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Blu-ray-Besprechung - Wild Target - Sein schärfstes Ziel
Story:
Victor Maynard (Bill Nighy) ist Auftragskiller - nicht nur aus Leidenschaft, sondern vor allem auch aus Familienverbundenheit. Schließlich waren sowohl sein Vater als auch seine Mutter bereits in dieser Branche tätig. Doch wie soll es einmal weitergehen, wenn sich Victor in den Ruhestand zurückzieht? Denn der Job wird aus Tradition weitervererbt, Victor hat aber keine Freundin, von einem Sohn ganz zu schweigen. Um dem ewig gleichen Drängen seiner Mutter (Eileen Atkins) aus dem Weg zu gehen, beschäftigt er sich lieber mit seinem nächsten Auftrag - der es in sich hat. Dank allen möglichen Irrungen und Wirrungen kommt es nämlich dazu, dass sich kurze Zeit später nicht nur eine Frau (Emily Blunt), sondern auch ein Nachfolger-Azubi (Rupert Grint) an Victors Seite finden.
Meinung zum Film:
Victor Maynard (Bill Nighy, "Underworld") ist der Beste seines Fachs. Doch der Brite mit der Vorliebe für alles Französische geht einer ganz speziellen Tätigkeit nach: dem Auftragsmord. Bereits sein Vater und seine Mutter waren in dieser Branche die Besten ihrer Zunft - und so ist es kein Wunder, dass auch der (inzwischen doch schon in die Jahre gekommene) Sohnemann den Eltern alle Ehre macht. Doch ein Problem gibt es da, das auch Frau Mutter (Eileen Atkins, "Unterwegs nach Cold Mountain") immer wieder gern anspricht: Wie sieht es bei Victor in Sachen Nachwuchs aus? Schließlich ist der Vater nun tot und es ist Tradition, das Killertum weiterzuvererben. Aber wie soll das bei Victor gehen, der so ganz ohne Freundin und Sohn dasteht?
Lange kann der Profi nicht darüber nachsinnen, denn es steht bereits der nächste Auftrag für ihn an: Victor soll die Kunstfälscherin Rose (Emily Blunt, "Der Teufel trägt Prada") ausschalten. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Betrügerin lässt sich nur schwer erwischen. Schließlich gelingt es ihm, Rose in einem Parkhaus dingfest zu machen, allerdings nur, um dann festzustellen, dass bereits ein Kollege von ihm dabei ist, ihm das Opfer vor der Nase wegzuschnappen. So geht man natürlich nicht mit Victor Maynard um - und es ist gar keine Frage, dass erst einmal die Konkurrenz aus dem Weg geräumt wird. Dumm nur, dass er nun von seiner eigentlichen Beute angehimmelt und als Held gefeiert wird und von ihr auch noch sehr lukrative 30.000 Pfund wöchentlich angeboten bekommt, um für ihren persönlichen Schutz zu sorgen. Da Victor nicht mehr der Jüngste und auch der jungen Dame nicht ganz abgeneigt ist, nimmt er das Angebot an. Ohne Nachfolger geht aber trotzdem nichts - und so schnappt er sich einfach den zufällig anwesenden Tony (Rupert Grint, "Harry Potter"), um ihn als seinen Nachfolger auszubilden. Fortan zieht das kuriose Trio gemeinsam los, was Victors Auftraggeber (Rupert Everett, "Der Sternwanderer") gar nicht schmeckt. So werden der Profikiller und seine Freunde bald selbst zum Ziel von Profikillern.
Wem die Story von "Wild Target" sehr bekannt vorkommt, braucht sich nicht zu wundern, denn es handelt sich um das britische Remake des französischen Films "Der Killer und das Mädchen" von Pierre Salvadori ("Liebe um jeden Preis") aus dem Jahr 1993. Doch auch Jonathan Lynn, der Regisseur von "Wild Target" hat dank "Keine halben Sachen" bereits einiges an Erfahrung mit Auftragskillern. Eine typisch überdrehte britische Krimikomödie im Stil von "Snatch" darf man allerdings nicht erwarten und das ist vielleicht auch ganz gut so. Zwar sind auch hier die Figuren natürlich insgesamt sehr überzeichnet und verschroben, bewegen sich aber durchaus noch in gemäßigten Gefilden, wodurch sie weder ins übetrieben Nervige noch ins Langweilige abrutschen. Besonders zu gefallen weiß Bill Nighy als Killer mit Sinnkrise und auch Emily Blunt kann rundum überzeugen, wobei der Altersunterschied der Beiden doch ein bisschen seeeehr groß ist, um hinsichtlich einer Romanze noch im halbwegs realistischen Bereich zu sein. Das war allerdings im französischen Original ebenfalls schon so. Etwas schade ist lediglich, dass der Film in seiner zweiten Hälfte merklich an Tempo verliert und Rupert Grint außer Autoblick und hysterischen Anfällen eigentlich nichts zeigen darf.
Digitale Aufarbeitung:
Der Transfer von "Wild Target" zeigt sich durchwachsen. Einerseits bietet er zwar sehr natürliche, kräftige Farben und auch Schwarzwert und Kontrast wissen zu überzeugen, selbst wenn Letzterer gelegentlich minimal zu steil ist. Andererseits ist aber die Schärfe oftmals deutlich zu schwach. Das Bild wirkt zwar nie wirklich unscharf, insgesamt aber des Öfteren ein gutes Stück zu weich, vor allem im Detailbereich. Zudem ist sowohl in hellen als auch (besonders) in dunklen Szenen sehr starkes Rauschen wahrnehmbar, wodurch ein relativ unruhiger Gesamteindruck entsteht. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und leistet sich keine größeren Schwächen. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich und die Hintergrundmusik wurde gut abgemischt. Allerdings bleibt der Sound die meiste Zeit über frontlastig, die Rears werden nur ganz selten mit ins Geschehen einbezogen.
Als Extras gibt es lediglich den Trailer zum Film sowie ein 15-minütiges Promo-"Behind-the-Scenes", das aus Cast- und Crew-Interviews sowie aus Filmszenen zusammengeschnitten wurde. Zwar ganz nett, aber nicht sehr tiefgründig - und wenn man den Film gesehen hat, bekommt man hier auch keine wirklich neuen Informationen geboten.
Fazit:
"Wild Target" ist eine verschrobene Krimikomödie, die sich weder als Meilenstein des Genres präsentiert noch irgendetwas Unerwartetes oder Neues zu bieten hat. Dennoch weiß der Film ohne größere Längen zu unterhalten, was vor allem an Bill Nighy und Emily Blunt liegt. Die Blu-ray zeigt "Wild Target" in zufriedenstellender Qualität, das Bonusmaterial hätte etwas umfangreicher sein dürfen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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98:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Behind the Scenes
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Wild Target
Wild Target
Überraschungsfreie, aber unterhaltsame Krimikomödie
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK / Frankreich, 2010 Regie: Jonathan Lynn Drehbuch: Lucinda Coxon Darsteller: Bill Nighy, Emily Blunt, Rupert Grint, Rupert Everett, Eileen Atkins, Martin Freeman, Gregor Fisher, Graham Seed
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 20.01.2011
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