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Kino-Besprechung - Immer Drama um Tamara

Story:
Als Tamara Drewe (Gemma Arterton) direkt nach der Schulzeit ihr Heimatdorf im ländlichen England verließ, hatte sie eine schiefe Nase und galt als ein „hässliches Entlein“. Inzwischen eine erfolgreiche Journalistin in London hat sie sich diese Nase operieren lassen und taucht nun wieder im Ort auf. Sie möchte ihr Elternhaus herrichten lassen und verkaufen. Besondere Beachtung erzielt ihre Heimkehr auf der benachbarten Farm des Bestsellerautors Nicholas Hardiment. Er betreibt sie zusammen mit seiner Frau Beth (Tamsin Greig) als Rückzugsort für Schriftsteller, die für die Ruhe und seine Ratschläge zahlen. Doch diese Ruhe gerät mit Tamaras Ankunft gehörig durcheinander, denn viele alte Beziehungen werde aus ihrem Schlummer erweckt und überraschende neue geknüpft.

Meinung zum Film:
„Immer Drama um Tamara“ basiert auf der Graphic-Novel „Tamara Drewe“ von Posy Simmonds. Diese wiederum wurde inspiriert von dem Roman „Am grünen Rand der Welt“ des englischen Schriftstellers Thomas Hardy („Tess von der d’Urbervilles“). Eine der Stärken von Posy Simmonds Graphic-Novel ist die treffende, aber trotzdem vielschichtige Charakterisierung ihrer Protagonisten. Dies gelingt auch dem Film sehr gut. Er ist komisch, aber auch dramatisch. Die Adaption als Drehbuch ist das erste Filmdrehbuch von Moira Buffini, ein durchaus gelungenes Debüt.

Regie führte der für seine eigenwilligen, aber auch ein weites Spektrum abdeckenden Filme bekannte Engländer Stephen Frears („Mein wunderbarer Waschsalon“). Eines seiner Markenzeichen ist der schwarze Humor, der sich auch in diesem Film reichlich findet. So gibt es eine ganze Reihe gelungener Spitzen gegen den Literaturbetrieb und das Getue von Schriftstellern. Wie üblich greift Frears auf ein weit gehend eingespieltes Team zurück. Viele Mitglieder von Cast und Crew haben auch schon bei anderen Filmen mit ihm zusammengearbeitet. So war etwa Cutter Mick Audsley („Mein wunderbarer Waschsalon“) schon 1984 bei Frears Film „Die Profi-Killer“ mit dabei.

Immerhin sechs Darstellerinnen aus Filmen von Stephen Frears wurden für den Oscar nominiert. Das wird Gemma Arterton („James Bond 007 – Ein Quantum Trost“), der Darstellerin der Tamara, wohl nicht widerfahren. Aber sie liefert eine durchaus ordentliche Leistung ab und ist mehr als nur ein hübsches Gesicht. Um sie herum ist ein Ensemble gut gespielter, interessanter Charaktere versammelt. Roger Allam („Die Queen“) spielt den erfolgreichen, jeder hübschen Frau nachschauenden Schriftsteller Nicholas Hardiment: wichtigtuerisch, selbstverliebt, aber irgendwie auch charmant. Sehr gut ist auch Tamsin Greig („Shaun of the Dead“) als Beth, die betrogene Ehefrau von Nicholas. Bill Camp („Public Enemies“) spielt den Amerikaner Glen McCreavy, der an einer Biographie über Thomas Hardy arbeitet. Damit ist dann auch ein schöner Bogen geschlagen zur ursprünglichen Inspiration für Film und Graphic-Novel.

Fazit:
„Immer Drama um Tamara“ ist eine schwarze Komödie mit dramatischen Untertönen. Der Film weiß mit interessanten Charakteren und gelegentlichen Seitenhieben gegen den Literaturbetrieb zu überzeugen.

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Immer Drama um Tamara
Tamara Drewe

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Eine dramatische britische Komödie mit viel schwarzem Humor


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2010
Regie:
Stephen Frears
Drehbuch:
Moira Buffini
Darsteller:
Gemma Arterton, Roger Allam, Bill Camp, Dominic Cooper, Luke Evans, Tamsin Greig, Jessica Barden, Charlotte Christie

Verleiher:
Prokino
Kinostart Deutschland :
30.12.2010