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Blu-ray-Besprechung - The Loved Ones

Story:
Jede Highschool hat seine typischen Gesetze. Da gibt es die Reichen, die Loser, die Schönen und die Freaks. Die schüchterne Lola (Robin McLeavy) gehört zu den Schülern, die sich im Randbereich der lernenden Gemeinschaft befinden und vergeblich versucht sie ihren Schwarm Brent (Xavier Samuel) zum Abschlussball einzuladen. Doch Brent hat bereits ein Date für diesen Abend und Lola scheint sich in ihr Schicksal zu fügen. Da irrt der junge Mann allerdings, denn Lola ist etwas anders gestrickt und sie sorgt dafür, dass ihr Schwarm dennoch den Abend mit ihr verbringt.

Meinung zum Film:
„The Loved Ones“ ist ein Horrorfilm aus Australien, bei dem der Zuschauer schnell einen großen Fehler machen kann. Wer versucht, diese Produktion als ernsthaften Horrorstreifen anzusehen, wird eine derbe Enttäuschung erleben, denn dann funktionieren die Charaktere nämlich überhaupt nicht. Selbst in den ernsthaften Passagen sollte der Film als eine durchgeknallte Horrorkomödie gesehen werden, so wie es sich auch bei „Muttertag“ gebührte. Hier liegt auch ein kleines Problem der Produktion begründet. Der schwarze Humor und die leicht überzogene Darstellung der „normalen“ Gesellschaft hätte stärker überzeichnet werden müssen, um den gewünschten herben Humor deutlicher herauszuheben.  

Dadurch bleibt einiges auf der Strecke und die erkennbaren schrägen Ideen beschränken sich fast ausschließlich auf die durchgeknallte Lola und ihren Vater. Der Rest verliert sich leider in den Andeutungen wie dem kiffenden Pärchen im Auto oder deren recht intensiven Tanz auf der Tanzfläche des Abschlussballs. Der härtere bzw. blutige Teil des Films wird ebenfalls ein wenig zu sehr an die Leine genommen. Das kann der Zuschauer aber etwas verschmerzen, denn so bleibt ihm ein weiterer Splatterrekordversuch erspart, der hierzulande sowieso von der Zensur gekürzt würde. Ein bisschen was geht dann schon und die Andeutungen von dem, was da gerade passiert, kann das Publikum als Stilmittel akzeptieren. Allerdings zeigen die Extras, dass es scheinbar nicht alle Szenen in die deutsche Fassung geschafft haben, so z.B. eine mit einem Kopf und einem Bohrer.  

Da schauspielerische Qualitäten bei dieser Art von Film etwas in den Hintergrund treten, machen sich die Nebendarsteller nicht unbedingt die Mühe, ihre Rollen mit einem richtig glaubhaften Agieren zu adeln. Robin McLeavy („The Other Half“) hat zwar noch nicht viele Rollen gespielt, aber mit der Figur der Lola hat sie zumindest schon mal bewiesen, dass ihr die Darstellung einer geistig Gestörten keinerlei Probleme bereitet. Xavier Samuel hat in noch nicht so vielen Produktionen mitgespielt, doch nach „The Loved Ones“ bekam er die Rolle des Riley in „Eclipse – Biss zum Abendrot“, was keine schlechte Steigerung darstellt. Als irrer Daddy kann John Brumpton überzeugen. Der erfahrene Mime wirkte zwar in keinen richtig großen Produktionen mit, doch in der recht bekannten Fernsehserie „Die fliegenden Ärzte“ war er auch schon mal zu sehen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist auf allen Ebenen überzeugend. Die Farben sind sehr realistisch, wobei genau diese das künstliche, getrocknete Blut ein wenig entlarven und es nicht natürlich wirken lassen. In Sachen Bildschärfe und der damit einhergehenden Detailvielfalt sieht es besser aus. Alles ist sehr gut erkennbar, auch bei der Tiefenschärfe. Ob Haare, Möbelstücke oder Kniffe in der Kleidung, jede Kleinigkeit ist wird abgebildet. Der Ton ist gut, wobei die hinteren Boxen nicht kontinuierlich genutzt werden. Vielmehr wird der Score und einige wenige Steigerungen bei Übergriffen darüber abgebildet, der Rest bleibt sauber auf den Frontboxen und dem Center. Hier wäre mehr möglich gewesen.

Die Extras beginnen mit einem Blick hinter die Kulissen (25 Minuten) die den Zuschauer nicht nur an die Filmsets führt, sondern auch in das etwas entferntere Drehumfeld. Es wirkt eher wie ein Teamfilm. Danach kann der Filmfreund rund 51 Minuten an Interviews mit Cast und Crew abrufen, was teilweise sehr informativ ist, aber auch zeitweise einen werbenden Charakter besitzt. Weiterhin gibt es eine entfallene Szene (1:17 Minuten), sowie ein interessantes Extra über die Entstehung der Spezialeffekte (32,5 Minuten). Am 13.09.2009 war dann in Toronto Weltpremiere und rund 16 Minuten widmen sich diesem Ereignis in einem dokumentarischen Filmstil. Den Abschluss der Extras bilden drei Teaser und eine Bildergalerie zu den Spezialeffekten. Alle Extras wurden mit deutschen Untertiteln versehen, außer der Audiokommentar von Regisseur Sean Byrne.

Fazit:
„The Loved Ones“ ist eine Horrorgroteske, die etwas zu harmlos ausgefallen ist und deren Humor zu zurückhaltend ist. Etwas mehr Pep und der Film hätte das Zeug für eine größere Fangemeinde. So werden vor allem Nischenfans der Produktion etwas abgewinnen können. Die Qualität der Bu-ray ist voll auf der Höhe der Zeit und die Extras sind reichlich.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
84:05 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Behind The Scenes
  • Interviews mit Cast & Crew
  • Special Effects
  • geschnittene Szene
  • Weltpremiere in Toronto
  • Bildergalerie
  • Audiokommentar von Regisseur Sean Byrne
  • Teaser
The Loved Ones - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Loved Ones - Pretty In Blood
The Loved Ones

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Schwarze Horrorkomödie, die ihre Chancen nicht ausspielt


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Australien, 2009
Regie:
Sean Byrne
Drehbuch:
Sean Byrne
Darsteller:
Xavier Samuel, Robin McLeavy, John Brumpton, Richard Wilson, Victoria Thaine, Jessica McNamee, Andrew S. Gilbert, Leo Taylor

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.02.2011