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DVD-Besprechung - Bled - Jede Sucht hat ihren Preis

Story:
Auf ihrer Vernissage begegnet die junge Künstlerin Sai (Sarah Farooqui) dem Kunstliebhaber Renfield (Jonathan Oldham), der sich offensichtlich für ihre Bilder interessiert. Er möchte noch mehr von ihren Arbeiten sehen und sie nimmt ihn mit zu sich nach Hause. Dort bietet er ihr eine unbekannte Droge an, die ihr dabei helfen soll, ihr Potenzial als Künstlerin besser zu nutzen. Ahnungslos nimmt Sai die Droge und gerät dadurch in eine fabelhafte Traumwelt, in der sie eine erotische Begegnung mit einem interdimensionalen Vampir (Ivan L. Moody) hat, welcher es auf ihr Blut abgesehen hat. Zurück in der Realität erzählt sie ihren Mitbewohnern Eric (Alex Petrovitch), Kerra (Michele Morrow) und Royce (Chris Ivan Cevic) von ihrem tief greifenden Erlebnis und ermutigt sie, es auch mal zu probieren. Nach und nach verfallen alle der Macht, die die Droge auf sie ausübt - und der Vampir erwartet sie stets mit immer größer werdendem Verlangen.

Meinung zum Film:
Die beklemmende Stimmung von „Bled“ spiegelt sich von Anfang an in den düsteren Bildern einer jeden Szene, die der Regisseur Christopher Hutson („Butcher House“) erschaffen hat wider. Selten spielten in einem Film die Farben Schwarz und Rot mit all ihren Variationen eine so dominante Rolle wie hier. Fast nie ist das Tageslicht zu sehen, und wenn doch mal die Sonne auftaucht, wirft ihr Licht eher graue Schatten, als helle Strahlen. Dadurch wirkt alles auf dem Bildschirm unwirklich – wie in einem surrealen Gemälde von Salvatore Dali. Traumwelt und Realität scheinen zu verwischen, wodurch es dem Zuschauer einerseits leicht fällt, sich auf die surreale Welt der Protagonisten einzulassen, andererseits jedoch Mühen beim Verständnis der Story bereitet. Was zunächst genial anmutet, droht kurz darauf langweilig und monoton zu werden, was einzig der Konformität der Bilder zu verdanken ist.  

Sarah Farooqui („The Mirror“) verkörpert authentisch ihre Rolle als ehrgeizige Künstlerin, die keine Möglichkeit auslässt, Inspiration für ihre düsteren Gemälde zu finden, selbst wenn die Konsequenzen dafür hoch sein sollten. Ihre Kollegen Alex Petrovitch („Of the Ledge“), Chris Ivan Cevic („The Hypocritik Oath“) und Michele Morrow („Slight of Life”) liefern dagegen eher mittelmäßige Leistungen ab. Überhaupt gründet sich das Hauptdefizit des Films auf dem Ungleichgewicht der schauspielerischen Leistungen der Darsteller. Dadurch verliert der Film an Überzeugungskraft. Desweiteren ist die Funktion der Rolle des Renfield, annehmbar verkörpert durch Jonathan Oldham („Codger“), die zweifellos auf die gleichnamige Figur aus Bram Stokers „Dracula“ anspielt, ziemlich undurchsichtig und für den Laien nicht als Diener des Vampirs erkennbar.  

Ein weiterer negativer Aspekt ist die Umsetzung der verschrobenen Story. Transsylvanien als eine Traumwelt darzustellen, die einzig durch eine nicht bekannte Droge erreichbar ist, klingt zwar nach einer pfiffigen Idee, doch die Umsetzung gelang nur schwer. Grund dafür ist die Gleichförmigkeit der Bilder. Der Kontrast zwischen der anfänglich ungefährlichen Realität und der lebensbedrohlichen Traumwelt hätte stärker hervorgehoben werden müssen um wahre Spannung zu erzeugen. Außerdem hätte der Eine oder Andere Schockeffekt dem Film ein wenig Würze verliehen. So plätschert die Story einfach so dahin, ohne dem Zuschauer das Fürchten zu lehren. Dank dieser Defizite entstand aus einer guten Idee, ein eher mittelmäßiger Kunsthorrorfilm, dessen Wirkung im Laufe der Zeit verblasst und keine nennenswerte Höhepunkte bietet.

Digitale Aufarbeitung:
Obwohl der Kontrast sehr tief ist, wodurch die Farben zumeist dreckig und düster wirken, sind die Bilder immer klar und ohne erkennbare Körnung zu erkennen. Die deutsche Synchronisation ist problemlos zu verstehen, die Abmischung mit der Musik und den restlichen Toneffekten passt.  

Extras sind keine vorhanden.

Fazit:
„Bled“ erzeugt zwar anfangs besonders durch seine düsteren Bilder eine Gänsehaut, jedoch verliert sich diese Stimmung im Laufe der Handlung ziemlich schnell, da die Stimmung keiner Schwankung unterliegt. Dies ist jedoch essentiell für einen Horrorfilm, da ohne Entspannung auch keine wirkliche Anspannung erzeugt werden kann. Letztlich langweilt der Film doch mehr, als er anfangs begeistern kann. 


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
90:35 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
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Bled - Jede Sucht hat ihren Preis
Bled

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Diese Sucht ist nicht nur gefährlich, sie wird mit der Zeit auch langweilig


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Christopher Hutson
Drehbuch:
Sxv`leithan Essex
Darsteller:
Sarah Farooqui, Chris Ivan Cevic, Jonathan Oldham, Alex Petrovitch, Michele Morrow

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
22.12.2010