne, auf der sich der Wet-T-Shirt-Wettbewerb abspielt wurde auf eine hydraulische Konstruktion gebaut, die es ermöglichte, dass die Bühne je nach Bedarf bis zu 90 Grad kippen konnte- eine Technik, die schon bei „Titanic“ (James Cameron) zum Einsatz kam. So entstand ein Film, der mehr in sich birgt, als man zunächst vermutet und zudem auch noch Spaß macht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut. Die Kontraste sind optimal eingestellt, so dass selbst bei Nachtaufnahmen alle Details deutlich zu erkennen sind. Die Farbqualität ist im normalen Bereich, wobei keine Überbelichtungen oder eventuelle Farbschleier zu erkennen sind. Die Konturen sind scharf und deutlich. Auch der Ton lässt nicht zu wünschen übrig. Die Verständlichkeit ist optimal und es sind keine nennenswerte Schwankungen hörbar. Soundtrack, Effekte und Sprache sind gut aufeinander abgestimmt.
Als Extras bietet der Film einen Audiokommentar von Regisseur Alexandre Aja und Produzent Mark Canton,einige geschnittene Szenen, ein ausführliches Making Of, eine kurze Dokumentation über die gebrachte technische Leistung des Film und einer Erläuterung der Special Effects, und dem Orginaltrailer.
Fazit:
"Piranha" ist ein überaus amüsanter Film, der die Fans des Genres begeistern wird. Mit viel Liebe zum Detail, einer fantastischen Crew und einer gehörigen Portion Humor hat Alexandre Aja sich endgültig einen Platz als Horror-Kult-Regisseur verdient. Ein wahres Meisterstück, dass vor allem durch seine ungeahnte Tiefsinnigkeit überzeugt und dabei einen Lacher nach dem nächsten produziert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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84:44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar des Regisseurs Alexandre Aja und den Produzenten
- Geschnittene Szenen
- Making Of
- Orginaltrailer
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Piranha 3D
Piranha
Kommt liebe Fischchen, es ist angerichtet!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Alexandre Aja Drehbuch: Pete Goldfinger, Josh Stolberg Darsteller: Elisabeth Shue, Steven R. McQueen, Jerry O`Conell, Ving Rhames, Richard Dreyfuss, Christopher Lloyd, Eli Roth, Jessica Szohr
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 17.03.2011
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