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DVD-Besprechung - Die Ikone - Hollywoods Darling
Story:
Dorothy Dandridge (Halle Berry) hat es nicht einfach in ihrem Leben. Aus schwierigen Familienverhältnissen stammend und des Öfteren Gewalt ausgesetzt, versucht sie sich als Afroamerikanerin ein Standbein in Hollywood zu verschaffen. Obwohl sie immer wieder Rassismus und Verspottung ausgesetzt ist, gibt die temperamentvolle Schauspielerin nicht auf und schafft es tatsächlich, ein Star zu werden, der später gar für einen Oscar nominiert wird. Doch ihre persönlichen Beziehungen sind weiterhin schwierig, was nicht ohne Folgen bleiben wird.
Meinung zum Film:
Halle Berry wurde im Jahr 2002 als erste Afroamerikanerin mit dem Oscar als beste Haupdarstellerin (für "Monster's Ball") ausgezeichnet. Doch schon vor dieser historischen Preisverleihung interessierte sie sich für die Geschichte afroamerikanischer Schauspielerinnen in Hollywood. So ist es kein Wunder, dass "Die Ikone" (oder, wie der Film ursprünglich auf Deutsch hieß, "Die Geschichte der Dorothy Dandrige" oder "Rising Star") eine persönliche Herzensangelegenheit für sie war, bei der sie auch als Produzentin auftrat, als diese Filmbiografie 1999 vom amerikanischen Pay-TV-Sender HBO in Angriff genommen wurde. Denn Dorothy Dandridge (1922-1965), die heutzutage kaum noch jemandem ein Begriff sein dürfte, war die erste Afroamerikanerin, die je für einen Lead-Actress-Oscar nominiert wurde.
Die Handlung folgt den Ereignissen, die ihr Manager und Agent Earl Mills (im Film dargestellt von Brent "Data" Spiner) in seiner Dorothy-Dandridge-Biografie schildert. "Die Ikone" konzentriert sich dabei zum einen auf das Thema "Schwarze Schauspielerin muss sich in Hollywood durchsetzen", zum anderen wird auch das Privatleben von Dandridge immer wieder thematisiert. Hinsichtlich Ersterem kann der Film auch in jeder Hinsicht überzeugen und zeigt deutlich auf, mit welchen Klischees und Vorurteilen zu dieser Zeit zu kämpfen war. Die persönlichen Beziehungen der Schauspielerin fallen hingegen stark ab. Gerade die verhängnisvolle Liaison mit Regisseur Otto Preminger (Klaus Maria Brandauer, "Sag niemals nie"), deren Nachwirkungen Dandridge später wohl in den Selbstmord trieben, zündet hier nicht, zwischen Berry und Brandauer stimmt auf der Leinwand die Chemie einfach nicht.
Insgesamt ist Halle Berrys Leistung in "Die Ikone", für die sie später mit dem Emmy und einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, etwas zweischneidig. Zwar wirkt sie einerseits durchaus überzeugend als schwarze Darstellerin in den 1950ern, ob sie für Dorothy Dandridge, die als afroamerikanische Marilyn Monroe galt, die Idealbesetzung ist, darf allerdings bezweifelt werden. Die von ihr dargestellte Dandridge reagiert in diesem Film deutlich zu passiv, lässt andere sie dominieren und ihr ihre Entscheidungen abnehmen. Da die echte Dorothy Dandridge ein recht feuriges Temperament gehabt haben soll, steht dies somit etwas im Widerspruch zur Realität und führt zu einigen unbeholfen gespielten Szenen. Die Nebenfiguren wirken deutlich charismatischer, was bei einem Biopic natürlich einen faden Beigeschmack hinterlässt. Insgesamt ist "Die Ikone" somit sicherlich zwar noch ganz sehenwert, man wird aber das Gefühl nicht los, dass hier mit einer anderen Hauptdarstellerin insgesamt mehr möglich gewesen wäre.
Digitale Aufarbeitung:
Da der Film als HBO-TV-Produktion Ende der 1990er entstanden ist, wurde er in 4:3 gedreht und liegt so auch auf DVD vor. Das Bild hat eine recht gute Qualität mit kräftigen Farben und meistens guter Schärfe. Auffällig ist das starke Rauschen, das vor allem in dunkleren Szenen besonders in Erscheinung tritt. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1, bei beiden Fassungen sind die Dialoge klar verständlich. Direktionale Effekte darf man hier genrebedingt nicht erwarten, die Musik wurde aber gut abgemischt und verteilt sich angenehm im Raum.
Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Fazit:
"Die Ikone" ist die Filmbiografie der Schauspielerin Dorothy Dandridge, die als erste Afroamerikanerin für einen Oscar nominiert wurde. Insgesamt ist die HBO-Produktion durchaus interessant. Eine Hauptdarstellerin, die in der Lage gewesen wäre, Dandridge etwas charismatischer und dadurch realitätsnäher zu spielen als Halle Berry, wäre aber von Vorteil gewesen. Technisch bewegt sich die DVD auf gutem Niveau, Bonusmaterial gibt es nicht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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110:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Die Geschichte der Dorothy Dandridge
Introducing Dorothy Dandridge
Interessante Filmbiografie mit nicht ganz idealbesetzter Hauptrolle
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1999 Regie: Martha Coolidge Drehbuch: Shonda Rhimes, Scott Abbott Darsteller: Halle Berry, Brent Spiner, Klaus Maria Brandauer, Obba Babatundé, Loretta Devine, Cynda Williams, LaTanya Richardson, Tamara Taylor
Label :
3L
Verkaufsstart : 10.02.2011
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