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DVD-Besprechung - Arturo Sandoval
Story:
Arturo Sandoval (Andy Garcia) liebt nicht nur sein Heimatland Kuba, sondern ist auch Musiker aus Leidenschaft. Doch so sehr er seine Heimat auch liebt, muss er sich doch eingestehen, dass die Aktionen und Entscheidungen der kommunistischen Regierung unter Fidel Castro nicht immer über alle Zweifel erhaben sind. Dies wird ihm besonders bewusst, als Castro auch noch sein Steckenpferd, den amerikanischen Jazz, verbieten lässt. Und auch bei seiner Frau Marianela (Mía Maestro) ist er sich nie so ganz sicher, ob sie nicht vielleicht doch ein Parteispitzel ist. So kann es auf Dauer nur ein Ziel geben: Die Flucht in die Vereinigten Staaten.
Meinung zum Film:
Der amerikanische Pay-TV-Sender HBO ist für hochkarätige Produktionen mit Staraufgebot bekannt. "Deadwood" und "True Blood" wurden weltweite Serienhits und auch dieser schon etwas ältere TV-Film über den kubanischen Jazztrompeter Arturo Sandoval macht da keine Ausnahme. Zu Beginn des Films sehen wir Sandoval (Andy Garcia, "Die Unbestechlichen"), wie er bei der amerikanischen Botschaft in Athen Asyl erbittet, um künftig in den Vereinigten Staaten Leben zu können. Um entscheiden zu können, ob ihm dieses gewährt wird, soll er seine Gründe darlegen und so erzählt Sandoval seine Geschichte, die dem Zuschauer in Form von Rückblenden vermittelt wird.
Während sich der junge Arturo noch recht wohl in seiner Heimat fühlte, ändert sich diese Position, nachdem er älter geworden ist. Sandoval wird immer unzufriedener mit den Einschränkungen, die das kommunistische Regime Fidel Castros seiner geliebten Musik aufzwingt (das Spielen von amerikanischem Jazz wird beispielsweise verboten). Im Zentrum der Handlung stehen allerdings nicht die diversen Auswirkungen verschiedener politischer Entscheidungen, sondern vielmehr Arturos persönlicher Zwiespalt, denn der Kubaner liebt einserseits sein Heimatland, doch kann er seine Leidenschaft für Musik nicht einfach aufgeben. Der amerikanische Originaltitel des Films, "For Love or Country", trifft den Inhalt des Films daher sehr gut - sogar noch mehr unter Berücksichtigung des zweiten Handlungsstrangs. Denn Sandoval verliebt sich in die junge Marianela (Mía Maestro, "Frida"), die aber mit Herz und Verstand Parteimitglied ist und somit jeder Kritik gegenüber verblendet. Dass die beiden dann auch noch heiraten, vereinfacht die Situation nicht wirklich.
Die Geschichte von Arturo Sandoval basiert auf wahren Ereignissen, die sich bis zu seiner Flucht in die USA Anfang der 1990er zugetragen haben. Heute zählt er zu den bekanntesten Jazztrompetern und -pianisten der Welt. Wenngleich es sich bei "Arturo Sandoval" um einen TV-Film handelt, ist die Atmosphäre durchaus stimmig. Wie jedem klar sein dürfte, konnte natürlich nicht an realen Schauplätzen vor Ort in Kuba gedreht werden, doch meint man als Zuschauer direkt von Beginn an, wirklich auf dem Inselstaat zu sein. Sowohl die Kultur, Geschichte als auch die Mentalität der Menschen erwacht zum Leben und wirkt jederzeit glaubwürdig. Das liegt sicherlich auch daran, dass man die Filmbiografie nicht zu einem Lobgesang auf die USA hat verkommen lassen. Die Liebe aller Handelnden zu ihrem Land ist deutlich zu spüren, denn nicht die Insel selbst ist das Problem, sondern das Regime ihres Diktators. Zu der gelungenen Atmosphäre tragen natürlich auch die großartigen Leistungen der Darsteller bei. Andy Garcia liefert eine hervorragende Performance ab und man merkt, dass die Realisierung dieses Projekts für den passionierten Musiker ein lange ersehnter Traum war. Auch die Beziehung zu Marianela, bei der Sandoval auch lange nach der Hochzeit noch die Angst hat, dass sie vielleicht ein von der Regierung beauftragter Spitzel ist, der ein Auge auf ihn werfen soll, wird sehr stimmig dargestellt. Was den Film aber wirklich einzigartig macht, ist die Musik. Sandoval selbst hat den Score geschrieben und auch die Trompeteneinlagen von Andy Garcia "synchronisiert". Dafür gewann er im Jahr 2001 den Emmy in der Kategorie "Outstanding Music Composition for a Miniseries, Movie or a Special".
Digitale Aufarbeitung:
"Arturo Sandoval" erscheint in befriedigender Qualität auf DVD. Das Bild rauscht relativ stark und weist kontinuierlich Verschmutzungen auf. Die Schärfe könnte besser sein, die Farben wirken zudem leicht ausgewaschen, wobei der Kontrast etwas zu steil ist. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor. In beiden Fassungen sind die Dialoge jederzeit gut verständlich, die mitreißende Jazzmusik verteilt sich angenehm im Raum.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden, auch das Menü der DVD besteht lediglich aus einem Schwarzbild mit dem Logo von 3L.
Fazit:
"Arturo Sandoval" erzählt die wahre Geschichte des beliebten Jazzmusikers, der aus seiner Heimat Kuba floh, um seiner Leidenschaft - dem amerikanischen Jazz - weiter nachgehen zu können. Die HBO-Produktion überzeugt durch glaubhafte Darsteller und den packenden Score, der von Arturo Sandoval selbst komponiert wurde. Technisch bewegt sich die DVD lediglich im mittelmäßigen Bereich. Bonusmaterial bekommt man außerdem nicht geboten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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115:17 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Die Jazz-Connection
For Love or Country: The Arturo Sandoval Story
Gelungene Filmbiografie
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2000 Regie: Joseph Sargent Drehbuch: Timothy J. Sexton Darsteller: Andy Garcia, Mía Maestro, Gloria Estefan, David Paymer, Charles S. Dutton, Tomas Milian, Freddy Rodríguez, Andy Mendez
Label :
3L
Verkaufsstart : 13.01.2011
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