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DVD-Besprechung - The Drug - Das Experiment
Story:
Der Biochemiker Edward Welles (Chad Lowe) und seine Frau Kim beziehen gemeinsam ein älteres Haus im provinziellen Teil von Massachusetts. Vor dreihundert Jahren soll hier eine Hexe gelebt haben und das Anwesen gilt daher als Spukhaus. Im Keller stößt Edward auf seltsame, silberne Schimmelsporen, die ihn nach dem Kontakt durch eine offene Wunde nicht nur schmerzresistent machen, sondern auch seine Wahrnehmung stimulieren. Edward sieht seine große Stunde gekommen und beginnt damit zu experimentieren. Er sieht die aus den Sporen gewonnene Substanz als potentielles Allheilmittel gegen degenerative Hirnschädigungsphänomene wie Alzheimer, übersieht in seiner Euphorie jedoch leider die unschönen Nebenwirkungen der neuen Wunderdroge.
Meinung zum Film:
„The Drug – Das Experiment“ beruht auf dem Roman „Das Experiment“ („Acceptable Risk“), des amerikanischen Bestsellerautors Robin Cook („Coma“), aus dem Jahr 1994, der besonders auf Medizinthriller abonniert ist. Die Verfilmung entstand im Jahr 2001 als kanadisch-amerikanische Koproduktion, laut Coveraufdruck angeblich im Auftrag des auch international sehr renommierten, amerikanischen Pay-TV-Senders HBO („Band of Brothers“). Diese beworbene Beteiligung seitens HBO ist jedoch offenbar ein sehr zweifelhafter Etikettenschwindel. Vielmehr finden sich im Internet, z.B. in der imdb, zahlreiche Belege für den ebenfalls zu Time Warner gehörenden US-Sender „TBS Superstation“ als federführenden Produzenten, während von einer Beteiligung seitens HBO dort nirgends etwas zu lesen ist. Regie führte bei dieser Romanadaption William A. Graham („Die 21 Stunden von München“), dessen bedeutendste Werke zu dieser Zeit bereits Jahrzehnte zurücklagen und der sich seitdem vor allem mit Fernsehproduktionen über Wasser hielt. Das Drehbuch zum Film verfasste Michael J. Murray („Madonna – Verlorene Unschuld“), ein Schreiberling mit sehr zweifelhaften Qualitäten. In den Hauptrollen agieren mit Chad Lowe („Highway zur Hölle“), Kelly Rutherford („Die Abenteuer des Brisco County jr.“), Sean Patrick Flanery („Der Blutige Pfad Gottes“) und Patty McCormack („Böse Saat“) eine Handvoll mehr oder weniger bekannter Gesichter.
Bereits die Frage, was „The Drug – Das Experiment“ eigentlich für eine Gattung Film sein möchte, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Das Werk beginnt mit einer Rückblende zu einer angeblichen Hexe und deren Hinrichtung, die im Haus der Welles gelebt haben soll, und bemüht zu Beginn daher eine Art verfluchte Spukhausatmosphäre, allerdings nur sehr halbherzig. Sodann widmet sich der Film Edwards phänomenaler Entdeckung und es gibt einen kleinen Ausflug in das Genre des Medizinthrillers, wo dann z.b. auch der skrupellose Kampf um Patente kurz angerissen wird. Jegliche medizinisch-wissenschaftliche Erklärungsversuche bezüglich Edwards Entdeckung wirken aber hanebüchen und extrem unlogisch. Denn im weiteren Selbstversuch erfährt Edward, dass die Droge die Sinne schärft, aber auch die Intelligenz erhöht. Gleichzeitig steigt aber auch das Aggressionspotential, was zwar logisch alles überhaupt nicht zusammenpasst, aber wohl animalisch anmutende Folgewirkungen betonen soll. Allerdings wird auch dieser Schwerpunkt zwischenzeitlich wieder verlagert, wenn die gewonnene Substanz als eine Art Wunderdroge proklamiert wird und z.B. Edwards Kumpel Bobby (Sean Patrick Flanery) mit Abhängigkeits- bzw. Entzugserscheinungen zu kämpfen hat.
Dieser fehlende rote Faden geht einher mit einer schwer zu ertragenden Vorhersehbarkeit und Naivität des Drehbuchs. Der Film verläuft von Anfang an wie auf Schienen und es gibt keinerlei Überraschungen, weshalb sich auch niemand über eventuelle Spoiler beschweren muss. Die Altersfreigabe ab 16 Jahren ist viel zu hoch gegriffen, denn für Schockeffekte war offensichtlich kein Geld mehr vorhanden und die prätentiös-tendenziöse Musikuntermalung zerstört jeden auch noch so kleinen Anflug von Spannung. Die Darsteller wirken oftmals hilflos und flüchten sich in peinliches Overacting, selbst in ihren besten Momenten erreichen sie aber nur durchschnittliches TV-Niveau. Gibt es doch mal irgendeine Form von Effekten, wie z.B. alberne Plastikskelette, oder Actionszenen, hier bzw. eine schauderhafte Autoverfolgungsjagd, wirkt das Ergebnis auch lediglich unfreiwillig komisch bis misslungen.
Digitale Aufarbeitung:
Die TV-Herkunft des Films lässt sich bereits aufgrund des originalgetreuen Vollbildformats der Präsentation erahnen. Dementsprechend bietet auch die Bildschärfe der DVD solide TV-Qualität. Die Farbgebung wirkt natürlich, allerdings macht die verwendete Farbpalette auch einen wenig abwechslungsreichen, tendenziell eher drögen Eindruck. Das Bild wird zudem von einem deutlichen Rauschen begleitet. Bei der frontlastigen deutschen Tonspur dürfen ebenfalls keine Wunder erwartet werden, eine gute Verständlichkeit ist aber stets gewährleistet. Die deutsche Synchronisation hinterlässt einen gemischten Eindruck, einerseits wurden durchaus bekannte, professionelle Sprecher eingebunden, andererseits wirkt die deutsche Tonspur aber auch sehr steril, bzw. klingt sie ziemlich künstlich.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt weiterhin auch kein Wendecover.
Fazit:
„The Drug – Das Experiment“ ist handwerklich ein billig wirkender, dröge in Szene gesetzter TV-Thriller, der inhaltlich völlig konzeptionslos, vorhersehbar, spannungsfrei, allerdings auch sehr unlogisch aufbereitet und offensichtlich von einer Horde Dilettanten ersonnen wurde. Die Darsteller agieren meist unterdurchschnittlich, Effekte gibt es glücklicherweise fast gar nicht, wenn doch, sind sie allerdings völlig misslungen und das Erzähltempo wird durch trivialste Abläufe verschleppt. Die Präsentation der Veröffentlichung wirkt zudem, ob nun im Hinblick auf das einfallslose, irreführende Cover, das (Spar-)Menü, das ausgebliebene Bonusmaterial, die schwache deutsche Synchronisation oder die fehlenden Untertitel, durchgehend lieblos.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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88:21 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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The Drug - Das Experiment
Acceptable Risk
Die Risiken und Nebenwirkungen bei der Betrachtung dieses Films sind schnell benannt: Langeweile, Unverständnis und unkontrollierte Aggressionen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada / USA, 2001 Regie: William A. Graham Drehbuch: Michael J. Murray (basierend auf einem Roman von Robin Cook) Darsteller: Chad Lowe, Kelly Rutherford, Sean Patrick Flanery, Patty McCormack, Danielle von Zerneck, Phillip Troy Linger, Yanna McIntosh, Joy Tanner
Label :
3L
Verkaufsstart : 13.01.2011
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