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DVD-Besprechung - Die Helden der Kompanie

Story:
Florenz im 2. Weltkrieg. Ein amerikanisches Erkundungsflugzeug wird von einer deutschen Wehrmachtseinheit abgeschossen und der Pilot Captain Peter Hocks (Jess Hahn) kann sich nur in letzter Minute mit seinem Fallschirm retten. Er landet in einem nahe gelegenen Kloster und taucht dort, verkleidet als Mönch, vor den deutschen Häschern unter. Als er die Wirtshaustochter Rita (Rita Pavone) kennen lernt, siedelt er in deren Wirtshaus um, wo er sich mit dem leicht konfusen Raketenbauer Professor Giulliano Fineschi (Terence Hill) anfreundet. Doch die drei geraten durch Zufall in das Visier des Offiziers Hans Vogel (Francis Blanche) und müssen fliehen. Mit Hilfe von gestohlenen deutschen Uniformen und einem Motorrad beginnt für das Trio eine Reise quer durch Italien, dicht gefolgt von Offizier Vogel, und geraten dabei von einem Schlamassel in den nächsten. 


Meinung zum Film:
Die Handlung des Roadmovies „Helden der Kompanie“ aus der Feder von Franco Castellano („Wer hat dem Affen den Zucker geklaut“) und Giuseppe Moccia („Der gezähmte Widerspenstige“), ist ziemlich einfach  und kommt ohne große Höhepunkte aus. Sie beginnt mit einem McGuffin in Form eines abgestürzten amerikanischen Piloten auf deutschem Feindgebiet, dessen Wichtigkeit im Laufe der Handlung verloren geht und dessen Identität niemals von den deutschen Soldaten aufgedeckt wird. Die eigentliche Story dreht sich dann um die Auffindung des verrückten Professors, der fälschlicherweise von den Deutschen für einen Partisanenkämpfer gehalten wird. Warum allerdings die Wirtshaustochter bei dem ganzen Spektakel dabei sein musste, bleibt ein ungeklärtes Rätsel. Die komödiantischen Aspekte des Films sind gar nicht mal so schlecht, sie stellen ein Spiegelbild ihrer Zeit dar, in denen solche Slapstick–Einlagen einfach zu einer Komödie dazu gehörten. Ein berühmtes Beispiel dafür ist „Der große Diktator“ von Charlie Chaplin, in dem ein vergleichbarer Humor zum Tragen kommt, obwohl man jedoch davor zurückschrecken sollte, beide Filme miteinander zu vergleichen. Da die Handlung ansonsten eher eintönig ist, wirkt der Film einerseits langweilig, andererseits macht es ihn aber genau zu dem, was er auch ist: eine leichte, unkomplizierte italienische Komödie. 

Terence Hill, der in seinen späteren Jahren mit Filmen wie „Mein Name ist Nobody“ (Tonino Valerii) und „Keiner haut wie Don Camilo“ berühmt wurde, kann hier noch nicht mit einer schauspielerischen Glanzleistung punkten, da er den verdatterten Professor eher lustlos und unglaubwürdig darstellt. Seine Dialoge sind zumeist dahin gerasselt und ohne wirkliche Emotion. Einzig sein komödiantisches Talent zeigt sich ab und an, so dass er dann doch den einen oder anderen Lacher für sich verbuchen kann. Rita Pavone („Blaue Bohnen für ein Halleluja“) war damals schon eine berühmte Sängerin und als solche muss sie natürlich auch in diesem Film singen, was ihrer Rolle die einzige Daseinsberechtigung zu geben scheint, da sie sonst keinerlei andere Funktionen ausfüllt. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen wirkt Pavone jedoch einigermaßen natürlich und scheint Spaß am Dreh gehabt zu haben, der sich dann auch gleich auf den Zuschauer überträgt. Jess Hahn („Jesse, der Privatdetektiv“) versagt leider als amerikanischer Captain total. Seine Darstellung ist hölzern und plump, was seinem Talent allerdings nicht unbedingt gerecht wird, wie man anhand seiner Leistung in dem Film „Topkapi“ (Jules Dassin) sehen kann. 

Stefano Vanzina („Banana Joe“), auch unter dem Spitznamen Steno bekannt, gab sich mit der Inszenierung von „Helden der Kompanie“ wirklich Mühe. Die Kulissen sind realistisch, die Kameraeinstellung entspricht durchaus der Standart der damaligen Zeit und die Schnitte gezielt gesetzt. Doch leider täuscht das nicht über die simple Story hinweg, die dem gesamten Film den Stempel der Langeweile aufdrückt.


Digitale Aufarbeitung:
Das Bild leidet unter altersbedingter Verschmutzung, die sich leider den ganzen Film über hinzieht. Die Farben wirken teilweise sehr blass, so dass die Gesichter unnatürlich hell wirken. Der deutsche Monoton verfügt jedoch über eine gute Verständlichkeit.

Extras sind nur in Form einer Bildergalerie vorhanden.

Fazit:
„Helden der Kompanie“ ist wirklich kein Film, denn man unbedingt gesehen haben muss, außer man ist ein großer Terence-Hill-Fan. Aber selbst der berühmte Schauspieler scheint bei den Dreharbeiten nicht besonders fröhlich gewesen zu sein, was zur Folge hat, dass sich seine Lustlosigkeit auf den Zuschauer überträgt. Auch wenn die komödiantischen Szenen manchmal einen Lacher verdienen, täuscht das nicht darüber hinweg, dass die Story eigentlich zu langweilig ist und keinerlei Höhepunkte besitzt. 


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
81:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Bildergalerie
Die Helden der Kompanie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Helden der Kompanie
La feldmarescialla

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Kein wirkliches Lacherlebnis


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1967
Regie:
Stefano Vanzina
Drehbuch:
Franco Castellano, Giuseppe Moccia
Darsteller:
Terence Hill, Rita Pavone, Jess Hahn, Francis Blanche

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
07.01.2011