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DVD-Besprechung - Buffalo Soldiers 44
Story:
Herbst 1944 in der Toskana. Die deutsche Wehrmacht hat ihre letzte Verteidigungslinie errichtet, um den Vormarsch der Alliierten zu stoppen. Die Amerikaner sind schon am Vorrücken und haben diesmal sogar ein experimentelles Bataillon dabei: die Buffalo Soldiers der 44. Kompanie, eine nur aus Afroamerikanern bestehende Truppe. Diese dient dem amerikanischen Oberkommando als Kanonenfutter für die deutschen Soldaten und werden Ihnen kompromisslos entgegen gesendet. Als die Einheit bei einem Flussübergang angegriffen wird und dabei hohe Verluste erleidet, gelingt es einer kleinen Truppe von vier Mann, Staff Sergeant Stamps (Derek Luke), Sergeant Cummings (Michael Ealy), Corporal Negron (Laz Alonso) und Private Train (Omar Benson Miller) die Flucht hinter die deutschen Linien. Auf der Suche nach einem Weg zurück begegnen sie dem verletzten kleinen Angelo (Matteo Sciabordi), der, wie es scheint, sein Gedächtnis verloren hat. Da sie nicht gewillt sind, das Kind sich selbst zu überlassen, machen sie sich auf den Weg ins nächste bewohnte Dorf. Dort angekommen, finden sie eine Bevölkerung vor, die seit Jahren versucht, den Deutschen mit Hilfe von Partisanenkämpfen stand zu halten. Von ihnen erfahren die Soldaten dann auch ein Verhalten, dass ihnen ihr eigenes Land bis jetzt schuldig geblieben ist: Respekt, Vertrauen und Loyalität ihrer Selbst willen. Zusammen mit den Bewohnern versuchen sie das Dorf vor der aufziehenden deutschen Wehrmacht zu schützen.
Meinung zum Film:
Wie viele andere Filme auch ist „Buffalo Soldiers 44“ ein Anti-Kriegsfilm. Was ihn jedoch zu einer Besonderheit macht, ist nicht nur die bisher stillgeschwiegene Thematisierung der Situation der afroamerikanischen Soldaten im 2. Weltkrieg, sondern auch der Tiefgang, mit dem sich Spike Lee („Malcom X“) seiner Figuren widmet, und somit aus einem Kriegsfilm ein menschliches Drama formt. Auch wenn die Handlung durch eine kurze Sequenz aus der Gegenwart eingeführt wird, die man sich hätte vermutlich sparen können, konzentriert sie sich ansonsten ganz auf die Protagonisten und deren Wandlung von äußerst desinteressierten, ängstlichen und einsamen, weil vergessenen Soldaten zu mutigen, loyalen Freiheitskämpfern. Gründe für diese Veränderungen lassen sich mithilfe einiger Rückblicke auf die Lebenssituation der Buffalo Soldiers in ihrem Heimatland erklären. Die dortigen rassistischen Ressentiments der amerikanischen Bevölkerung und seines Militärs stehen in einem krassen Gegensatz zu dem Verhalten der italienischen Dorfgemeinschaft. Damit wird die innere Zerrissenheit der Soldaten deutlich: sie sind ängstlich, weil sie für ein Land in den Krieg gezogen sind, das ihnen noch nicht einmal die eigenen Grundrechte gewährleisten kann. Als die Buffalo Soldiers Propaganda–Plakate der Deutschen entdecken, die sie als Untermenschen kennzeichnen, ziehen sie den Vergleich zu jenen aus ihrer Heimat und müssen sich mit der Frage beschäftigen: sind sie nicht eigentlich in den Augen beider Seiten, Gegner wie Heimat, minderwertige Menschen? Da kämpfen sie lieber für diejenigen, die ihnen Achtung und Respekt entgegenbringen. Doch Spike Lees Anliegen geht über das Thema Rassismus hinaus. Wenn man sich die italienischen Partisanenkämpfer und deren Ziel, sich von den Invasoren zu befreien ansieht, kann man durchaus eine Parallele zu heutigen Kriegsschauplätzen in Afghanistan und Irak ziehen. Dadurch zieht der Film eine kritische Linie in die Gegenwart, und gewinnt eine aktuelle Brisanz, die nachdenklich stimmt.
Die Besetzung ist hochkarätig und wird diesem Ruf auch gerecht. Michael Ealy („Sieben Leben“) haucht dem ambivalenten Sergeant Cummings so gekonnt realistisches Leben ein, dass man vor seiner Leistung den Hut ziehen muss. Anerkennung verdient auch Matteo Sciabordi, der als kleiner Angelo sein Debüt als Schauspieler präsentiert. Genauso fasziniert ist man von Derek Luke („Notorious B.I.G.“), der seine Rolle als Kommandant der Truppe fantastisch verkörpert. Die Darstellung Omar Benson Millers als sensibler und geistig leicht zurückgebliebener Private Train, der sich entschlossen hat, die Schrecken der Realität damit zu verdrängen, dass er sich in eine Fantasiewelt flüchtet, wird authentisch und glaubwürdig transportiert. Obwohl sie die Helden dieses Dramas sind, gelingt es den Darsteller, aus ihren Rollen realistische Menschen zu machen, mit ebenso vielen Schwächen wie Stärken, was den Identifikationswert nachträglich beeinflusst.
Lee fasziniert mit seinen epischen Kameraeinstellungen und liebt die Nahaufnahmen, um die Emotionen richtig einzufangen. Die erste Kriegsszene erinnert in ihrer Brutalität ein wenig an die Kampfszene in der Normandie in „Der Soldat James Ryan“ von Steven Spielberg. Was den Kampfszenen die schnellen Schnitte sind, machen bei den Landschaftaufnahmen die langen, ruhigen Kamerasequenzen aus, die das Gefühl von Harmonie und wilder Liebe zur Freiheit ausdrücken. Eine gelungene Filmmusik unterstreicht gekonnt die bewegenden Szenen und rundet damit den Film als Ganzes ab. Ein tiefsinniger, kritischer Film über den inneren Kampf einiger verlorener Menschen, die letztlich zu sich selbst finden.
Digitale Aufarbeitung:
Die Tonqualität ist gut und es sind auch keinerlei Störgeräusche vernehmbar. Die deutsche Synchronisation ist blendend gelungen. Die Bildqualität lässt auch nicht zu wünschen übrig, außer dass die Farben manchmal ein wenig zu hell wirken.
Als Extras gibt es ein historisches Essay von Professor Paolo Pazzini über die Massenmorde in Italien 1944, u.a. über das Massaker von St. Anna, das dem Film seinen Titel gegeben hat. Außerdem existieren noch entfallene Szenen sowie ein Orginaltrailer.
Fazit:
„Buffalo Soldiers 44–Das Wunder von St. Anna“ ist ein meisterhaft inszenierter, tief schürfender Film, dessen Botschaft heute jedem geläufig sein sollte, nicht nur weil sie in der UNO-Charta der Menschenrechte verankert ist: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dank einer fantastischen Crew und eines sensiblen Regisseurs, der mit seinen kritischen Werken dafür gesorgt hat, dass die Geschichte der Afroamerikaner in ein gerechteres Bild gerückt wird, ist es gelungen, einen einzigartigen Film zu schaffen, der ohne großes Pathos auskommt und trotzdem unter die Haut geht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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153: 51 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Historisches Essay
- Entfallene Szenen
- Orginaltrailer
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Buffalo Soldiers 44 - Das Wunder von St. Anna
Miracle at St. Anna
Die Würde des Menschen ist unantastbar
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA/Italien, 2008 Regie: Spike Lee Drehbuch: James McBride Darsteller: Derek Luke, Michael Ealy, Laz Alonso, Omar Benson Miller, Matteo Sciabordi
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 17.02.2011
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