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DVD-Besprechung - Die Kreuzritter-Box 7-9
Story:
Schlacht um die Ehre
Während das Osmanische Reich im 14. Jahrhundert versucht, immer größer zu werden, gibt es ein kleines Land, das sich den Türken in den Weg stellt: Die Walachei mit ihrem König Mircea (Sergiu Nicolaescu), ein Teil des heutigen Rumäniens. Die gesamte Zeit seiner Herrschaft lang hat sich Mircea dafür eingesetzt, dass sein Volk unabhängig bleibt - und diese Unabhängigkeit will er auch den scheinbar übermächtigen Osmanen gegenüber aufgeben. So kommt es, dass der bereits etwas gealterte König noch einmal dazu aufruft, in die Schlacht zu ziehen und das Land vor dem Eindringen der Feinde zu schützen.
Der Weiße Ritter
Der byzantinische Kaiser (Giancarlo Giannini) fürchtet, dass der "Große Türke" (Rafael Amargo) in Kürze Konstantinopel erobern will, da dieser bereits mehrere Städte des Reiches eingenommen hat. Daher lässt er den berühmten "Weißen Ritter" Tirant (Casper Zafer) zu sich kommen, der mit seiner Armee die Stadt verteidigen und die Türken in die Flucht schlagen soll. Doch bevor es so weit ist, trifft Tirant zufällig auf die kaiserliche Prinzessin (Esther Nubiola) - und eine nicht ganz einfache Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf, die bis hin zum Schlachtfeld führt.
Die heilige Rita
Rita (Vittoria Belvedere) lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater, der Notar ist, in der italienischen Stadt Cascia. Sie liebt es, ins Kloster zu gehen und sich dort um Kranke zu kümmern. Als sie sich eines Tages mit ihren Gefährtinnen draußen vor dem Gebäude aufhält, kommt eine Gruppe von Reitern vorbei und die anderen ergreifen die Flucht, da diese wegen ihrer Brutalität verschrien sind. Doch Rita lässt sich davon nicht abschrecken und ist umso überraschter, als ihr einer der Reiter ein Findelkind in die Arme legt. Kurze Zeit später findet sie heraus, dass es sich bei dem mysteriösen Retter um Paolo Macini (Martin Crewes), den Sohn einer der reichen Familien der Stadt, gehandelt hat und die beiden kommen sich näher. Doch wird es Rita gelingen, Paolo von seinem brutalen Leben auf den Weg des Friedens zu bringen?
Meinung zum Film:
Was mag wohl in den Köpfen von einigen Labelverantwortlichen vorgehen? Das muss man sich immer wieder fragen, wenn man sich die "Kreuzritter"-Reihe vor Augen hält, die eigentlich gar keine ist, sondern bereits seit vielen "Teilen" aus lose zusammengewürfelten Filmen besteht, die im Idealfall entfernt etwas mit Rittern oder zumindest Reitern zu tun haben. Ob die "Kreuzritter"-Reihe tatsächlich "erfolgreicher denn je" ist und es wirklich Fans gibt, die "schon sehnsüchtig auf die nächsten Teile" warten, wie das Cover großspurig verkündet, soll an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Fakt ist aber: Von den hier enthaltenen Filmen hat - auch wenn es die teilweise schlichtweg falschen oder aus der Internet Movie Database abgeschriebenen Inhaltsbeschreibungen auf der Packungsrückseite anders andeuten - kein einziger wirklich etwas mit Tempel- oder Kreuzrittern zu tun. Fakt zwei, der noch viel absurder ist: Das Cover der vorliegenden Dreierbox hat nicht nur absolut nichts mit Kreuzrittern zu tun, sondern ist noch dazu das amerikanische Cover eines völlig anderen Films: nämlich "Journey to Promethea", der vor ein paar Monaten ebenfalls von MiG veröffentlicht wurde. Bei allem Verständnis für künstlerische Freiheit (wenn man das denn so nennen mag) - irgendwann wird es dann doch etwas albern. Zumal auch noch riesig Billy Zane abgebildet wird, was wohl arg- und ahnungslose Käufer anlocken soll. Immerhin sind wenigstens zwei der drei enthaltenen Filme ganz erträglich. Der rund zweistündige "Schlacht um die Ehre" ist ein ganz interessanter Schlacht- und Historienfilm, der sich um König Mircea cel Bătrân aus der Walachei dreht. Mircea stellte sich während seiner Herrschaft dem expandierenden Osmanischen Reich in den Weg, was ihm dank der Hilfe vom ungarischen König auch recht erfolgreich gelang, zumindest schaffte er es, die Osmanen aus seinem Land fernzuhalten. Da er sich zudem für die Christen einsetzte, die gegen die Osmanen kämpften, ist dieser Film noch derjenige unter den drei in dieser Box enthaltenen, der am ehesten etwas mit "Kreuzrittern" im weitesten Sinne zu tun hat (auch wenn Mircea - entgegen der Coverangabe - kein Templer war). Für eine rumänische Produktion sind sowohl die Massenszenen (in denen echte Soldaten zum Einsatz kamen) als auch die Ausstattung recht beeindruckend, Kostüme und Settings wirken authentisch. Auch die Darsteller wissen zu gefallen, vor allem Regisseur Sergiu Nicolaescu, der sich selbst als Mircea besetzte, strahlt eine überzeugende königliche Alterswürde aus.
Im starken Kontrast dazu steht "Der Weiße Ritter" - ein Italienisch-Spanisches Machwerk, das kaum zu ertragen ist. Der Film stellt sich in erster Linie als völlig langweilige Erotik-Schnulze heraus. Zwar basiert der Streifen auf "Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc" von Joanot Martorell aus dem Jahr 1490, doch von der Qualität dieses hervorragenden Werks, das den Grundstein für moderne Literatur legte, ist der Film weit entfernt. Das fängt schon bei der nicht wirklich tiefgründigen Handlung an. Man sieht immer wieder die gleichen langweiligen, sich wiederholenden Elemente: Tirant (Casper Zafer) wirbt um Prinzessin Carmesina (Esther Nubiola), Carmesina ziert sich, dann reden die Zofen auf Carmesina ein und meckern, dass deren Eltern alt, senil und gebrechlich seien und man einen starken und vor allem christlichen Kaiser brauche, dann taucht die "friedliche Witwe" auf und erzählt sowohl Tirant als auch Carmesina Lügen, um den Weißen Ritter auf ihre Seite zu ziehen. Doch nicht mal die armseligen "Intrigen" können etwas Spannung in den Film bringen, da Tirant sowieso nur Carmesina liebt und auch diese sich in der nächsten Szene offensichtlich nicht mehr an die angeblichen schlimmen Dinge erinnert, die sie gerade von der Witwe erfahren hat. Logik sucht man auch vergebens: Der Zuschauer wird sich schon nicht fragen, warum man im Kaiserhaus fest mit einer Vermählung zwischen Tochter und Türke rechnet, aber trotzdem erst mal den Weißen Ritter bestellt, um gegen diesen Krieg zu führen. So bekommt man statt einer durchgängigen oder auch nur ansatzweise logischen Geschichte nur immer wieder mal enthüllte nackte Haut zu sehen - und einige Szenen, die einem doch recht seltsam vorkommen, z.B. wenn zehn Männer und Frauen Carmesina und Tirant beim Geschlechtsakt im wahrsten Sinne des Wortes "zur Hand gehen", da sich der Weiße Ritter gerade die Beine gebrochen hat. So verwundert es auch kaum, dass man nach historischer Genauigkeit gar nicht erst suchen sollte - der tatsächlich im Jahr 1401 herrschende Manuel II. war noch über 20 Jahre lang Kaiser, danach wurde sein (lebender) Sohn Thronfolger. Zumindest sind die Sets von "Der weiße Ritter" nett ausgestattet. Doch hübsche Kostüme allein machen noch lange keinen guten Film.
"Die heilige Rita" hingegen zeigt sich wieder deutlich gelungener und ist ein TV-Zweiteiler über das Leben der heiligen Rita von Cascia (Vittoria Belvedere, "Die Bibel: Apokalypse"). Während diese heute vor allem durch ihr Wirken als Nonne und die "wundersame Art", auf die sie ins Kloster kam, bekannt ist - der Legende nach schlief sie eines Nachts auf einem Stein ein und wachte tags darauf mitten im die ganze Nacht über verschlossenen Kloster auf -, dreht sich der Film primär um den Konflikt zwischen der Familie ihres Mannes und den Cicchis (den Rivalen der Macininis). Auch das berühmte Stirnmal als Stigmata taucht im Film nur ganz zum Schluss auf. Dafür konzentriert sich "Die heilige Rita" auf die Darstellung der einzelnen Figuren und ihrer Beweggründe, wobei sich die Produktion einige Freiheiten nimmt. Die Grundzüge der Handlung stimmen mit den Erlebnissen der wahren Rita überein (ihr Mann fand an seinem Lebensende Frieden und sie schaffte es, die verfeindeten Familien zu versöhnen), doch wurden einige Dinge abgeändert, um die Voraussetzungen eines romantischen Dramas eher zu erfüllen. So wurde die echte Rita bereits mit zwölf Jahren gegen ihren Willen verheiratet, statt sich in ihren frühen 20ern aus Liebe mit Paolo zu vermählen. Auch zeigte dieser erst ganz zum Schluss Reue und war ein brutaler Schläger, der Rita viele Jahre betrog und misshandelte, während er in "Die heilige Rita" ein eher sanftmütiger Geselle ist. Trotz dieser Freiheiten wird die zentrale Botschaft des Lebens der heiligen Rita deutlich vermittelt und auch die Inszenierung weiß zu überzeugen. Man merkt dem Film zwar an, dass es sich um eine TV-Produktion mit einem Budget handelt, das fernab von Kinoproduktionen liegt, doch sorgen das solide Drehbuch und die größtenteils guten bis sehr guten darstellerischen Leistungen dafür, dass der Zweiteiler trotz seiner Länge nicht langweilig wird. Eine der größten Stärken ist zudem, dass der Zuschauer die Handlungen und Gefühle der Protagonisten jederzeit nachvollziehen kann und somit die Geschichte gespannt miterlebt.
Digitale Aufarbeitung:
So unterschiedlich wie die Filme ist auch die technische Qualität der DVDs: "Schlacht um die Ehre" liegt im 4:3-Format vor. Der Transfer rauscht relativ stark, die Schärfe könnte etwas besser sein, ist aber nicht allzu schlecht. Die Farben wirken relativ natürlich, weisen aber einen auffälligen Gelb-Braun-Stich auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Rumänisch in Dolby Digital 2.0 vor, beide Fassungen bieten klar verständliche Dialoge. Bei "Der Weiße Ritter" liegt das Bild im Format 2,35:1 vor bietet natürliche Farben, die etwas kräftiger sein könnten, sowie eine annehmbare Schärfe, die während einiger Nahaufnahmen sogar vereinzelt Details erkennen lässt. Das Bild rauscht leicht, aber nicht in störendem Ausmaß, ab und zu sind Bildfehler und Verschmutzungen sowie Doppelkonturen auszumachen. Die Kompression verhält sich relativ unauffällig, wenngleich es gelegentlich zu Artefaktbildung kommt. Der Ton liegt auf Deutsch und auf Englisch in Dolby Digital 5.1 und Stereo vor. Sowohl die deutsche Fassung als auch der Originalton bieten klar verständliche Dialoge, die englische Version klingt allerdings insgesamt etwas brillanter und dynamischer. Dies trifft besonders auf die 5.1-Variante zu, die in der deutschen Fassung extrem leise abgemischt wurde und insgesamt etwas matt klingt. Hier erhält man ein besseres und räumlicheres Ergebnis, wenn man sich die Stereo-Spur via Dolby ProLogic abspielen lässt. "Die heilige Rita" schließlich besteht aus zwei Teilen im Bildformat 1,85:1 mit einer Laufzeit von insgesamt fast dreieinhalb Stunden - und da nur eine DVD verwendet wurde, merkt man dem Transfer die Überlänge des Films deutlich an. Das Bild weist nämlich ein recht starkes Rauschen auf und in Verbindung mit der hohen Kompression kommt es zu ziemlich auffälligen Rauschmustern sowie in einfarbigen Flächen zu deutlich sichtbarer Artefaktbildung. Darunter hat auch die Schärfe zu leiden, die allerdings zumindest bei Nahaufnahmen noch relativ gut ist. Die Farben wirken natürlich, aber einen Tick zu blass und leblos, auch der Kontrast hätte etwas ausgewogener sein können. Der Ton liegt auf Deutsch und Italienisch in Stereo vor und bietet klar verständliche Dialoge sowie eine passende Abmischung der Musik und gelegentlichen Effekte.
Bonusmaterial liegt für keinen der drei Filme vor.
Fazit:
Man muss es noch einmal ganz klar sagen: "Die Kreuzritter" sind eine Mogelpackung - im wahrsten Sinne des Wortes. Zum einen hat keiner der Filme inhaltlich wirklich etwas mit Kreuzrittern zu tun, zum anderen stammt das Cover der Dreierbox vom Film "Journey to Promethea", der ein Fantasystreifen ist und erst recht nichts mit Kreuzrittern am Hut hat. Positiv zu erwähnen ist hingegen, dass man durch die Kreuzritter-"Reihe" einige Filme auf DVD erhält, die durchaus sehenswert sind. So gibt es bei dieser Box an "Schlacht um die Ehre" und "Die heilige Rita" nichts auszusetzen, wohingegen man nichts verpasst, wenn man "Der Weiße Ritter" nicht schaut. Technisch bewegen sich alle Filme im mittelmäßigen bis teilweise guten Bereich, Bonusmaterial gibt es keins.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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Schlacht um die Ehre 137:00 Minuten
Der weiße Ritter: 121:52 Minuten
Die heilige Rita: 206:00 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
Englisch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 | Rumänisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Schlacht um die Ehre / Der Weiße Ritter / Die heilige Rita
Mircea / Tirante el Blanco / Rita da Cascia
Dreierbox mit weiteren Nicht-Kreuzritterfilmen
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Rumänien, Italien / Spanien / Großbritannien, 1989/2006/2004 Regie: Sergiu Nicolaescu / Vicente Aranda / Giorgio Capitani Drehbuch: Titus Popovici / Vicente Aranda / Elisabetta Lodoli, Maura Nuccetelli Darsteller: Sergiu Nicolaescu, Vlad Nemes, Ion Ritiu, Serban Ionescu, Adrian Pintea / Casper Zafer, Esther Nubiola, Leonor Watling, Giancarlo Giannini, Jane Asher / Vittoria Belvedere, Martin Crewes, Adriano Pappalardo, Dietrich Hollinderbäumer, Sandro Giordano
Label :
MiG Film
Verkaufsstart : 20.01.2011
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