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DVD-Besprechung - Resurrection County

Story:
Sam (Dayton Knoll), Tommy (Adam Huss), Lucy (Kathryn Michelle) und Kat (Cassie Self) beschließen ein Wochenende irgendwo in den Wäldern von Arkansas zu verbringen, um sich ein wenig von ihrem anstrengenden Alltag zu erholen. Auch wenn sie Respekt vor den Einwohnern der Südstaaten haben, fühlen sie sich den Hillbillys gegenüber doch ein wenig überlegen und machen sich über deren Lebensgewohnheiten lustig. Als sie in dem abgelegenen Dörfchen Resurrection County ankommen, glauben sie sich in einer anderen Welt zu befinden. Hier leben die Menschen in Armut und mit zuweilen komisch wirkenden Traditionen und Regeln, die den Großstädtern seltsam und lächerlich anmutet. Das führt dazu, dass sie die Warnungen der Einheimischen ignorieren, sich an die hiesigen Regeln zu halten und stets auf den ausgewiesenen Pfaden zu bleiben. Doch ihr Verhalten bleibt nicht ohne Folgen, denn hier lebt man streng nach den Regeln des alten Testaments: Auge um Auge, Zahn um Zahn!


Meinung zum Film:
Filme wie „Resurrection County“, in denen Großstädter in eine abgelegene Gegend der Südstaaten gelangen und von den dortigen Einheimischen nach einem obskuren Regelbruch gefoltert und gequält werden, sind keine Seltenheit. Das ewig gleiche Schema der Handlung unschuldige-und-naive-Menschen-werden-von-Hinterweltlern-abgeschlachtet ist mittlerweile nur noch selten einen zweiten Blick wert, wie z.B. „Wrong Turn“ (Rob Schmidt) oder „Texas Chainsaw Massaker“ (Tobe Hooper), wobei letzterer das Genre erst geprägt hat. Doch so langsam erschöpft sich das Thema und deshalb versuchen die Macher solcher Filme sich  in der Brutalität ihrer Filmszenen zu überbieten, wie es auch in diesem Film der Fall ist. So kam „Resurrection County“ nur in, zudem schlecht,  geschnittener Fassung auf den deutschen Markt. Neues gibt es deshalb noch lange nicht zu sehen und auch die Folter- und Tötungsszenen hat man schon kreativer und blutiger erlebt, wie z.B. in „Hostel“ (Eli Roth). 

Die Schauspielercrew, deren Gesichter allesamt dem Publikum nicht unbedingt bekannt sind, versuchen zwar das Beste aus dem vorhandenen und schlechten Drehbuch, das aus der Feder von Matt Yaeger („Fable Teeth of Beast“) stammt, zu machen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich die Dialoge zum Teil eher hölzern und unglaubwürdig anhören und damit zu den zombieähnlich steinernen Mimiken der Darbietenden passen. Vor allem die Hillbillys, die allerdings keine Inzest-Mutanten a la „The Hills have Eyes“ (Wes Craven) sind, sondern nur ganz normale, ein wenig drogenverseuchte und leicht verrückte Proleten, wirken die meiste Zeit wie ferngesteuerte Marionetten. Einzig die Schauspielerin Cassie Self, die mit diesem Streifen ihr Debüt gab, scheint sich mit der allgemeinen Lustlosigkeit nicht angesteckt zu haben, und spielt ihre Rolle zumindest einigermaßen passabel. Doch leider ist ihr Part im Film äußerst begrenzt und so muss man bis zum Schluss auf glaubwürdige Emotionen verzichten.

Der Aufbau der Handlung lässt auch zu Wünschen übrig. Zunächst passiert in den ersten 40 Minuten des Films überhaupt nichts, dann kommt kurzweilig Schwung in die Sache, dann ist erstmal wieder Ebbe und dann kommt es zu einem denkwürdigen Showdown, der nicht nur enttäuschend ist, sondern auch noch vorhersehbar und schon wieder nichts Neues bringt. Dazu addieren sich die mehr als amateurhaft geschnittenen Szenen. Es sind ihrer zwei, wovon die Erste gleich mehr als fünf Minuten dauert und weder technisch gut gemacht ist, sondern auch die Frage aufwirft, warum sie überhaupt geschnitten wurde. Bei der Zweiten hat sich der Cutter noch nicht mal die Mühe gemacht, die Filmsequenzen glaubwürdig und nachvollziehbar aneinander zu schneiden, sondern benutzt einfach eine simple Abblende, um die fehlende Szene zu überspielen. Das spricht nicht wirklich für Professionalität, weil es geradezu offensichtlich ist, dass es auch anders hätte gemacht werden können. Insgesamt enttäuscht der Film in jedweder Hinsicht, nicht nur durch ein wenig kreatives Drehbuch, sondern auch durch schlechte Masken, fragwürdige Special Effekts, untalentierte Darsteller, und vor allem wegen der Lust-, und Lieblosigkeit die in jeder Szene erkennbar ist.


Digitale Aufarbeitung:
Während der Ton eigentlich immer eine relativ gute Qualität besitzt, kann man das über das Bild nicht unbedingt sagen. Es wirkt bei näherer Betrachtung leicht körnig und die Farbqualität lässt entschieden zu wünschen übrig. Permanente Überbelichtung hat dazu geführt, dass der Film mit einem Grünstich ausgestattet ist, was die Gesichter unnatürlich weiß erscheinen lässt und Farbtöne eher grell wirken.

Extras sind keine vorhanden.


Fazit:
„Resurrection County“ ist sein Geld wahrhaftig nicht wert. Weder Handlungsaufbau, noch Drehbuch oder Schnitt zeugen von einer Professionalität, die man als Filmemacher haben sollte, um sein Publikum zu überzeugen. So reiht er sich der Film nur in eine lange Reihe von schlecht gemachten Horrorstreifen, die man am liebsten schon gleich nach Filmschluss wieder vergisst.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
87:19 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Resurrection County - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Resurrection County
Resurrection County

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Im Süden ist nicht unbedingt der Teufel los


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Matt Zettell
Drehbuch:
Matt Yeager
Darsteller:
Dayton Knoll, Adam Huss, Kathryn Michell, Robert Miano

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
17.02.2011