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DVD-Besprechung - The Dread
Story:
Durch den Tod ihrer Mutter erfährt Teri (Sally Pressman), dass sie von dieser adoptiert wurde, weil ihre leiblichen Eltern Opfer eines Mordanschlags geworden waren. Ihr Bruder Alex (J. Steadman) kam, traumatisiert durch die Ereignisse, in eine Nervenheilanstalt und befindet sich seitdem in einem katatonischen Zustand. Als Teri ihn kurz darauf in der Anstalt besucht, kommt es zu einem schrecklichen Unglück. Der behandelnde Arzt ihres Bruders Dr. Boorstin wird in Stücke zerrissen aufgefunden. Zu spät wird Teri klar, dass ihre grausame Vergangenheit sie nun eingeholt hat und es diesmal kein Entkommen gibt.
Meinung zum Film:
Man kann wirklich nicht sagen, dass sich das Autorenduo Casey Conlon (Guardian of Wildernes“) und Karen C. O`Malley (Basic of Training“) keine Mühe bei der Entwicklung des Drehbuches zu „The Dread“ gegeben haben. Der amüsante Trash-Horrorfilm, den vermutlich niemand besonders ernst genommen hat, punktet mit einer Vielzahl von Anspielungen auf die großen Klassiker dieses Genres und bedient sich auch sonst vieler Klischees, die damit in Zusammenhang stehen. Zunächst wäre da der Plot des wahnsinnig gewordenen Jungen, der seine Familie auf brutalste Art und Weise tötet und nur seine kleine Schwester verschont, wie man es schon aus John Carpenters „Halloween“ kennt. Genauso wie in dem Klassiker, kommt der Junge daraufhin in die Irrenanstalt und verhält sich so lange unauffällig, bis seine Schwester erwachsen geworden ist. Dann verfolgt der Film jedoch eine andere Richtung, als man statt Alex in der Anstalt auf ein unerkennbares Monster mit einem dunklen Mantel stößt, das wahllos Menschen ermordet. Das Wesen, dass äußerlich dem Alptraum aus „Jeepers Creepers“ (Victor Salva) ähnelt, erlangt seine Macht durch in Besitznahme des Geistes seiner Opfer, wie der Dämon in „Der Exorzist“ (William Friedkin) und tötet an einem Ort, den schon Michael Myers in „Halloween II“ (Rick Rosenthal) inspirierte. Der Unterschied zu all diesen Klassikern ist, dass hier kein ernsthafter Horrorfilm entstanden ist, sondern nur eine billige Collage, mit schlechten Dialogen, einer schlechten Licht- und Kameracrew und mit einem noch schlechteren Ende.
Auch wenn hier kein Who-is-Who des Genres auftritt, so sind doch einige bekannte Gesichter zu sehen. Die Anstaltsleiterin Diane wird verkörpert durch Ellen Sandless, die man auch schon in Sam Raimis Werk „Tanz der Teufel“ gesehen hat. Gleiches gilt für Tom Sullivan, der hier die Rolle des Anstaltarztes Boorstin übernahm. Er war damals bei „Tanz der Teufel“ für die Special Effects verantwortlich. Während diese beiden nun keine Neulinge in dieser Branche sind, gibt J. Steadman als wahnsinnig gewordener und vom Bösen besessener Alex sein Filmdebüt. Bis auf einige wenige Sätze am Ende des Films, beschränkt sich seine Rolle jedoch nur auf emotionsloses Starren und katatonisches Rumsitzen, doch das gelingt ihm gut. Sally Pressman („My Best Friends Girl“) muss sich als Teri da mehr ins Zeug legen. Aber sie macht dabei im Rahmen des Möglichen keinen schlechten Job, und spielt ihren Part ziemlich glaubwürdig. Es liegt auch nicht an ihrem schauspielerischen Talent, das ihre Rolle vor Lächerlichkeit nur so sprüht, sondern eher an den unsagbar schlechten Dialogen, die sie sprechen muss. Gut gelungen und vor allem gespielt ist auch die Rolle des Monsters, gruselig verkörpert durch Nicolas Panborn („Kalamazoo?“), der sich allerdings in letzter Zeit eher einen Namen als Produktionsassistent in Filmen wir „Iron Man“ (Jon Favreau) und „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ (Steven Spielberg) gemacht hat. Im Gegensatz dazu wirkt Ryan Welsh („Video Space“), in seiner Rolle als Chris, eher tölpelhaft und unglaubwürdig. Insgesamt gesehen hat man an der schauspielerischen Leistung der Crew nicht viel auszusetzen eher an ihren lächerlichen und nichtssagenden Dialogen.
Einen beabsichtigten und recht amüsanten Lachfaktor geben dann doch die recht passablen Todesszenen und damit auch die nette Body-Maske und Special- Effects ab. Da kann es passieren, dass durch die Kraft der Schläge des Monsters mal ein Arm abfällt, oder das nervige Opfer seinen eigenen, abgerissenen Fuß im Mund hat, oder ein anderer ausgeweidet von der Decke herab hängt, ein Polizist seine eigene Kollegin erschießen muss und einem Insassen das noch schlagende Herz aus der Brust gerissen wird. Alle Szenen sind durchaus sehenswert und sorgen dank des unterschwelligen Zynismus dafür, dass der Spaß, den die Macher beim Dreh hatten, sich auch auf den Zuschauer überträgt. Großartig sind auch die Szenen, in denen mit Hilfe einer Nebelmaschiene das Auftauchen des Monsters angekündigt wird. Diese Effekte erinnern vage an einige Bollywood-Filme und fast wird erwartet, dass zusätzlich noch ein unheimlicher Wind die Dramatik unterstreicht. Zur allgemeinen technischen Umsetzung kann man sagen, dass in den Szenenbildern das Licht keine so große Rolle spielt -allseits herrschen Schatten und Dunkelheit, wie in den meisten Horrorfilmen. Ein positiver Aspekt ist jedoch die Kameraführung, die sich dadurch auszeichnet, dass der Zuschauer genau erkennt, wann mit einer Digitalkamera und wann mit einer Professionellen gefilmt wurde. Dazu kommen die im Schnitt eingefügten Standbilder, die besonders im Endteil eine besondere Rolle spielen. Das zeichnet u.a. einen wahren Trash-Film aus, der aus Wenig Viel machen kann und dabei zeigt, dass er sich nicht wirklich ernst genommen hat.
Digitale Aufarbeitung:
Der Ton ist, bis auf einige wenige Stellen, gut verständlich. Dafür wirken die Hintergrundgeräusche manchmal ein wenig zu dumpf, was für eine Fehlstellung im Bass sprechen könnte. Das Bild ist klar, aber in dunklen Szenen ist der Kontrast zu tief, so dass es schwer fällt, Einzelheiten klar zu erkennen. Die deutsche Synchronisation ist jedoch, wie fast immer, gelungen.
Als Extras existieren ein Making-Of und ein Orginaltrailer.
Fazit:
„The Dread“ ist ein höchst amüsanter Horrorfilm, dessen Humor sich direkt auf den Zuschauer überträgt. Ein einfallsreicher Regisseur hat trotz eines minimalen Budgets gezeigt, dass man durchaus noch was von den Klassikern lernen kann und demonstriert, dass es manchmal besser ist, sich selbst nicht so ernst zu nehmen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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95:19 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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The Dread
The Dread
Billiger ist manchmal besser
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Michael Spence Drehbuch: Casey Conlon, Karen C. O`Malley Darsteller: Sally Pressman, Ellen Sandweiss, Ryan Welsh, Nicolas Panborn
Label :
Infopictures
Verkaufsstart : 18.02.2011
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