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Blu-ray-Besprechung - Das Chaos-Experiment
Story:
Ein Mann (Val Kilmer) betritt das Verlagsgebäude einer Zeitung und verlangt, mit dem Chefredakteur zu sprechen. Vom Weltuntergang in 2012 erzählt er, vom Klimawandel und dass er die Schlagzeile am nächsten Morgen haben will. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, erwähnt er beiläufig, dass er sechs Geiseln in einer Sauna eingesperrt hat und deren Körperfunktionen in etwa zwei Stunden versagen werden, wenn sie bis dahin nicht befreit wurden. Der Chefredakteur ruft daraufhin einen ihm bekannten Cop (Armand Assante), der das Spiel des Mannes erst einmal mitspielt und ihn gleichzeitig verhört. Doch gibt es die Geiseln überhaupt wirklich? Wie sich herausstellt, scheint der Mann, der früher Professor war und als Dozent über das Thema Klimawandel referierte, nämlich aus einer Irrenanstalt entlaufen zu sein.
Meinung zum Film:
Die Storyline ist für einen Horrorfilm oder einen Thriller nicht wirklich neu. Eine Gruppe von Menschen, die aus irgendeinem Grund irgendwo gefangen gehalten wird und in einem bestimmten Zeitraum irgendetwas passieren muss, damit die Leute nicht sterben, bekommt man ständig vor die Nase gesetzt. Sei es im klassischen "SAW"-Franchise oder in Independent-Produktionen wie "Nine Dead". Trotzdem kann dieses Grundprinzip immer noch zu recht spannenden Filmen führen, je nachdem, wie die Umsetzung ausgefallen ist. Nun, bei "Das Chaos-Experiment" ist sie im besten Fall mit "mangelhaft" zu bewerten, der Film macht zu großen Teil leider so gut wie gar nichts richtig. Dabei ist der Anfang durchaus spannend: Ein Mann (Val Kilmer, "The Saint") verlangt von dem Chefredakteur einer Zeitung, die Schlagzeile am nächsten Morgen zu bekommen, sonst würden mehrere Geiseln, die in einer Sauna eingesperrt sind, genau dies auch bleiben und in etwa zwei Stunden aufgrund der Hitze ihre Körperfunktionen aussetzen. Der Redakteur ruft heimlich einen befreundeten Polizei-Detective (Armand Assante, "Judge Dredd") an, der den Mann daraufhin verhört.
Klingt zunächst spannend, könnte es auch wirklich sein, doch leider bleibt alles mehr als fade. Die Idee, immer zwischen Szenen im Verlagsgebäude (bzw. später bei der Polizei) und der Sauna hin und her zu wechseln, ist clever und könnte eigentlich für gesteigerte Dramatik sorgen. Doch das große Problem des Films ist, dass dem Zuschauer das Schicksal der Geiseln in der Sauna vollkommen egal ist. Alle sechs wirken zu jeder Zeit extrem unsympathisch und das Drehbuch versucht gar nicht erst, ihnen eine Grundlage zu geben, auf der der Zuschauer Mitgefühl entwickeln könnte. Während man in anderen ähnlichen Filmen oftmals ausführlich die Vorgeschichte der einzelnen Leute vorgestellt bekommt, bekommt man hier gar nichts über ihre Hintergründe mitgeteilt. Zu Beginn stellen sich alle kurz mit ihrem Beruf sowie ihren "Likes" und "Dislikes" vor, doch danach weiß man genauso wenig über sie wie zuvor und die klischeehafte Typisierung, die sich aus Verhalten und Berufsnennung ergibt, trägt ebenfalls nicht dazu bei, dass man irgendeine der Geiseln positiver wahrnehmen würde. Da gibt es einen älteren Herrn, der etwas arrogant wirkt und angeblich früher Football-Profi war, einen alle Frauen anbaggernden, cholerischen Kneipenbesitzer, einen ruhigen Krankenpfleger, eine schüchterne Möchtegern-Schriftstellerin, eine aufreizende Kellnerin und schließlich noch eine Dame, die sich früher als Schauspielerin versucht hat. Natürlich geizt die Kellnerin nicht damit, ihren Körper zu zeigen, natürlich kommt der aufbrausende Kneipenbesitzer als erster nicht mehr mit der Situation klar und natürlich kommt es - ohne dass die Hitze direkt dafür verantwortlich wäre - bald zu ersten Toten. Denn genau um dieses Chaos, das durch den mit der Sauna simulierten Klimawandel entstehen soll, geht es dem Drahtzieher.
Den Zuschauer kümmert das allerdings nicht weiter und man wünscht sich sogar ein bisschen, dass sich möglichst alle bald an den Kragen gehen mögen, damit die langweiligen und schlecht gespielten Szenen in der Sauna denen im Verlag Platz machen und man etwas mehr über den mysteriösen Mann erfährt, der hinter allem zu stecken scheint, denn die Szenen mit Val Kilmer sind tatsächlich recht unterhaltsam. Am Ende gibt es aber natürlich die unvermeidlichen Überraschungen, die alles noch mal in einem anderen Licht dastehen lassen und beim Zuschauer die Frage aufwerfen, was denn nun wirklich passiert ist und ob sich - wie der Polizist schon relativ früh vermutet - das Ganze eventuell nur im Kopf des Mannes abgespielt hat oder ob noch etwas ganz anderes dahinter steckt. In der Internet Movie Database finden sich gar seitenlange Diskussionen mit Interpretationen der Schlussszene, die größtenteils sogar tatsächlich relativ nachvollziehbar sind. Doch ist es der Film einfach nicht wert, derart lange über ihn zu spekulieren, denn dann macht man sich als Zuschauer viel umfassendere Gedanken um die mit Logiklücken übersäte Handlung, als es der Drehbuchautor ganz offensichtlich getan hat. Dass man in "Das Chaos-Experiment" schauspielerische Meisterleistungen nicht zu suchen braucht, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Am überzeugendsten wirkt bei der ganzen Sache noch Val Kilmer, der zwar manchmal etwas gelangweilt scheint, aber insgesamt eine recht gute Figur macht und den einzigen größtenteils glaubhaften Charakter abgibt. Armand Assante als Detective ist auch noch einigermaßen erträglich, während sämtliche Sauna-Insassen frei von schauspielerischem Talent zu sein scheinen. Fairerweise muss man allerdings dazu sagen, dass dies wohl ebenfalls hauptsächlich - oder zumindest zum Teil - an dem furchtbar schlechten Drehbuch liegt, das es den sechs Damen und Herren um Oscar-Nominee Eric Roberts ("Runaway Train") schlichtweg unmöglich machte, mehr aus diesen Figuren herauszuholen.
Digitale Aufarbeitung:
So schlecht "Das Chaos-Experiment" auch sein mag, so überraschend gut ist doch die technische Qualität der Blu-ray. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede zwischen den Verlags- und den Saunaszenen. Die Sequenzen im Verlagsgebäude bestechen durch eine hervorragend plastische Schärfe, insbesondere auch im Detailbereich, mit kräftigen, natürlichen Farben. Die Szenen in der Sauna wirken insgesamt etwas weicher und zeichnen sich vor allem durch den extremen orange-gelben Farbfilter aus, der zwar ein bewusstes Stilmittel ist, für den Zuschauer aber dadurch trotzdem noch lange nicht mehr Sinn ergibt. Sowohl die Außen- als auch die Saunaszenen rauschen nur leicht, Kompressionsprobleme lassen sich nicht ausmachen. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in dts-HD Master Audio vor. Die Originalfassung bekommt man als 5.1-Spur, während die deutsche Synchronisation sogar in 7.1 angeboten wird. Einen großen Unterschied bedeutet dies letztlich aber nicht, da die Abmischung relativ frontlastig ausgefallen ist und die Rears nur selten zum Einsatz kommen. Trotzdem bietet der Film sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch einen guten Klangeindruck mit klar verständlichen Stimmen und einer druckvoll-kräftig ins Geschehen eingebetteten Hintergrundmusik. Fans von Val Kilmer werden bevorzugt auf die Originalfassung zurückgreifen, da er nicht seinen Standardsprecher bekommen hat und die Synchronisation insgesamt auch etwas billig produziert wirkt.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film.
Fazit:
"Das Chaos-Experiment" ist ein Thriller, dessen Grundidee durchaus Potenzial geboten hätte, der aber leider an der sehr mangelhaften Umsetzung scheitert. Das liegt vor allem an dem mit Logiklücken übersäten Drehbuch, das zudem dafür sorgt, dass die in der Sauna eingesperrten Geiseln dem Zuschauer vollkommen egal sind. Technisch bietet die Blu-ray Disc gute Qualität, als Bonusmaterial gibt es aber nur den Trailer zum Film.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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90:36 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 7.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Das Chaos-Experiment
The Steam Experiment
Unlogischer und unspannender Thriller, der deutlich mehr Potenzial gehabt hätte
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Philippe Martinez Drehbuch: Robert Malkani Darsteller: Val Kilmer, Armand Assante, Eric Roberts, Megan Brown, Patrick Muldoon, Cordelia Reynolds, Eve Mauro, Quinn Duffy
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 11.02.2011
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