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Blu-ray-Besprechung - Memories to go - vergeben und ... vergessen
Story:
Cooper (Matthew Broderick) muss sich eine Auszeit von seinem Job bei einer Chicagoer Zeitung nehmen, weil er aufgrund einer kürzlichen Kopfverletzung etwas unkonzentriert ist. So besucht er seine Familie daheim auf dem Land und erlebt gleich einige Überraschungen. Denn erstens ist sein alter Highschool-Schwarm Charlotte (Virginia Madsen) wieder solo und zweitens besitzt sein Onkel Rollie (Alan Alda) eine anscheinend extrem wertvolle Baseball-Sammelkarte. So kommt es nach einigem Hin und Her dazu, dass sich Cooper und Rollie zusammen mit Charlotte und ihrem Sohn auf den Weg nach Chicago machen, um das gute Stück bei einer Sammlerbörse zu verkaufen. Doch dummerweise hat Rollie immer mehr Gedächtnisaussetzer, was die ganze Sache natürlich nicht unbedingt erleichtert.
Meinung zum Film:
Es fällt Cooper (Matthew Broderick, "War Games") nicht leicht, dass er seine geliebte Tätigkeit als Journalist bei einer Chicagoer Zeitung im Moment nicht ausüben kann. Doch da sein Kopf vor ein paar Monaten in einer Rangelei die unangenehme Bekanntschaft einer Steinmauer machte und er seitdem etwas Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis und der Konzentration hat, darf er derzeit nur Comicstrips redigieren - und selbst das bereitet ihm Probleme. Da kommt eine Auszeit gerade recht und er muss sowieso heim aufs Land fahren, denn seine Mutter (Lois Smith, "True Blood") kommt nicht mehr so ganz mit seinen beiden Onkeln klar: der eine ist völlig neben sich und schießt auch gerne mal wild in der Gegend rum, während Rollie (Alan Alda, "Aviator"), der andere, zwar noch einen ganz rüstigen Eindruck macht, aber schon seit Ewigkeiten seine Rechnungen nicht mehr bezahlt hat und außerdem immer mehr Dinge vergisst. So weiß er auch schon gar nicht mehr, dass er in einer Bar damit geprahlt hat, eine super seltene und wertvolle Baseball-Sammelkarte zu besitzen, die er daheim als sein großes Geheimnis versteckt hält.
Auch sonst gibt es für Cooper einige Überraschungen in der alten Heimat, denn sein alter Schwarm Charlotte (Virginia Madsen, "Number 23") ist mittlerweile wieder solo. Vor Jahren hatte er sie gefragt, ob sie mit ihm nach Chicago kommen würde, doch damals wollte sie nicht und heiratete stattdessen den etwas tumben Bürgermeister ihres Ortes (Chris Bauer, "True Blood"). Doch damit ist es nun vorbei und Charlotte plant nun, auf eigene Faust nach Chicago zu gehen, um dort ihre Gemälde an den Mann zu bringen. Cooper ist zwar etwas überrascht und auch etwas eingeschnappt, dass sie nun gehen will, aber damals mit ihm nicht, doch kommt ihm die Sache ganz gelegen. Denn Rollie will seine Karte auf einer gerade stattfindenen Chicagoer Sammlerbörse verkaufen, um an etwas Geld zu kommen und das Ding endlich loszuwerden, denn es gab bereits Einbrüche, seit er seinen wertvollen Besitz so lauthals in der Gegend herumposaunt hat. Bald sitzen die drei zusammen mit Charlottes kleinem Sohn Dillon (Jimmy Bennett, "Orphan") im Auto auf dem Weg in die große Stadt. Doch bevor es zum Verkauf kommen kann, geht es noch reichlich drunter und drüber, denn er etwas schusslig-wirre Rollie droht immer wieder seine Karte zu verlieren und auch auf der Sammlerbörse gibt es nicht nur Menschen, die das Wohl des alten Herrn im Sinn haben.
Erinnerungen sind das zentrale Thema von "Memories to go", einer kleinen, feinen Drama-Komödie mit viel Herz und wirklich tollem Unterhaltungswert. Es handelt sich um eine sehr ruhige, aber auch trotz ihres eigentlich ernsteren Themas sehr lustige Geschichte, die bei all ihren komischen Elementen nie zu überzogen oder unglaubwürdig wirkt. Es geht um Freundschaft, Familienzusammenhalt und natürlich um den Stellenwert von Erinnerungen, die letztlich die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind. So ist es sehr bezeichnend, dass sich Cooper gar nicht mehr daran erinnert, dass er überhaupt eine aktuelle Freundin hatte, als er in seinem Appartment eine Videobotschaft von ihr vorfindet, in der sie mit ihm Schluss macht - wohingegen er sofort seine wahre Liebe Charlotte bemerkt, als er in einem heimischen Supermarkt zufällig auf sie trifft. Getragen wird die schöne Geschichte, die Drehbuchautor Sherwood Kiraly auf Basis seines Romans "Diminished Capacity" geschrieben hat, vor allem auch von den tollen Darstellern, die dafür sorgen, dass einem sämtliche Charaktere sofort ans Herz wachsen. Allen voran natürlich Alan Alda, der einen herrlich verschrobenen, aber auch unglaublich sympathischen Rollie abgibt, über dessen zum Schießen komische Ideen man zwar immer wieder schmunzeln muss (beispielsweise hat er eine Schreibmaschine auf einem Pier festgebunden und lässt Fische über Ruckler an Leinen tolle "Texte" schreiben), ihn aber nie auslachen würde. Matthew Broderick und Virginia Madsen geben ein glaubwürdiges, gleichberechtigtes Paar ab - und als Zuschauer freut man sich außerdem sehr, diverse bekannte Gesichter aus den unterschiedlichsten Filmen und Serien zu sehen. Seien es gleich zwei Darsteller aus "True Blood" oder Peter Parkers Dozent Dr. Connors aus "Spider-Man" 2 und 3, dessen Darsteller Dylan Baker hier in der Rolle eines ehrlichen und etwas zu leidenschaftlichen Sammelkartenhändlers auftaucht. Regisseur Terry Kinney hat die Geschichte in zur Handlung passenden ruhigen und unaufgeregten Bildern eingefangen. Außerdem wurde der Film auf Super-16-Filmmaterial gedreht, ein Schmalbildformat, das optisch stark an Super-8-Filme erinnert. Der dadurch entstehende Look ist für den Zuschauer erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig, doch sorgt die Optik durch ihre Anlehnung an alte, selbst gedrehte Heimfilme dafür, dass der Erinnerungscharakter noch mehr unterstrichen wird. Was Koch Media mit dem deutschen Untertitel "vergeben und vergessen" aussagen möchte, wird jedoch nicht so wirklich klar, denn eine "Vergebung" in irgendeiner Form wird im Film überhaupt nicht thematisiert.
Digitale Aufarbeitung:
Die technische Qualität von "Memories to go" fällt leider recht schwach aus, was vor allem an dem verwendeten Filmmaterial liegen dürfte. Das bereits erwähnte Super-16-Format ist einfach zu schmal, um heutigen Ansprüchen ausreichende Bildinformationen zu liefern (normalerweise wird auf 70 mm oder zumindest 35 mm breiten Filmen gedreht). Zwar kommt es dadurch zu dem bereits erwähnten Look, der an alte Heimfilme erinnert, aber dementsprechend fehlt dann auch das HD-Feeling. Das Bild ist sehr detailarm, grobkörnig und wirkt relativ dunkel, während die Farben ebenfalls etwas zu dunkel und übersättigt wirken. Eine Blu-ray braucht man von diesem Film also sicher nicht unbedingt, auch wenn es natürlich schön ist, keine Kompressionsprobleme vorzufinden. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD Master Audio 5.1 vor und bleibt genrebedingt frontlastig. Die Dialoge sind zu jeder Zeit klar zu verstehen.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film.
Fazit:
"Memories to go" ist - trotz ihres etwas ernsteren Grundthemas - eine unterhaltsame und überraschend leichte Komödie. Tolle Darsteller und eine schöne Geschichte sorgen für anderthalb gemütliche Zuschaustunden. Einzig die Bildqualität bietet Grund zur Klage, denn das Schmalbildformat Super 16 sorgt dafür, dass alles sehr detailarm und grobkörnig ist. Auch das Bonusmaterial hätte gern etwas umfangreicher sein dürfen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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88:56 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Memories to go
Diminished Capacity
Ruhige und unterhaltsame Drama-Komödie
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Terry Kinney Drehbuch: Sherwood Kiraly Darsteller: Matthew Broderick, Virginia Madsen, Alan Alda, Jimmy Bennett, Louis C.K., Jim True-Frost, Dylan Baker, Bobby Cannavale
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 04.02.2011
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