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DVD-Besprechung - On Bloody Sunday

Story:
In einer amerikanischen Kleinstadt verschwinden innerhalb kürzester Zeit mehrere Teenager unter mysteriösen Umständen. Während die Polizei vor einem Rätsel steht, wird die Chefredakteurin der hiesigen Schülerzeitung Isabel (Annemarie Pazmino) auf den Fall aufmerksam und beginnt zu recherchieren. Ihre Bemühungen führen sie auf die Spur eines gewissen Azraels, der immer wieder in Verbindung mit den verschwundenen Jugendlichen Erwähnung findet. Während Isabel und ihr Freund Zeek (Yousef Abu-Taleb) versuchen herauszufinden, was es mit diesem mysteriösen Fremden auf sich hat, kommen sie der Auflösung des Geheimnis immer näher und merken dabei nicht, dass sie sich selbst in Gefahr bringen, denn der Mörder sucht schon seine nächsten Opfer.


Meinung zum Film:

Es ist eine Frage für sich, ob nun das minimale Budget (135,000 Dollar) des Film „On Bloody Sunday“, die Überpräsens Christian Sesma („I`m not like that, no more“ 2010 ) als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur, die mehr als minderwertigen Dialoge oder die schlechte Crew dafür verantwortlich ist, dass dieser Streifen noch nicht einmal das Prädikat „Trash“ für sich vereinnahmen kann. Dank des ausführlichen Audiokommentars weiß der Zuschauer nämlich, dass Sesma durchaus dazu bereit war, einen ernsthaften Horrorfilm zu drehen, was ihm aber leider nicht gelungen ist. Dafür ist die Handlung einfach zu vorhersehbar, die Darsteller zu schlecht, die Kamera zu wacklig und sogar den Schnitt hätte ein Amateurfilmer besser machen können. Zunächst zur Story. Dass es in Horrorfilmen nicht immer um eine realistische Handlung geht, ist weitgehend bekannt. Was Sesma dem Zuschauer hier jedoch präsentiert, ist so hahnebüchen, dass es zum Himmel schreit. Ein kleines Mädchen macht sich, von Ehrgeiz nach einer guten Story zerfressen, auf die Spur eines gefährlichen, psychopathischen Serienkillers, obwohl sie noch nicht mal so viel Schneid besitzt, sich ihren aufmüpfigen und teilweise gemeinen Schulkameraden zu widersetzen und bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbricht – das nennt man Glaubwürdigkeit!  Zudem passen manchmal die Dialoge nicht unbedingt zur Handlung, z.B., als Isabel ihre kleine Schwester fragt, warum diese noch nicht im Bett liegt, dabei liegt sie schon im Bett. Zurück bleibt nach solchen Szenen ein großes Fragezeichen, das auch der weiter Verlauf der Geschichte nicht wieder aus zu löschen vermag. Überhaupt sind die Dialoge so schlecht, dass es manchmal Mühe kostet, zuzuhören. 

Die Darsteller Annemarie Pazimo („Trap“, 2010) und Yousef Abu-Taleb („Growth“, 2009), deren schauspielerische Künste eher auf eine Dorfbühne, als in einen Film gehören, versuchen zwar das Beste zu geben, aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass ihre Mimik und Gestik eher unbeholfen wirkt und sie damit das Identifikationspotenzial beim Zuschauer gehörig gen Null senken. Der Killer, dargestellt von Mike Hatton („L.A. Paranormal“, 2011), macht zur keiner Zeit wirklich ängstlich, dazu wirkt er zu unbeholfen, seine Dialoge zu einfach und seine Morde zu plump. Am schlimmsten, wenn das bei diesen Darstellern überhaupt noch möglich ist, ist die unnatürliche Schauspielkunst von Nestor Rodiguez, dessen Rolle als unfähiger Polizist allenfalls zu einer schlechten Kömodie gepasst hätte. Eine schlechte schaupielerische Leistung gepaart mit unglaublich einfachen und miserablen Dialogen, die mehr als improvisiert daher kommen, ergibt alles in allem eine jämmerliche Vorstellung. 

Die ständig wackelnde Handkamera, deren Zoom sich abrupt und ohne jeglichen Grund bewegt, trägt nicht gerade zur Qualität des Films bei. Manchmal sind die Darsteller so schlecht aufgenommen, dass ihre Umrisse ihre Klarheit verlieren – sie verschimmen. Der Schnitt von einer Szene zur nächsten wird mit einfachen Abblenden gehandhabt, was letztlich die Meinung erhärtet, dass es sich hierbei um einen Amateurfilm handeln muss. Das Ganze wird dadurch abgerundet, dass bei Nachtaufnahmen des öfteren ungewollter Weise der Scheinwerfer im Hintergrund zu sehen ist. Auch die Special Effects enttäuschen gewaltig. In einer Szene kann man beobachten, wie einem potentiellen Opfer nach dem Schnitt mit einer Machete statt aus der Bauchwunde die künstlichen Gedärme aus dem Ärmel quellen. An künstlichem Blut hat der Regisseur jedoch nicht gespart, obwohl es manchmal aus nicht vorhandenen Wunden fließt. Seinem Killer hat Sesma als Maske lediglich ein paar fluoriszierende Kontaktlinsen verpasst, was nicht weiter schlimm wäre, wenn der Charakter ansonsten angsteinflößend wäre, was er nicht ist. Die Liste der Unzulänglichkeiten ist lang. Somit reiht sich dieser Film in eine lange Reihe von Horrorfilmen ein, die man am besten sofort wieder vergisst.



Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist leicht körnig, meistens jedoch noch klar erkennbar. Einziges Manko hierbei ist der zu tiefe Kontrast, der es besonders bei den Nachtaufnahmen schwer macht, Einzelheiten wahrzunehmen. Während die Farbqualität sich zu sehr im rötlichen Spektrum bewegt, so dass die Gesichter eine unnatürlich orange-rote Farbe bekommen, lässt leider auch der Ton zu wünschen übrig. Sowohl die Hintergrundmusik als auch die Hintergrundgeräusche sind zu laut und übertönen deshalb teilweise die Dialoge. In einigen Szenen schwankt die Akustik auch zwischen normal und leise, so dass das Verständnis schwer fällt. Die Synchronisation ist jedoch gut gelungen.

Als Extras verfügt die DVD über ein fragwürdiges Making–Of und einen Orginaltrailer.

Fazit:
„On Bloody Sunday“ ist in seiner Gesamtheit eine Schande für das Horrorgenre. Mit seinen schlechten Dialogen, einer unglaubwürdigen Story, laienhaften Darstellern und ein Regisseur, der sich selbst leider viel zu wichtig nimmt, siedelt sich dieser Film am unteren Ende der Qualitätsskala an.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
80:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making-Of
  • Orginaltrailer 


On Bloody Sunday - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
On Bloody Sunday
On Bloody Sunday

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Mickey Mouse ist gruseliger


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Christian Sesman
Drehbuch:
Christian Sesman
Darsteller:
Annemarie Pazmino, Yousef Abu - Taleb, Mike Hatton, Nestor Rodriguez

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
10.02.2011