Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Technotise
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Technotise

Story:
Irgendwann in der Zukunft. Als die Studentin Edit bereits zum wiederholten Mal bei einer Prüfung durchfällt, lässt sie sich von einem Freund einen illegalen Chip aus militärischer Forschung einsetzen, der ans Nervensystem anknüpft und Gedanken aufzeichnet. Dadurch ist die Prüfung nun ein Klacks, doch auf Edit warten neue Schwierigkeiten. Als sie zufällig eine mysteriöse Formel sieht, die ein autistisches Genie, das sie als Nebenjob betreut, aufgestellt hat, entwickelt der Chip ein Eigenleben und bildet ein eigenes metallisches Nervensystem in Edit, das auch nach Entfernung des Chips noch weiterwächst. Und während Edit mehr und mehr mit ihrem eigenen Körper zu kämpfen hat, muss sie sich auch noch vor den Machenschaften des Staats in Acht nehmen, dem um jeden Preis daran gelegen ist, mit Edits neuen Fähigkeiten die Formel zu lösen, die für alles verantwortlich ist.

Meinung zum Film:
Serbien ist sicherlich kein Land, das sich durch groß angelegte Kinoproduktionen einen Namen gemacht hat. Den meisten Zuschauern wird wohl nicht mal ein einziger Film einfallen, der dort produziert wurde und dann auch noch im Gedächtnis geblieben ist. Das ändert sich jetzt mit "Technotise" zumindest ein bisschen, denn der Zeichentrick-Science-Fiction-Thriller, von dem Gerüchten zufolge bereits eine Realfilm-Adaption in Planung ist, kann sich durchaus sehen lassen und braucht den Vergleich mit der internationalen Konkurrenz nicht zu scheuen.

Die Story bietet im Sci-Fi-Genre zwar nichts wirklich revolutionär Neues, doch das Konzept wirkt trotzdem vergleichsweise frisch und das Drehbuch schafft es, die anderthalb Stunden ohne größere Längen zu überbrücken. Eine etwas faule Studentin lässt sich einen Chip einsetzen, der an ihre Nervenbahn anknüpft und ihre Erinnerungen aufzeichnet, um mit dessen Hilfe ihrem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen und endlich ihre Prüfungen zu bestehen. Doch dummerweise entwickelt dieser nach Anblick einer mysteriösen Formel ein Eigenleben und wächst zu einem eigenständigen zweiten Nervensystem in ihr heran - vollständig aus Metall. Eine spannende Grundhandlung, die dazu auch noch ziemlich gut umgesetzt wurde, wenngleich das Ende des Films trotz einer vermeintlich emotionalen Szene ein bisschen antiklimaktisch und gehetzt wirkt. Hier hätte man sich - nachdem die Einführung des Konzepts mit dem zweiten Nervensystem mehr als die gesamte erste Hälfte des Films gedauert hat - einen etwas runderen und spannenderen Schluss gewünscht.

Auch die Charakterzeichnung ist etwas zweischneidig. Während Edit und ihr Freund noch relativ gemäßigt und normal wirken, sind die anderen aus ihrer Clique ein bisschen zu klischeehaft angelegt und wirken eher wie die schrägen Nebenfiguren aus einem Computerspiel. Dazu kommt dann außerdem, dass sich die deutsche Synchronisation auch noch extrem übertrieben und gekünstelt anhört und besagte Figuren dadurch noch nerviger klingen als sie sowieso schon angelegt sind. Wenn man hier mal in die serbische Originaltonspur schaltet, fällt einem sofort auf, dass sämtliche Stimmen dort deutlich glaubhafter und gemäßigter wirken und besser zu den Figuren passen. Doch das sind nur ein paar kleine Mängel, insgesamt bietet "Technotise" trotzdem ziemlich gute Unterhaltung. Klassische Animation darf man jedoch nicht erwarten. Der am Computer entstandene Film verwendet verschiedene Tricktechniken, unter anderem Cel Shading, um einen zweidimensionalen Look zu erzeugen, und die meiste Zeit wirkt alles eher wie ein "animiertes Comicheft", da die Figuren fast nie in voller Animation gezeigt werden, sondern sich lediglich einzelne Teile (Mund, Augen, u.Ä.) bewegen, während der Rest starr bleibt. Dadurch liegt die Optik deutlich eher an Animes als an typischen westlichen Zeichentrickfilmen. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, sollte einen Blick auf den offiziellen Trailer zum Film werfen.


Digitale Aufarbeitung:
Als im Computer entstandener Animationsfilm macht "Technotise" auf Blu-ray eine hervorragende Figur. Die Farben sind kräftig, die Schärfe ist jederzeit sehr gut und Rauschen, analoge Defekte oder Kompressionsartefakte sucht man natürlich vergeblich. Manchmal gibt es ein wenig Kantenflimmern, was einem primär bei den Haaren von Edit auffällt, aber das ist kein Problem des Transfers, sondern liegt offensichtlich an der Animationsweise. Den Ton bekommt man auf Deutsch und Serbisch in dts-HD Master Audio 2.0 geboten. Die deutsche Fassung hat leider das bereits erwähnte Problem mit den etwas nervigen Stimmen, ansonsten leistet sie sich jedoch keine Mängel. Zwar wäre für den druckvollen, dynamischen Soundtrack eine 5.1-Spur wünschenswert gewesen (sofern der Film mit Mehrkanalton produziert wurde), doch auch mit der 2.0-Spur bekommt man ein angenehmes Klangerlebnis geboten.

Bonusmaterial ist leider nicht vorhanden.

Fazit:
"Technotise" ist ein interessanter und wirklich gelungener Animationsfilm aus Serbien, der eine spannende und unterhaltsame Story bietet und sich nur einige kleinere Schwächen leistet. Die Blu-ray bietet hervorragende technische Qualität, es wäre aber wünschenswert gewesen, etwas Bonusmaterial zu den Hintergründen der Entstehung zu bekommen.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
89:20 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Serbisch
DTS-HD Master Audio 2.0
DTS-HD Master Audio 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Technotise - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Technotise
Technotise - Edit i ja

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Gelungener Sci-Fi-Animationsthriller


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Serbien, 2009
Regie:
Aleksa Gajic
Drehbuch:
Aleksa Gajic
Darsteller:
-

Label Deutschland :
Infopictures
Verkaufsstart Deutschland :
21.02.2011